Nach einer beeindruckenden Rallye kehrt bei Thyssenkrupp Ernüchterung ein. Die britische Investmentbank Barclays sorgt mit einer deutlichen Herabstufung für Unruhe und würgt die jüngste Aufwärtsbewegung abrupt ab. Anleger müssen nun abwägen: Ist die Verkaufsempfehlung der Startschuss für eine größere Korrektur oder eine gesunde Atempause im übergeordneten Aufwärtstrend?

  • Analysten-Votum: Barclays stuft auf "Sell" herab und belastet die Stimmung.
  • Kursreaktion: Die Aktie gab bereits gestern deutlich nach.
  • Sektor-Impuls: Übernahmeangebot bei Konkurrent Klöckner & Co zeigt dennoch Interesse an der Branche.
  • Jahresbilanz: Trotz Rücksetzer notiert das Papier auf 12-Monats-Sicht über 140 % im Plus.

Barclays drückt auf die Bremse

Auslöser für den Stimmungswechsel ist eine Neubewertung durch die Analysten von Barclays, die am 19. und 20. Januar bekannt wurde. Die Experten senkten ihre Einstufung für den Industriekonzern auf "Sell" beziehungsweise "Underweight". Diese skeptische Haltung trifft das Unternehmen in einer sensiblen Phase, in der die Restrukturierung der Stahlsparte und die Verhandlungen über einen Einstieg des indischen Partners Jindal noch nicht abgeschlossen sind.

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Der Markt reagierte prompt auf die Warnung: Die Aktie geriet unter Verkaufsdruck und notiert aktuell bei 10,03 Euro. Damit hat sich der Kurs spürbar von seinem 52-Wochen-Hoch bei 13,24 Euro entfernt. Neben der Analystenmeinung belasten Sorgen vor einer verschärften US-Zollpolitik das Sentiment. Diese makroökonomischen Risiken könnten das exportorientierte Stahlgeschäft treffen, das ohnehin unter der schwachen Nachfrage in Europa leidet.

Geteiltes Echo und Übernahmefantasie

Die Einschätzung von Barclays steht nicht allein, verschiebt den Konsens jedoch ins vorsichtigere Lager. Während die Baader Bank weiterhin Potenzial sieht, äußern sich Morgan Stanley kritisch und die Deutsche Bank neutral. Trotz der aktuellen Schwäche bleibt das langfristige Bild bemerkenswert: Mit einem Plus von gut 141 % auf Sicht von zwölf Monaten gehört die Aktie weiterhin zu den starken Performern, auch wenn die Volatilität mit über 73 % hoch bleibt.

Interessanterweise liefert der Sektor selbst ein positives Signal: Ein Übernahmeangebot des US-Konzerns Worthington Steel für den Konkurrenten Klöckner & Co deutet darauf hin, dass strategische Investoren trotz konjunktureller Gegenwinde Substanzwert in europäischen Stahlwerten erkennen.

Ausblick

Der Fokus der Anleger richtet sich nun auf den 12. Februar 2026. An diesem Datum wird Thyssenkrupp die Zahlen für das erste Quartal vorlegen und muss beweisen, wie widerstandsfähig die Geschäftsmodelle im aktuellen Umfeld sind. Bis dahin dürften Nachrichten zum geplanten Teilverkauf der Stahlsparte an Jindal die Richtung vorgeben. Charttechnisch liegt ein Augenmerk auf dem 50-Tage-Durchschnitt bei 9,53 Euro, der im Falle weiterer Abgaben als Unterstützung dienen könnte.

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