Der Besuch von Bundeskanzler Friedrich Merz in Indien bringt Thyssenkrupp einen der größten Aufträge der Konzerngeschichte. Die Marinesparte TKMS sichert sich einen U-Boot-Deal im Wert von rund 8 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig nimmt der Verkauf der kriselnden Stahlsparte konkrete Züge an.

Die wichtigsten Fakten:
- TKMS erhält Zuschlag für sechs U-Boote der Type-214-Klasse
- Auftragsvolumen: 8 Milliarden US-Dollar
- Verkauf der Stahlsparte an Jindal Steel wird konkret
- Aktie legt binnen sieben Tagen 9% zu

TKMS gewinnt Projekt-75I-Programm

Im Rahmen des Indien-Besuchs des Bundeskanzlers am 12. und 13. Januar erhält Thyssenkrupp Marine Systems den Zuschlag für das prestigeträchtige Projekt-75I der indischen Marine. Das Auftragsvolumen von etwa 6,8 Milliarden Euro macht den Deal zu einem der größten in der Geschichte des Konzerns.

Die sechs konventionellen U-Boote mit luftunabhängigem Antrieb werden bei Mazagon Dock Shipbuilders in Mumbai gefertigt. Der lokale Anteil steigt dabei von 45% auf 60%. Die erprobte Brennstoffzellen-Technologie der deutschen U-Boote gab den Ausschlag gegen den spanischen Wettbewerber Navantia.

Für die erst im Oktober 2025 an die Börse gebrachte TKMS, die seit Dezember im MDAX notiert, bedeutet der Auftrag eine langfristig gesicherte Auslastung. Der Auftragsbestand der Marinesparte überschreitet damit die Marke von 18 Milliarden Euro.

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Stahlverkauf nimmt Form an

Parallel rückt die Lösung für die defizitäre Stahlsparte näher. Die Verhandlungen mit Jindal Steel International über den Verkauf von Thyssenkrupp Steel Europe konkretisieren sich. Laut Berichten vom 7. Januar erwägen beide Seiten eine gestaffelte Transaktion.

Das diskutierte Modell sieht einen initialen Mehrheitserwerb von 60% durch Jindal vor. Die verbleibenden 40% würden später übernommen, abhängig vom Fortschritt der Restrukturierung. Diese Konstruktion verschafft Thyssenkrupp mehr Spielraum beim Umgang mit den rund 2,5 Milliarden Euro an Pensionsverpflichtungen.

Eine Jindal-Delegation soll im Januar für eine technische Prüfung des Duisburger Werks nach Deutschland reisen. CEO Miguel López bezeichnete Jindal als „optimale Lösung" für die Stahlsparte und verwies auf den bereits abgeschlossenen Tarifvertrag mit der IG Metall.

Einstieg in grünen Stahl

Am 12. Januar meldete Thyssenkrupp Materials Services einen mehrjährigen Liefervertrag mit dem schwedischen Produzenten Stegra. Ab 2027 bezieht Thyssenkrupp wasserstoffbasiert produzierten Stahl aus dem Werk in Boden. Die Vereinbarung verschafft dem Konzern frühzeitigen Zugang zu CO₂-armem Material – ein Vorteil angesichts verschärfter EU-Klimavorgaben.

Kurs über Durchschnitten

Die Aktie notiert bei 10,39 Euro und damit rund 10% über dem 50-Tage-Durchschnitt. Auf Jahressicht summiert sich das Plus auf 160%. Der RSI von 68,2 signalisiert ein aufgehelltes Sentiment, ohne bereits in den überkauften Bereich zu gelangen.

Am 30. Januar steht die Hauptversammlung mit einem Dividendenvorschlag von 0,15 Euro je Aktie an. Die Q1-Zahlen für das Geschäftsjahr 2025/2026 folgen am 12. Februar. Für das Gesamtjahr peilt der Konzern ein bereinigtes EBIT zwischen 500 und 900 Millionen Euro an.

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