Thyssenkrupp Aktie: Mitarbeiterzahlen konstant
Ein Großaktionär zieht sich zurück, der wichtigste Verkaufsdeal wackelt, und gleichzeitig liefert der Konzern operativ durchaus Substanz. Thyssenkrupp steckt tief im Umbau — und der Markt bewertet das gerade mit einem Abschlag von fast 40 Prozent gegenüber dem Oktober-Hoch von 13,24 Euro.
Amundi-Rückzug trifft einen Nerv
Den Kursrutsch auf das 52-Wochen-Tief löste keine Gewinnwarnung aus, sondern eine Stimmrechtsmeldung. Als der französische Asset-Manager Amundi am 13. März seinen Anteil von 5,22 auf 4,92 Prozent senkte und damit unter die Meldeschwelle fiel, brach die Aktie an einem einzigen Handelstag um bis zu zehn Prozent ein. Technisch gesehen war es eine marginale Veränderung. Die Signalwirkung war es nicht. Institutionelle Investoren gelten als geduldiges Kapital — wenn sie gehen, registriert der Markt das.
Jindal-Deal unter Druck, Plan B wartet
Der eigentliche Belastungsfaktor sitzt strukturell tiefer. Die Gespräche über den Verkauf der Stahlsparte an Indiens Jindal Steel International stocken. Interne Zweifel wachsen, ob ein Deal überhaupt zustande kommt — strittig ist vor allem, wie viel Finanzierung Jindal bereitstellen kann, um Thyssenkrupp Steel Europe durch den anhaltenden europäischen Stahlabschwung zu stützen. Zusätzlich fordert Jindal weitere Kostensenkungen, während die IG Metall ihre Zustimmung an gesicherte Arbeitnehmerinteressen knüpft.
Sollten die Gespräche scheitern, steht bereits eine Alternative bereit: Der US-Investmentfonds Flacks Group hat sein Interesse signalisiert.
Die Q1-Zahlen des laufenden Geschäftsjahres zeigen das Spannungsfeld deutlich. Einem Umsatz von 7,2 Milliarden Euro und einem bereinigten EBIT von 211 Millionen Euro steht eine Restrukturierungsbelastung von 401 Millionen Euro allein bei Steel Europe gegenüber — der Nettoverlust belief sich auf 334 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr rechnet das Management mit einem Nettoverlust zwischen 400 und 800 Millionen Euro.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Thyssenkrupp?
Lichtblicke: BMW-Deal und TKMS-Stärke
Aus der Stahlsparte kommt trotzdem ein operativer Erfolg: Ab 2026 bezieht BMW CO₂-reduzierten bluemint® recycled Stahl für die Serienproduktion des iX3, mit TÜV-Süd-verifizierten Einsparungen von 0,75 Tonnen CO₂ pro Tonne Warmband.
Stabiler Anker im Konzern bleibt die Rüstungstochter TKMS. Seit dem Börsengang im Oktober 2025 legte die Aktie rund 50 Prozent zu, der Auftragsbestand liegt bei 18,7 Milliarden Euro. Thyssenkrupp hält 51 Prozent.
Drei Termine entscheiden über den weiteren Weg
Der Kurs erholte sich zuletzt leicht — gestützt von einem neuen Auftrag für die Wasserstofftochter Nucera. Nachhaltig wird diese Bewegung aber erst, wenn drei konkrete Meilensteine überzeugen: Bis Ende März muss die Handelstochter Materials Services operative Verbesserungen nachweisen, die einen IPO oder Spin-off im Herbst 2026 begründen. Am 12. Mai folgt der Halbjahresbericht mit Updates zum Jindal-Status. Und am 1. Juni ist die geplante Übertragung des HKM-Anteils an Salzgitter angesetzt. Diese drei Termine werden zeigen, ob der Umbau Fahrt aufnimmt — oder ob der Abwärtsdruck bei aktuell 8,09 Euro anhält.
Thyssenkrupp-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Thyssenkrupp-Analyse vom 18. März liefert die Antwort:
Die neusten Thyssenkrupp-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Thyssenkrupp-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 18. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Thyssenkrupp: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...








