Thyssenkrupp liefert in der operativen Arbeit gleich mehrere positive Nachrichten – und das ausgerechnet in einer Phase, in der der Konzern sein Portfolio neu sortieren will. Neue Aufträge in Stahl und Anlagenbau sowie Fortschritte in der Fertigungsdigitalisierung setzen Kontrapunkte zur laufenden Strukturdebatte. Können solche Meldungen die geplanten Weichenstellungen spürbar stützen?

BMW setzt auf „bluemint“-Stahl ab 2026

In der Stahlsparte hat Thyssenkrupp Steel einen Liefervertrag mit der BMW Group geschlossen. Im Laufe des Jahres 2026 soll CO2-reduzierter „bluemint“-Stahl in die Serienproduktion einfließen – konkret unter anderem für Außenkarosserie, Innenraumteile und Batteriegehäuse des BMW iX3.

Der Ansatz: ein hoher Anteil recycelten Materials und eine durch TÜV Süd verifizierte CO2-Einsparung gegenüber konventionellem Stahl. Grundlage ist ein massenbilanzierter Prozess, bei dem CO2-Reduktionen rechnerisch den Endprodukten zugerechnet werden. Für Autobauer ist das vor allem praktisch, weil der emissionsreduzierte Stahl in der Serie eingesetzt werden kann, ohne zwingend bestehende Verarbeitungsprozesse umzustellen.

Auftrag in Kanada und KI-Schub in der Fertigung

Parallel meldet Thyssenkrupp Uhde einen neuen Auftrag in Nordamerika. Nova Sustainable Fuels (NSF) hat den Anlagenbauer mit einer Integrations- und Optimierungsstudie für ein Biomass-to-Methanol-Projekt in Nova Scotia (Kanada) beauftragt. Uhde bringt dabei Know-how in Feststoffvergasung und der Einbindung von grünem Wasserstoff ein.

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Das Projekt ist langfristig getaktet: Eine erste Umweltgenehmigung liegt seit Dezember 2025 vor, der Baubeginn ist für 2028 geplant, die Inbetriebnahme für 2031.

Zusätzlich treibt der Konzern die Automatisierung voran: Thyssenkrupp Automotive Body Solutions ist dem Innovation Park Artificial Intelligence (IPAI) beigetreten. Ziel ist, KI-gestützte und roboterbasierte Systeme schneller zur Marktreife zu bringen.

Warum das für die Konzernpläne relevant ist

Die operativen Fortschritte fallen in eine sensible Phase. Für Materials Services prüft das Management verschiedene Verselbstständigungsoptionen – operative Verbesserungen bis Ende März gelten dabei als wichtige Voraussetzung für weitere Schritte. Zudem läuft eine Due-Diligence-Prüfung mit Jindal Steel International über einen möglichen Verkauf des europäischen Stahlgeschäfts. Vor diesem Hintergrund unterstreichen die neuen Verträge und Projekte vor allem eines: Die Sparten bleiben handlungsfähig, während auf Konzernebene die Struktur neu geordnet wird.

Am Markt spiegelt sich der Druck dennoch in der jüngsten Entwicklung: Mit 9,47 Euro notiert die Aktie heute 1,66% tiefer, auf Sicht von sieben Tagen steht ein Minus von rund 12% zu Buche. Entscheidend dürfte kurzfristig sein, ob Thyssenkrupp die angekündigten operativen Verbesserungen bis Ende März liefert – weil daran konkrete nächste Schritte bei Materials Services geknüpft sind.

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