Tilray Aktie: Bröckelnder Rückhalt?
Die internationale Wachstumsstrategie läuft auf Hochtouren, doch der Aktienkurs folgt nicht. Während Tilray Brands mit dem Start einer neuen Vertriebseinheit in Italien operative Fortschritte meldet, drücken enttäuschende Quartalszahlen und kritische Analystenstimmen massiv auf die Stimmung. Kann die strategische Offensive die skeptischen Anleger angesichts roter Zahlen überzeugen?
Analysten ziehen die Reißleine
Die Aktie startete schwach in die letzte Januarwoche und schloss gestern bei 8,73 US-Dollar, ein Minus von 3,5 Prozent. Damit notiert das Papier unter den wichtigen 50- und 200-Tage-Linien. Auslöser für den anhaltenden Druck ist die Verarbeitung der jüngsten Bilanzdaten. Zwar meldete das Unternehmen für das zweite Quartal einen Rekordumsatz von 217,5 Millionen US-Dollar, doch unter dem Strich stand ein Verlust von 0,41 US-Dollar pro Aktie. Analysten hatten lediglich mit einem Fehlbetrag von 0,14 US-Dollar gerechnet.
Die Reaktion der Experten folgte prompt: Roth MKM senkte das Kursziel drastisch von 20,00 auf 10,00 US-Dollar, behielt aber das "Neutral"-Rating bei. Auch Weiss Ratings bekräftigte am 21. Januar die Verkaufsempfehlung. Der Markt preist derzeit die Diskrepanz zwischen Umsatzwachstum und fehlender Profitabilität ein.
Strategie gegen den Abwärtstrend
Ungeachtet der Kursverluste treibt das Management die Expansion in Europa voran. Am 22. Januar erfolgte der offizielle Start von "Tilray Medical Italia". Durch die Partnerschaft mit Molteni Farmaceutici soll der Vertrieb von EU-GMP-zertifiziertem medizinischen Cannabis über Apotheken und Krankenhäuser in Italien gebündelt werden. Tilray nutzt dabei seine bestehenden Produktionskapazitäten in Deutschland und Portugal, um den italienischen Markt effizient zu bedienen.
Gleichzeitig muss das Unternehmen Probleme im Getränkesektor lösen. Der Umsatz in dieser Sparte fiel um 10,6 Prozent auf 50,1 Millionen US-Dollar, belastet durch den harten Wettbewerb bei Craft-Bieren. Mit der Initiative "Project 420" steuert das Management nun gegen: Das Produktportfolio wird bereinigt und die Kostenstruktur optimiert, um die Margen zu stabilisieren.
Regulatorischer Rückenwind verpufft
Zwar profitiert der gesamte Sektor theoretisch von der Aussicht auf eine Neueinstufung von Cannabis (Schedule III) in den USA, doch dieser makroökonomische Faktor tritt aktuell in den Hintergrund. Die Hoffnung auf bankenrechtliche Erleichterungen reicht momentan nicht aus, um die hausgemachten Herausforderungen bei der Bilanzierung zu kompensieren.
Für eine nachhaltige Bodenbildung müssen die eingeleiteten Sparmaßnahmen und die europäische Expansion greifbare Ergebnisse liefern. Solange die Verluste deutlich höher ausfallen als erwartet, dürfte der Fokus der Anleger weiterhin auf der strikten Kostenkontrolle und weniger auf langfristigen Wachstumsfantasien liegen.
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