Thyssenkrupp Aktie: Abstand wahren!
Drei parallele Großprozesse, ein angekündigter Milliardenverlust und eine Aktie, die rund 31 Prozent unter ihrem Oktober-Hoch notiert: Thyssenkrupp steckt mitten in der tiefgreifendsten Umstrukturierung der Unternehmensgeschichte. Ob die Transformation schnell genug greift, wird sich schon bald zeigen.
Stahl, Handel, Wasserstoff – alles gleichzeitig
Im Zentrum steht der mögliche Verkauf der Stahlsparte an Jindal Steel International. Die Due-Diligence-Prüfung läuft bereits. Vorangegangen waren ein Tarifvertrag zur Stahl-Neuausrichtung im Dezember 2025 und ein Term Sheet mit Salzgitter im Februar 2026. Letzteres regelt den geplanten Übergang der HKM-Anteile an Salzgitter zum 1. Juni 2026.
Die Zahlen des ersten Quartals 2025/26 verdeutlichen den Druck: Bei 7,2 Milliarden Euro Umsatz und einem bereinigten EBIT von 211 Millionen Euro drückten Restrukturierungskosten von 401 Millionen Euro allein bei Steel Europe das Ergebnis auf einen Nettoverlust von 334 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr erwartet der Konzern einen Nettoverlust zwischen 400 Millionen und 800 Millionen Euro.
Parallel dazu muss die Handelstochter Materials Services bis Ende März operative Verbesserungen vorweisen – eine Voraussetzung dafür, dass der Konzern die nächsten Portfolioschritte definieren kann. Die Einheit mit 11,4 Milliarden Euro Jahresumsatz und über 15.000 Mitarbeitern könnte per Spin-off, Börsengang oder Verkauf verselbstständigt werden. Ein IPO im Herbst 2026 gilt als konkrete Option.
Einen weiteren Rückschlag gab es beim Thema grüner Stahl: Das laufende Ausschreibungsverfahren für grünen Wasserstoff wurde pausiert, weil die eingegangenen Angebote laut Unternehmensangaben „deutlich höher" als erwartet ausfielen. Der Bau der Direct-Reduction-Iron-Anlage in Duisburg geht dennoch weiter – das Projekt ist so ausgelegt, dass es auch mit Erdgas betrieben werden kann und den CO₂-Ausstoß gegenüber traditionellen Hochöfen um rund 50 Prozent senken würde.
Marinegeschäft als ruhiger Pol
Einen Gegenpol zur Konzernunruhe bildet Thyssenkrupp Marine Systems. Seit Oktober 2025 eigenständig börsennotiert und seit Dezember im MDAX, hält Thyssenkrupp noch 51 Prozent. Mit einem Auftragsbestand von 18,7 Milliarden Euro zum Jahresende 2025 liefert die Marinesparte Planungssicherheit – ein deutlicher Kontrast zur Lage im übrigen Konzern.
Am Aktienmarkt spiegelt sich die Gesamtbelastung wider. Hohe Energiepreise und eine schwache Stahlnachfrage belasten die gesamte europäische Branche – Salzgitter, voestalpine und ArcelorMittal verzeichneten zuletzt ähnliche Kursverluste. Thyssenkrupp ist damit kein Einzelfall, aber angesichts des laufenden Umbaus besonders exponiert.
Am 12. Mai 2026 veröffentlicht der Konzern den Halbjahresbericht. Der Markt wird dann vor allem drei Dinge bewerten: den Stand der Jindal-Verhandlungen, die operativen Fortschritte bei Materials Services und die Vorbereitung des HKM-Anteilsübergangs. Bis dahin bleibt der Konzernumbau der entscheidende Kurstreiber.
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