Tilray Brands geriet zur Wochenmitte deutlich unter Druck. Nach einem Kursrückgang von 6,8 % auf 7,85 US‑Dollar reagieren Anleger spürbar nervös auf die Kombination aus deutlicher Ergebnisenttäuschung und mehreren Herabstufungen durch Analysten. Wie stark belasten die schwachen Margen die Aktie trotz neuer Umsatzrekorde?

  • Kursrückgang um 6,8 % auf 7,85 US‑Dollar
  • Deutlich verfehlte Gewinnschätzungen im Q2
  • Mehrere Analysten senken Bewertungen und Kursziele
  • Konsensrating: „Reduce“, Kursziel im Mittel 13,33 US‑Dollar

Druck durch Analysten und Technik

Das Handelsvolumen lag gestern mit rund 6,56 Millionen Aktien rund 11 % über dem Durchschnitt. Der Kurs rutschte dabei unter die 50‑Tage-Linie (9,43 US‑Dollar) und die 200‑Tage-Linie (10,97 US‑Dollar – ein technisches Schwächesignal.

Auf der Analystenseite hat sich der Ton zuletzt eingetrübt:

  • Zacks Research stufte Tilray am 13. Januar von „Hold“ auf „Strong Sell“ ab.
  • Roth MKM senkte am 20. Januar das Kursziel deutlich von 20,00 auf 10,00 US‑Dollar, bei Einstufung „Neutral“.
  • Canaccord Genuity startete die Beobachtung mit „Hold“.

Insgesamt liegt der Analystenkonsens bei „Reduce“. Von den beobachtenden Häusern sprechen aktuell ein Analyst eine Kaufempfehlung aus, fünf raten zum Halten, zwei zum Verkaufen. Das durchschnittliche Kursziel beträgt 13,33 US‑Dollar.

Q2: Umsatzrekord, aber klare Ergebnisenttäuschung

Tilray legte Anfang des Monats die Zahlen zum zweiten Geschäftsquartal 2026 vor. Beim Umsatz konnte das Unternehmen einen neuen Rekord vermelden, beim Ergebnis blieb es jedoch deutlich hinter den Erwartungen zurück.

Wichtige Q2‑Kennzahlen (GJ 2026):

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  • Netto-Umsatz: 217,5 Mio. US‑Dollar (Rekord, +3 % im Jahresvergleich; über den Schätzungen von 211,15 Mio. US‑Dollar)
  • Internationaler Cannabis-Umsatz: +36 % auf 20 Mio. US‑Dollar
  • Kanada, Freizeit-Cannabis: +6 %
  • Distributions-Umsatz: +26 % auf 85,3 Mio. US‑Dollar
  • Getränke-Umsatz: –21 % auf 50,1 Mio. US‑Dollar
  • Operativer Verlust: 22,3 Mio. US‑Dollar (Vorjahr: 42,2 Mio. US‑Dollar)
  • Adjusted EBITDA: 8,4 Mio. US‑Dollar
  • Liquidität: 291,6 Mio. US‑Dollar in Kasse und Wertpapieren

Die Kehrseite: Der Verlust je Aktie lag mit –0,41 US‑Dollar deutlich unter den Erwartungen, die bei –0,14 US‑Dollar gelegen hatten. Der Nettoverlust belief sich auf 43,5 Mio. US‑Dollar. Im Vergleich zum Vorjahr ist das zwar eine Verbesserung um 49 %, die deutliche Verfehlung der Konsensschätzung erklärt jedoch einen Teil des aktuellen Kursdrucks.

Internationale Sparte als Stabilitätsfaktor

Positiv sticht weiter das internationale Medizincannabis-Geschäft hervor. Hier erzielte Tilray ein Wachstum von 36 % im Jahresvergleich und 51 % im Vergleich zum Vorquartal. Besonders Deutschland und Italien bleiben zentrale Märkte.

Um die Präsenz in Italien zu stärken, hat das Unternehmen am 23. Januar den Start von Tilray Medical Italia angekündigt. Damit soll das Angebot im Bereich medizinisches Cannabis vor Ort ausgebaut werden.

Schwäche im Getränke-Geschäft

Deutlich schwieriger gestaltet sich die Entwicklung im Getränkesegment. Die Erlöse fielen dort auf 50,1 Mio. US‑Dollar und damit um 21 % gegenüber dem Vorjahr. Verantwortlich sind vor allem ein schwächeres Craft-Beer-Geschäft und intensiver Wettbewerb.

Das Management setzt auf Kostensenkungen, um gegenzusteuern. Unter dem Programm „Project 420“ wurden nach Unternehmensangaben bislang jährlich 27 Mio. US‑Dollar an Einsparungen erreicht.

Ausblick und nächste Termine

Finanziell bleibt Tilray mit einer Netto-Cash-Position vergleichsweise robust aufgestellt: Die liquiden Mittel übersteigen die Finanzverbindlichkeiten um rund 30 Mio. US‑Dollar. Auf der Q2‑Telefonkonferenz bestätigte das Management zudem die Prognose für das bereinigte EBITDA im Gesamtjahr.

Der nächste konkrete Kurstreiber steht bereits fest: Am 7. April legt das Unternehmen die Zahlen für das dritte Geschäftsquartal 2026 vor. Dann wird sich zeigen, ob das internationale Wachstum und weitere Einsparungen die anhaltende Ergebnisbelastung aus dem Getränke-Geschäft merklich dämpfen konnten.

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