Thyssenkrupp Aktie: Weichenstellungen
Bei Thyssenkrupp verdichten sich im März gleich mehrere Baustellen zu einem Stresstest für den Konzernumbau. Zwei Großthemen stehen dabei unter Zeitdruck: die strategische Zukunft von Materials Services und die Gespräche rund um Steel Europe. Gleichzeitig bremst ein gestopptes Wasserstoff-Verfahren die Grünstahl-Pläne – kein Wunder also, dass Anleger nervös reagieren.
Der Kurs spiegelt diese Unsicherheit wider: Heute verliert die Aktie 3,25% auf 9,23 Euro. Auf Sicht von sieben Tagen sind es -11,84%, und der Kurs liegt deutlich unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 10,71 Euro.
Operativ besser – aber teuer erkauft
Im ersten Quartal 2025/26 zeigte sich operativ ein gemischtes Bild. Der Umsatz sank um 8% auf 7,2 Mrd. Euro, das bereinigte EBIT stieg jedoch um 10% auf 211 Mio. Euro. Der Haken: Hohe Sonderbelastungen drückten weiter, allein bei Steel Europe fielen 401 Mio. Euro Restrukturierungskosten an. Unter dem Strich blieb ein Nettoverlust von 334 Mio. Euro.
Für das Gesamtjahr 2025/26 stellt der Konzern ein bereinigtes EBIT von 500 bis 900 Mio. Euro in Aussicht. Beim Umsatz erwartet Thyssenkrupp eine Entwicklung zwischen -2% und +1%. Die Spanne zeigt: Die Visibilität bleibt begrenzt.
Materials Services und Steel Europe: Entscheidungen mit Deadline
Bei Materials Services geht es nicht um Kosmetik, sondern um eine zentrale Portfolio-Frage. Die Sparte kam 2024/25 auf 11,4 Mrd. Euro Umsatz und beschäftigt über 15.000 Mitarbeiter. Geprüft werden mehrere Optionen: IPO, Abspaltung an Aktionäre oder Verkauf. Ein Börsenlisting wird laut Berichtslage sogar bereits für Herbst 2026 für möglich gehalten.
Der Druck ist trotzdem kurzfristig: Konkrete Schritte knüpft das Management an bessere operative Ergebnisse, und genau dafür gilt das laufende zweite Geschäftsquartal bis Ende März als Messlatte. Kann die Einheit rechtzeitig liefern? Zumindest macht Thyssenkrupp klar, dass ohne operative Fortschritte keine finale Entscheidung fallen soll.
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Parallel läuft bei Steel Europe die Due Diligence mit dem Interessenten Jindal Steel. Zudem sind weitere Fixpunkte gesetzt: Ein Tarifvertrag zur Neuausrichtung wurde im Dezember 2025 abgeschlossen, im Februar 2026 folgte ein Term Sheet mit Salzgitter. Die Übertragung der Thyssenkrupp-Anteile an HKM an Salzgitter ist für den 1. Juni 2026 geplant.
Operativ liefert die Stahlsparte immerhin ein Signal in Richtung „grünerer“ Produkte: Ab 2026 bezieht BMW CO₂-reduzierten bluemint® Recycling-Stahl für die Serienproduktion des BMW iX3. Thyssenkrupp nennt TÜV Süd-verifizierte Einsparungen von 0,75 Tonnen CO₂ je Tonne Warmband.
Grünstahl: Wasserstoff wird zum Kostenthema
Ein Rückschlag trifft die Grünstahl-Strategie beim Thema Wasserstoff. Thyssenkrupp Steel hat das Ausschreibungsverfahren zur Beschaffung von grünem Wasserstoff für Duisburg ausgesetzt. Begründung: Die eingegangenen Angebote lagen deutlich über den Erwartungen und seien wirtschaftlich nicht darstellbar gewesen.
Am Kernprojekt hält der Konzern dennoch fest. Der Bau der Direktreduktionsanlage (DRI) in Duisburg läuft weiter. Die Anlage kann laut Unternehmen auch mit Erdgas betrieben werden – verbunden mit einer CO₂-Einsparung von rund 50% gegenüber klassischen Hochöfen.
Zum Kalender passt, dass der nächste große Fixpunkt bereits steht: Am 12. Mai 2026 legt Thyssenkrupp den Halbjahresbericht vor. Bis dahin entscheidet sich, ob Materials Services bis Ende März die geforderte operative Verbesserung zeigt und wie weit die Prozesse rund um Steel Europe inhaltlich vorankommen – genau diese Kombination treibt die aktuelle Nervosität im Kurs.
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