Thyssenkrupp zieht seine wohl größte Baustelle gleichzeitig hoch: Stahl neu ordnen, die Handelssparte auf mögliche Abspaltung oder Verkauf trimmen – und nebenbei die Kosten im Griff behalten. Genau diese Gemengelage sorgt für Skepsis am Markt. Entscheidend wird, ob der Konzern in den nächsten Wochen bei zwei Themen sichtbar vorankommt.

Am Freitag schloss die Aktie bei 9,23 Euro und damit 3,23% tiefer. Auf 7 Tage summiert sich das Minus auf 11,82% – ein klares Signal, dass Anleger den Umbau derzeit eher als Risiko denn als Chance einpreisen.

Stahlsparte: Verkaufsgespräche und hohe Umbaukosten

Im Zentrum steht Steel Europe. Für 2025/26 stellt der Konzern einen Nettoverlust von 400 bis 800 Mio. Euro in Aussicht – getrieben durch Restrukturierungsrückstellungen. Schon im ersten Quartal 2025/26 liefen 401 Mio. Euro Restrukturierungskosten auf, der Nettoverlust lag bei 334 Mio. Euro.

Parallel läuft die Due Diligence mit Jindal Steel International über einen möglichen Verkauf der Stahlsparte. Damit hängt ein zentraler Teil der Equity-Story an einem Prozess, der für Investoren vor allem eines ist: schwer planbar, aber kursrelevant.

Operativ versucht Steel Europe gegenzusteuern. Ab 2026 soll BMW CO₂-reduzierten „bluemint®“-Recycling-Stahl für die Serienproduktion des iX3 beziehen. Genannt werden TÜV-Süd-verifizierte Einsparungen von 0,75 Tonnen CO₂ pro Tonne Warmband. Für die Börse bleibt aber die Frage, wie schnell sich solche Initiativen in Ergebnissen niederschlagen.

Materials Services: Ergebnisdruck bis Quartalsende

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Die zweite Schlüsselbaustelle heißt Materials Services. Laut Reuters prüft Thyssenkrupp für die Handelssparte verschiedene Optionen – Spin-off, Börsennotierung oder vollständiger Verkauf – noch im laufenden Jahr. Ein möglicher IPO könnte im Herbst 2026 stattfinden.

Der Haken: Ein „definitiver Schritt“ soll laut Quelltext an eine verbesserte operative Performance geknüpft sein. Damit wird das laufende zweite Geschäftsquartal zum Nadelöhr – es endet Ende März. Schafft die Sparte hier nicht die erhoffte Verbesserung, dürfte das den strategischen Zeitplan ausbremsen.

Kursbild: Unter wichtigen Durchschnitten

Der Kurs liegt deutlich unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 10,71 Euro (Abstand: -13,78%). Auch zum 200-Tage-Durchschnitt (10,08 Euro) fehlt Luft nach oben. Gleichzeitig notiert die Aktie rund 30,30% unter dem 52-Wochen-Hoch von 13,24 Euro – der Markt verlangt also erst einmal Belege, dass der Umbau nicht nur Kosten produziert, sondern Wert freisetzt.

Konkret wird es beim nächsten Fixpunkt: Am 12. Mai 2026 legt Thyssenkrupp den Halbjahresbericht vor. Bis dahin dürfte sich vieles daran entscheiden, ob Materials Services bis Ende März operativ liefert und ob die Due Diligence mit Jindal erkennbar Richtung nächste Verhandlungsstufe rückt.

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