Aktionäre der Wasserstoff-Tochter durchleben derzeit ein echtes Wechselbad der Gefühle. Einer überraschenden Gewinnwarnung samt gekappter Jahresziele folgte beinahe zeitgleich die Meldung über einen riesigen Auftrag aus Spanien. Am Markt sorgte diese widersprüchliche Nachrichtenlage für eine klare Reaktion, da die kurzfristigen Kostenprobleme die langfristigen Fantasien im Wasserstoffsektor komplett überlagern.

Ursächlich für den pessimistischen Ausblick sind unerwartet hohe Aufwendungen im Bereich des grünen Wasserstoffs. Das Management musste einräumen, dass an bereits ausgelieferten Modulen teure Optimierungen nötig sind. Erschwerend kommt hinzu, dass ein US-Kunde den Bau einer Anlage wegen unzureichender Renditeerwartungen gestoppt hat. Die Quittung folgte prompt: Das erwartete operative Ergebnis (EBIT) rutscht tiefer in die Verlustzone und wird nun bei minus 30 bis minus 80 Millionen Euro gesehen. Diese negative Überraschung drückte den ohnehin angeschlagenen Kurs weiter nach unten. Mit einem Schlusskurs von 8,03 Euro am Donnerstag nähert sich das Papier gefährlich dem 52-Wochen-Tief von 7,79 Euro an.

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Südeuropas größtes Wasserstoffprojekt

Fast im selben Atemzug versuchte das Unternehmen, mit einem operativen Erfolg gegenzusteuern. Der spanische Energiekonzern Moeve bestellte Elektrolyseure mit einer Kapazität von 300 Megawatt für die Anlage "Onuba" in Andalusien. Dieses Großprojekt soll künftig jährlich 45.000 Tonnen grünen Wasserstoff produzieren und ist nur die erste Phase eines umfassenden Ausbauplans in Südspanien.

In der Folge hob Nucera die Prognose für den Auftragseingang im kommenden Geschäftsjahr massiv auf 550 bis 850 Millionen Euro an. Die Anleger reagierten auf diese fundamentale Stärkung des Auftragsbuchs dennoch unterkühlt. Der Grund dafür liegt in der zeitlichen Verzögerung: Die tatsächlichen Umsätze aus diesem Deal werden größtenteils erst im Geschäftsjahr 2026/27 in die Bilanzen fließen und helfen bei den aktuellen Margenproblemen nicht weiter.

Konzernmutter unter Zugzwang

Auch im Hintergrund beim Mutterkonzern Thyssenkrupp läuft nicht alles nach Plan. Die umfassende Restrukturierung fordert ihren Tribut, was sich im ersten Geschäftsquartal in einem Nettoverlust von 334 Millionen Euro niederschlug – maßgeblich verursacht durch hohe Aufwendungen in der Stahlsparte. Marktbeobachter werten es als zusätzliches Warnsignal, dass die Verkaufsgespräche für das europäische Stahlgeschäft mit der indischen Jindal Steel bei wichtigen Finanzierungsfragen offenbar ins Stocken geraten sind.

Für Thyssenkrupp Nucera rückt nun das zweite Geschäftsquartal in den Fokus, in dem die angekündigten Zusatzkosten in niedriger zweistelliger Millionenhöhe verbucht werden müssen. Das Management steht in der Pflicht, die technischen Optimierungen bei den Elektrolyseuren zügig abzuschließen, um weitere Belastungen für die operative Marge im laufenden Jahr abzuwenden.

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