Auf dem Papier sieht es nach einem echten Erfolg aus: Die Thyssenkrupp-Tochter Nucera zieht einen 300-Megawatt-Deal in Spanien an Land. Gleichzeitig zwingen hohe Kosten für den Wasserstoff-Hochlauf das Management jedoch zu einer spürbaren Korrektur der Jahresziele. Dieser strategische Spagat drückt die kurzfristige Bewertung und schickt das Papier auf Talfahrt.

Verantwortlich für den aktuellen Pessimismus ist ein Blick in die Bücher. Das Unternehmen revidierte die Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr auf 450 bis 550 Millionen Euro nach unten. Noch schwerer wiegt der erwartete operative Verlust (EBIT), der nun auf bis zu minus 80 Millionen Euro taxiert wird. Hohe Vorlaufkosten für die Produktion von grünem Wasserstoff sowie ein gestopptes Projekt in den USA fressen die Margen auf. Anleger quittierten diese Nachrichten prompt: Zum Wochenschluss rutschte der Kurs um knapp vier Prozent ab und markierte bei exakt 7,72 Euro ein neues 52-Wochen-Tief.

Spanien-Deal als Gegengewicht

Dem finanziellen Druck steht eine beachtliche operative Dynamik gegenüber. Mit dem spanischen Unternehmen Moeve wurde die Lieferung von 15 Elektrolyseuren für das Projekt „Onuba“ vereinbart. Die Anlage in Huelva soll zur größten Fabrik für grünen Wasserstoff in Südeuropa heranwachsen und unterstreicht die technologische Positionierung von Nucera in einem wachsenden, aber stark subventionsabhängigen Markt.

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Analysten werten die Gesamtlage dennoch vorsichtig. Goldman Sachs senkte das Kursziel leicht auf 9,00 Euro und behielt die Einstufung „Neutral“ bei. Die Experten kalkulieren damit, dass die Geschäftsentwicklung erst im Zeitraum 2025/26 ihren zyklischen Tiefpunkt erreichen wird.

Fokus auf die Pipeline

Der Wasserstoffmarkt bleibt ein volatiles Pflaster, wie auch kürzlich abgesagte Großprojekte der Konkurrenz in den Niederlanden zeigen. Während Aufträge wie in Spanien die Sichtbarkeit der Bücher erhöhen, belasten Vorinvestitionen massiv die Profitabilität. Bis die Skalierungseffekte der Elektrolyse-Sparte die Kosten überholen, müssen Anleger den aktuellen Transformationsschmerz aushalten. Die vorhandene Pipeline dient nun als entscheidender Puffer, um die prognostizierte Durststrecke bis 2026 operativ zu überbrücken.

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