Thyssenkrupp Aktie: Jindal-Deal nimmt Konturen an
Der jahrelange Verkaufsprozess bei Thyssenkrupp Steel Europe könnte in die entscheidende Phase gehen. Berichten zufolge konkretisiert sich eine phasenweise Übernahme durch den indischen Stahlkonzern Jindal Steel International. Der Clou: Ein gestaffelter Deal könnte das Problem der hohen Pensionslasten entschärfen – ein Punkt, an dem frühere Verkaufsversuche regelmäßig gescheitert waren.
Die wichtigsten Fakten:
- Jindal soll zunächst 60 Prozent übernehmen, die restlichen 40 Prozent folgen später
- Rund 2,5 Milliarden Euro Pensionsverbindlichkeiten bleiben damit zunächst bei Thyssenkrupp
- Eine Jindal-Delegation plant für Januar einen Besuch im Duisburger Werk
- Die Aktie reagierte mit einem Plus von knapp fünf Prozent und führte den MDAX an
Gestaffelter Ansatz als Lösung?
Nach Informationen von Reuters sieht das diskutierte Modell vor, dass Jindal Steel zunächst eine Mehrheit von voraussichtlich 60 Prozent an Thyssenkrupp Steel Europe (TKSE) erwirbt. Die verbleibenden 40 Prozent würden später in ein oder zwei Tranchen folgen – abhängig vom Fortschritt der laufenden Restrukturierung.
Dieser Ansatz hat einen strategischen Hintergrund: Die rund 2,5 Milliarden Euro an Pensionsverbindlichkeiten, die an TKSE gebunden sind, haben potenzielle Käufer in der Vergangenheit regelmäßig abgeschreckt. Mit dem gestaffelten Verkauf bliebe Thyssenkrupp zunächst für diese Altlasten verantwortlich und bei der Sanierung weiter involviert.
Due Diligence läuft seit Oktober
Die technische und finanzielle Prüfung der Stahlsparte läuft bereits seit Oktober 2025. Jindal Steel hatte im September ein unverbindliches Angebot für Europas zweitgrößten Stahlproduzenten abgegeben. Im Januar soll nun eine Delegation für eine technische Überprüfung des Duisburger Werks anreisen – ursprünglich war der Besuch bereits für Dezember geplant gewesen.
Thyssenkrupp-Chef Miguel Lopez hatte Jindal Steel zuletzt als "optimalen Partner" für die Stahlsparte bezeichnet. Der umfassende Restrukturierungsplan mit Stellenabbau und Kapazitätsreduzierungen habe das Interesse der Inder geweckt. Gleichzeitig machte Lopez deutlich, dass es einen Plan B gebe, sollten die Verhandlungen scheitern.
Schwierige Ausgangslage bleibt
Die Rahmenbedingungen für einen Deal sind alles andere als einfach. Erst im Dezember hatte Thyssenkrupp angekündigt, die Elektrostahlproduktion in Europa vorübergehend einzustellen – begründet mit billigen Importen aus Asien. Rund 1.200 weitere Arbeitsplätze sind dadurch gefährdet.
Für das laufende Geschäftsjahr erwartet der Konzern einen Nettoverlust von bis zu 800 Millionen Euro, verursacht durch Rückstellungen für die Stahlrestrukturierung. Die Transformation bleibt damit kostspielig, unabhängig vom Ausgang der Jindal-Verhandlungen. Für Jindal Steel International wäre die Übernahme ein massiver Expansionsschritt nach Europa – der indische Stahlarm der Naveen Jindal Group hatte 2024 bereits den tschechischen Produzenten Vitkovice Steel übernommen.
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