Thyssenkrupp Aktie: Grüner Stahl, graue Aussichten
Henkel verpackt seinen Klebstoff künftig in CO₂-reduziertem Weißblech von Thyssenkrupp Rasselstein. Eine gute Nachricht — und doch nur ein kleines Licht in einem insgesamt trüben Marktumfeld für den Konzern.
Nachhaltigkeit als Wachstumsspur
Rasselstein, die Weißblech-Tochter von Thyssenkrupp, beliefert Henkel über den Metallverpackungshersteller Pirlo mit dem sogenannten „bluemint"-Stahl. Grundlage ist hochwertiger Stahlschrott, der die CO₂-Emissionen gegenüber konventionell produziertem Weißblech deutlich senkt. Die Emissionswerte sind DNV-zertifiziert. Langfristiges Ziel: eine klimaneutrale Produktion bis 2045. Dass bereits 94,3 Prozent der deutschen Weißblechverpackungen recycelt werden, stützt diesen Weg.
Das Segment Verpackungsstahl entwickelt sich damit zum stabilen Rückhalt — während anderswo der Druck wächst.
Zwei Belastungen, ein Konzern
Die EU-Kommission hat eine Untersuchung zu gestiegenen Importen von kornorientiertem Elektroband eingeleitet, einer Stahlsorte für Transformatoren. Im Visier stehen vor allem Lieferungen aus China. Sollten Marktverzerrungen bestätigt werden, könnten in vier bis fünf Monaten vorläufige Schutzmaßnahmen greifen — ein möglicher Entlastungsfaktor für europäische Hersteller. Der Kontext macht die Dringlichkeit deutlich: Die EU-Rohstahlproduktion sank 2025 auf 125,8 Millionen Tonnen, das monatliche Handelsbilanzdefizit bei Stahl stieg zuletzt auf rund zwei Millionen Tonnen.
Gleichzeitig leidet die klassische Stahlnachfrage unter der Schwäche der Automobilindustrie. Stellantis erwartet einen Verlust zwischen 19 und 21 Milliarden Euro und schreibt massiv auf seine Elektrostrategie ab. Die deutschen Autoexporte nach China sind seit 2022 um über 54 Prozent auf 13,6 Milliarden Euro eingebrochen — mit direkten Folgen für die Stahlnachfrage. Auch der Maschinenbau-Exportüberschuss schrumpfte zuletzt auf 2,8 Milliarden Euro.
An der Börse spiegelt sich die Gesamtlage unmissverständlich wider: Die Aktie notiert knapp über ihrem 52-Wochen-Tief und liegt seit Jahresbeginn rund 22 Prozent im Minus. Das Wachstum im Nachhaltigkeitssegment reicht bislang nicht aus, um die strukturellen Belastungen auf der Nachfrageseite zu kompensieren. Ob die erwarteten EU-Schutzmaßnahmen daran etwas ändern, zeigt sich spätestens im Sommer.
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