Vier Monate lang kein Betrieb — das ist die Konsequenz, die Thyssenkrupp aus dem anhaltenden Preisdruck durch asiatische Billigimporte zieht. Der Elektrostahlstandort im französischen Isbergues wird von Juni bis September vollständig abgeschaltet. Rund 600 Beschäftigte sind betroffen.

Importpreise unterhalb der Produktionskosten

Die Zahlen, die Firmenchef Angelo Di Martino nennt, sind drastisch: Seit 2022 haben sich die Importmengen in die EU verdreifacht und machen laut Unternehmensangaben mittlerweile mehr als die Hälfte des europäischen Marktvolumens aus. Importpreise lägen teils deutlich unterhalb der EU-Produktionskosten — Di Martino spricht von einer „ruinösen Importschwemme".

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Isbergues lief bereits seit Januar nur mit 50 Prozent Kapazität, nachdem der Standort zum Jahreswechsel schon einmal temporär stillstand. Für den deutschen Schwesterstandort Gelsenkirchen, ebenfalls rund 600 Beschäftigte, sind vergleichbare Maßnahmen vorerst nicht geplant.

Strategisches Produkt, strukturelles Problem

Das betroffene kornorientierte Elektroband ist kein Massenprodukt. Es steckt in Transformatoren, Umspannwerken und Windkraftanlagen — und ist damit ein Baustein der Energiewende. In Europa gibt es laut Thyssenkrupp nur noch zwei Hersteller dieses Spezialmaterials.

Langfristig sieht das Unternehmen durchaus Potenzial: Marktstudien prognostizieren eine Verdreifachung des globalen Bedarfs bis 2050. Das hilft kurzfristig allerdings wenig. Thyssenkrupp drängt deshalb auf schnelle Handelsschutzmaßnahmen der EU-Kommission — Gespräche laufen, konkrete Ergebnisse stehen aus.

Die Aktie hat das schwierige Umfeld längst eingepreist: Mit einem Minus von rund 27 Prozent seit Jahresbeginn und einem aktuellen Kurs von 7,40 Euro notiert sie weit unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 13,24 Euro. Ob die Stilllegung die Ertragslage stabilisiert, hängt entscheidend davon ab, wie schnell Brüssel handelt — und ob der Auftragseingang im zweiten Halbjahr anzieht.

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