Emerald Horizon vor geplantem ATX-Prime-Listing: Thorium-Ticket und Pre-IPO-Kapitalerhöhung im Detail
In der 28. Folge des Private Investor Relations Podcasts auf Audio-CD widmet sich Moderator Christian Drastil einem Unternehmen, das zwar noch nicht an der Börse notiert, sich aber offensiv als Börsekandidat positioniert hat: die Emerald Horizon AG mit Sitz in Graz. Philipp Pölzl, Vice President Operations des Unternehmens, beantwortet darin zentrale Fragen zu den aktuellen Investmentmöglichkeiten und dem geplanten Listing.
Was Anleger derzeit wissen müssen: Die Emerald Horizon AG bietet vor ihrem anvisierten Börsengang im 2. Quartal 2026 zwei unterschiedliche Beteiligungsinstrumente an – ein Wandeldarlehen namens „Thorium-Ticket" und eine klassische Pre-IPO-Kapitalerhöhung. Beide Wege unterscheiden sich fundamental in Struktur, Mindestinvestment und Risikoprofil. Der Countdown auf der Unternehmenshomepage läuft für die Pre-IPO-KE..
Thorium-Ticket vs. Pre-IPO-Kapitalerhöhung: Zwei Wege, ein Ziel
Die beiden Investmentinstrumente richten sich an unterschiedliche Anlegertypen und verfolgen verschiedene Mechaniken. Das Thorium-Ticket ist ein Wandeldarlehen. Es gibt dem Darlehensgeber das Recht – ausdrücklich nicht die Pflicht –, den Darlehensbetrag im Mai 2029 zu einem bereits jetzt festgelegten Preis pro Aktie in Aktien der Emerald Horizon AG zu wandeln. Wird dieses Wandlungsrecht nicht ausgeübt, erhält der Darlehensgeber seinen Betrag zurück. Das Wandeldarlehen ist unverzinst. Pölzl beschreibt das Instrument als „quasi ein Call auf die Emerald Horizon".
Der Preis für ein einzelnes Thorium-Ticket liegt bei 1.011,05 Euro, wobei das darin enthaltene Wandlungsrecht auf eine Emerald-Aktie gerichtet ist. Der gewählte Faktor von 1,33 im Pricing spiegelt den Aufschlag wider, den Investoren für das Optionsrecht zahlen.
Die Pre-IPO-Kapitalerhöhung hingegen ermöglicht es Investoren, sich bei einem Mindestinvestment von 100.000 Euro direkt an der Emerald Horizon AG zu beteiligen und somit noch vor dem geplanten Börsenlisting Aktionär zu werden. Das ist der entscheidende Unterschied: Wer über die Kapitalerhöhung einsteigt, hält sofort Aktien. Wer ein Thorium-Ticket erwirbt, hält zunächst nur ein Darlehen mit einer Wandlungsoption.
Volumina und Verfügbarkeit: Knappe Thorium-Tickets, große Kapitalerhöhung
Die Dimensionen der beiden Instrumente unterscheiden sich erheblich. Das Gesamtvolumen der Kapitalerhöhung(en) bis zum geplanten Börsenlisting beträgt bis zu 75 Millionen Euro. Thorium-Tickets werden dagegen maximal im Ausmaß von 2 Millionen Euro platziert – ein vergleichsweise kleines Volumen. Zum Zeitpunkt des Podcasts waren davon nur noch rund 600.000 Euro verfügbar, was darauf hindeutet, dass bereits ein Großteil der Tickets platziert wurde.
Bemerkenswert ist auch der Hinweis, dass es voraussichtlich vor dem geplanten Börsengang noch eine weitere Kapitalrunde geben wird, die allerdings institutionellen Investoren vorbehalten sein soll. Die aktuell laufende Kapitalerhöhung, auf die sich auch der Countdown auf der Homepage bezieht, richtet sich also noch an ein breiteres Investorenpublikum – wenn auch mit der Hürde eines sechsstelligen Mindestinvestments.
