SoftBank Aktie: Kreditdruck steigt
SoftBank will sich laut Bericht heute bis zu 40 Mrd. US-Dollar über einen Brückenkredit besorgen – und damit vor allem den schnell wachsenden Einstieg bei OpenAI finanzieren. Brisant: Die Pläne kommen nur wenige Tage, nachdem S&P Global den Ausblick für SoftBank auf „negativ“ gesenkt hat. Der Kreditmarkt reagierte prompt – die Absicherungskosten gegen einen Ausfall zogen deutlich an.
Rekordkredit für OpenAI
Geplant ist ein dollardenominierter Brückenkredit mit einer Laufzeit von rund 12 Monaten. Vier Banken sollen die Finanzierung zeichnen, darunter JPMorgan Chase. Die Gespräche laufen noch, Details können sich also ändern.
Der Zeitpunkt ist eng mit OpenAIs jüngster Finanzierungsrunde verknüpft: Das Unternehmen sammelte 110 Mrd. US-Dollar ein, unterstützt unter anderem von Amazon, Nvidia und SoftBank. Nach der Runde wird OpenAI mit rund 730 Mrd. US-Dollar bewertet.
SoftBanks Anteil wächst – und die Abhängigkeit auch
SoftBanks finanzielles Engagement bei OpenAI ist im vergangenen Jahr stark gestiegen. Aus der aktuellen Runde stammen laut Angaben 30 Mrd. US-Dollar von SoftBank. Insgesamt würde sich SoftBanks Investment damit auf 64,6 Mrd. US-Dollar erhöhen – die Beteiligung läge dann bei etwa 13%.
Die zusätzlichen Mittel sollen im Jahresverlauf in drei Tranchen zu je 10 Mrd. US-Dollar fließen. Damit dürfte OpenAI im Portfolio an Gewicht gewinnen – auf ein Niveau, das laut Bericht in etwa mit Arm Holdings vergleichbar wäre.
Um die OpenAI-Ausweitung zu finanzieren, hat SoftBank zuletzt auch Vermögenswerte verkauft, darunter die Beteiligung an Nvidia. Ende Dezember 2025 lag der OpenAI-Anteil dem Bericht zufolge bei rund 11%. Zu den größten Positionen zählt weiterhin Arm, an dem SoftBank rund 90% hält.
S&P senkt Ausblick, CDS auf 11-Monats-Hoch
S&P Global begründete den Schritt von „stabil“ auf „negativ“ mit möglichen Belastungen für Liquidität und Asset-Qualität durch die zusätzlichen OpenAI-Investitionen. Das Langfrist-Rating bestätigte S&P mit „BB+“ – und verwies darauf, dass SoftBank negative Effekte über Asset-Verkäufe begrenzen könne.
Am Kreditmarkt spiegelte sich der Druck in steigenden Credit Default Swaps (CDS): Die fünfjährigen CDS lagen bei rund 355 Basispunkten, dem höchsten Stand seit April 2025. Damit blieben sie laut Bericht die teuersten unter japanischen Unternehmen; sie lagen zudem etwa 100 Basispunkte über Nissan.
S&P hob außerdem hervor, dass SoftBanks KI-Investments stark in frühe Phasen sowie nicht börsennotierte Unternehmen gehen. Diese seien besonders anfällig für Innovationsrisiken und intensiven Wettbewerb. OpenAI nannte die Ratingagentur dabei explizit als Investment mit einer der schwächsten Kreditqualitäten im SoftBank-Portfolio.
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Bilanz: Mehr Schulden, weniger Liquidität
Bloomberg Intelligence verwies darauf, dass SoftBank seit 2025 mehr als 70 Mrd. US-Dollar an KI-Investments über Schulden und Asset-Verkäufe finanziert habe. Das könne die Verschuldung erhöhen und die Bilanz stärker an die Entwicklung der KI-Nachfrage sowie den Zeitpunkt eines möglichen OpenAI-Börsengangs koppeln.
S&P erwartet zudem, dass der Anteil nicht börsennotierter Vermögenswerte deutlich über 50% steigen wird – nach geschätzten 42% im Dezember. Mehr illiquide Assets würden die Liquidität des Investmentportfolios entsprechend verschlechtern. Um das „BB+“-Rating zu verteidigen, sieht S&P Spielraum über Asset-Verkäufe, um das adjustierte Loan-to-Value unter 35% zu drücken.
Ein zusätzlicher Hebel wäre laut S&P eine bessere Portfolio-Liquidität durch Börsengänge – ausdrücklich auch OpenAI. Allerdings könnten höhere geopolitische Risiken und eine mögliche Überhitzung im KI-Sektor auf Technologie-Bewertungen drücken und eine Umsetzung erschweren.
Weitere Bausteine der KI- und Infrastrukturpläne
Der OpenAI-Schwerpunkt ist Teil einer breiteren Infrastrukturagenda. SoftBank und OpenAI investierten gemeinsam 1 Mrd. US-Dollar in SB Energy, das mit Tech-Firmen am Ausbau von Rechenzentren in den USA arbeitet.
Außerdem kündigte SoftBank im Oktober 2025 eine Vereinbarung zur Übernahme der ABB-Robotik-Sparte an. Der Unternehmenswert liegt bei 5,375 Mrd. US-Dollar; das Closing wird – vorbehaltlich Genehmigungen – für Mitte bis Ende 2026 erwartet.
Parallel dazu wurde berichtet, dass PayPay und eine SoftBank-Einheit in den USA bis zu 1,1 Mrd. US-Dollar über einen IPO einsammeln wollten. Die Transaktion wurde laut Bericht jedoch wegen Marktvolatilität und des jüngsten Konflikts im Nahen Osten verschoben.
Im Kern läuft damit alles auf eine Frage hinaus: Trägt OpenAI perspektivisch genug zur Portfolio-Liquidität bei – etwa über einen Börsengang –, um den steigenden Kreditdruck wieder zu entschärfen?
S&P stellte in Aussicht, den Ausblick wieder anzuheben, falls sich die Liquidität im Portfolio durch IPOs (inklusive OpenAI) verbessert, die Portfolioqualität stabil bleibt und SoftBank seine LTV-Kennzahl über Asset-Verkäufe verbessert.
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