Ein solides Geschäftsjahr reicht an der Börse manchmal nicht aus, um Anleger zu beruhigen. Der Kölner Motorenbauer Deutz spürt derzeit die volle Wucht neuer US-Handelszölle, die das wichtige Nordamerikageschäft bedrohen. Während der Markt die Papiere massiv abstraft, stellen sich Analysten überraschend gegen den Trend und blicken auf völlig neue Wachstumsfelder.

Verantwortlich für den jüngsten Kursrückgang von gut 32 Prozent auf Monatssicht sind handfeste politische Gegenwinde. Rund 30 Prozent der US-Maschinenimporte aus der EU unterliegen inzwischen einem Zoll von 50 Prozent auf den Metallanteil. Das trifft Deutz doppelt. Eigene Exporte verteuern sich drastisch, gleichzeitig ordern amerikanische Bau- und Landmaschinenkunden weniger Motoren. CEO Sebastian Schulte verweist zwar darauf, dass US-Kunden nicht sofort auf lokale Konkurrenten ausweichen können. Die Stimmung im zyklischen Kerngeschäft ist dennoch spürbar eingetrübt. Erschwerend kam hinzu, dass die Prognose für die bereinigte EBIT-Marge 2026 mit 6,5 bis 8,0 Prozent die Markterwartungen leicht verfehlte. Aktuell notiert der Titel bei 8,39 Euro und sucht nach einem Boden.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Deutz AG?

Rüstung und Rechenzentren als Ausweg

Um sich aus der Abhängigkeit des klassischen Geschäfts zu lösen, forciert das Management den Umbau. Mit der im Februar abgeschlossenen Übernahme der Frerk Aggregatebau GmbH sicherten sich die Kölner einen Spezialisten für Notstromlösungen in Rechenzentren. Diese Sparte soll bis 2030 einen Umsatz von 500 Millionen Euro beisteuern. Gleichzeitig positioniert sich das Unternehmen für die europäische Aufrüstungswelle. Auf der Rüstungsmesse Eurosatory im Juni wird ein neues Powerpack für militärische Schwerstfahrzeuge präsentiert. Langfristig soll die Defense-Division zehn Prozent zum angestrebten Konzernumsatz von vier Milliarden Euro beitragen.

Diese strategische Diversifizierung kommt bei Finanzexperten gut an. Die DZ Bank hob den fairen Wert kürzlich von 9,30 auf 9,90 Euro an und verwies auf strukturelle Verbesserungen durch das laufende Kostenprogramm „Future Fit". Noch optimistischer zeigt sich die Quirin Privatbank. Sie rät mit einem Kursziel von 12,00 Euro zum Kauf und sieht in den neuen Wachstumssegmenten den zentralen Treiber für künftige Margen.

Am 7. Mai liefert das Management mit den Ergebnissen für das erste Quartal konkrete Fakten zur operativen Entwicklung unter dem Eindruck der neuen US-Zölle. Wenige Tage später, auf der Hauptversammlung am 13. Mai, entscheiden die Aktionäre formal über die vom Vorstand vorgeschlagene Dividendenanhebung auf 0,18 Euro je Anteilsschein.

Deutz AG-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Deutz AG-Analyse vom 31. März liefert die Antwort:

Die neusten Deutz AG-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Deutz AG-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 31. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Deutz AG: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...