Während Bundeskanzler Friedrich Merz in Kanada persönlich für einen 37 Milliarden Euro schweren U-Boot-Auftrag wirbt, kämpft der Essener Mutterkonzern an anderen Fronten mit tiefroten Zahlen. Die Rüstungstochter TKMS glänzt mit angehobenen Prognosen, während hohe Restrukturierungskosten im Stahlgeschäft tief in die Bilanz schneiden. Diese extreme Diskrepanz zwischen den Sparten prägt aktuell die Neubewertung des Industriegiganten.

Nucera zwischen Gewinnwarnung und Großauftrag

Die Wasserstofftochter Thyssenkrupp Nucera lieferte zur Wochenmitte ein widersprüchliches Bild. Einerseits schickte eine gekappte Gewinnprognose die Papiere zunächst auf Talfahrt. Andererseits zog das Management die untere Grenze für den erwarteten Auftragseingang im laufenden Geschäftsjahr deutlich an.

Treiber dieser konkreteren Erwartungshaltung ist ein neuer Auftrag des spanischen Energieunternehmens Moeve. Die Dortmunder sollen Elektrolyseure mit 300 Megawatt Kapazität für eine Anlage in Andalusien liefern. Das Volumen liegt im niedrigen dreistelligen Millionenbereich. Umsatzwirksam wird dieses Projekt allerdings größtenteils erst im Geschäftsjahr 2026/27, was kurzfristig wenig Entlastung für die Zahlen bringt.

Stahlkrise drückt das Konzernergebnis

Auf Konzernebene zeigt sich die Spaltung noch deutlicher. Im ersten Quartal verbuchte Thyssenkrupp einen Nettoverlust von 334 Millionen Euro. Verantwortlich dafür waren primär Restrukturierungskosten von 401 Millionen Euro bei Steel Europe. Der anhaltende Gegenwind spiegelt sich direkt im Kurs wider: Bei aktuell 7,93 Euro verzeichnet das Papier seit Jahresbeginn ein Minus von gut 18 Prozent.

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Einen starken Kontrapunkt setzt lediglich die Marine-Sparte TKMS. Eine verbesserte Bruttomarge von 17 Prozent und ein positiver Cashflow veranlassten das Management zu einer Erhöhung der Umsatzprognose. Gelingt es, den südkoreanischen Konkurrenten Hanwha Ocean im Rennen um das kanadische U-Boot-Programm auszustechen, winkt ein historischer Meilenstein für die Sparte.

Der Fahrplan für die Aufspaltung

Das Management steht nun unter Zugzwang, die Trennung der verschiedenen Geschäftsbereiche zügig abzuwickeln. Für die kommenden Monate hat der Konzern feste Fristen definiert:

  • Ende März 2026: Die Handelstochter Materials Services muss operative Fortschritte für die geplante Eigenständigkeit (Börsengang, Verkauf oder KGaA) vorweisen.
  • 12. Mai 2026: Veröffentlichung des Halbjahresberichts mit einem Update zur Transformation der drei Kernsparten.
  • 1. Juni 2026: Geplante Übertragung der HKM-Anteile aus der Stahlsparte an den Partner Salzgitter.

An dem Berichtsstichtag im Mai müssen Vorstand und Aufsichtsrat belegen, dass die Umstrukturierung nach Plan verläuft. Bis dahin bleibt die operative Stärke der Rüstungssparte der wichtigste Stabilisator für die schwächelnde Konzernbilanz.

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