Wandlungsrecht: Kein amerikanischer Call
Ein wichtiges Detail betrifft die Ausgestaltung des Wandlungsrechts beim Thorium-Ticket. Anders als bei amerikanischen Optionen, die jederzeit ausgeübt werden können, ist die Wandlung an bestimmte Ereignisse gebunden. Eine Wandlung kann laut Pölzl nur stattfinden, wenn es zu einem IPO kommt – wobei er ausdrücklich betont, dass damit ein vollwertiger Börsengang gemeint ist, nicht lediglich ein Listing – oder spätestens im Mai 2029. Diese Einschränkung hat auch praktische Konsequenzen: Eine Einbuchung in Depots vor dem Listing erfolgt nur für die Aktien der bestehenden Aktionäre, nicht für die Thorium-Ticket-Inhaber.
Das Thorium-Ticket ist zudem ein Darlehen an die österreichische Emerald Horizon AG und hat, wie Pölzl klarstellt, nichts mit der US-amerikanischen Tochtergesellschaft zu tun. In früheren Berichten war von ev. zwei Börsegängen die Rede – einem für den Nuclear-Bereich in den USA und einem Non-Nuclear-Listing eventuell in Wien. Zu einem möglichen US-Börsengang wollte Pölzleis keine näheren Details bekannt geben.
Listing-Struktur: Kein öffentliches Angebot, kein Lock-up
Der für das zweite Quartal 2026 geplante Börsengang wird nach aktuellem Stand als reines Listing der dann vorhandenen Aktien gestaltet – ohne zusätzliches öffentliches Angebot von neuen Aktien. Es handelt sich also nicht um ein klassisches IPO mit Primärmarktangebot, sondern um die Zulassung der bereits bestehenden Aktien zum Handel. Dazu gehören auch die Aktien, die im Rahmen der Pre-IPO-Kapitalerhöhung ausgegeben werden.
Für bestehende Aktionäre und Zeichner der Pre-IPO-Kapitalerhöhung wird es keinen Lock-up geben. Das bedeutet, dass sämtliche Aktionäre ihre Anteile ab dem ersten Handelstag frei veräußern könnten – ein Punkt, den potenzielle Investoren bei ihrer Einschätzung der Angebots- und Nachfragesituation nach dem Listing berücksichtigen sollten.
Das angestrebte Börsensegment ist der ATX Prime, der Fließhandel voraussetzt. Das geplante Listing wird von einer Bank begleitet, und es sollen voraussichtlich drei Market Maker für die nötige Liquidität sorgen. Namen konnte Pölzl zum Zeitpunkt der Beantwortung noch nicht nennen.
Bewertung und Streubesitz: Pre-Money bei 790 Millionen Euro
Die Pre-Money-Bewertung der aktuellen Kapitalerhöhung liegt bei 790 Millionen Euro. Bei einem geplanten Kapitalerhöhungsvolumen von bis zu 75 Millionen Euro würde die Post-Money-Bewertung entsprechend höher ausfallen. Der erwartete Streubesitz nach dem Listing soll voraussichtlich etwas über 25 Prozent liegen – die Anforderung, die im ATX Prime üblicherweise relevant ist.
Diese Kennzahlen ordnen die Emerald Horizon AG im Falle eines erfolgreichen Listings unter den mittelgrossen Werten an der Wiener Börse ein. Die finale Market Cap wird vom tatsächlichen Umfang der Kapitalerhöhungen abhängen.
Zusammenfassung: Die wichtigsten Fakten auf einen Blick
Die Emerald Horizon AG bereitet sich mit zwei Instrumenten auf ihr geplantes ATX-Prime-Listing im zweiten Quartal 2026 vor. Das Thorium-Ticket als unverzinstes Wandeldarlehen mit einem Stückpreis von rund 1.011 Euro und einem Gesamtvolumen von maximal 2 Millionen Euro ist bereits weitgehend platziert. Die Pre-IPO-Kapitalerhöhung mit einem Mindestinvestment von 100.000 Euro und einem Gesamtvolumen von bis zu 75 Millionen Euro läuft aktuell. Die Pre-Money-Bewertung liegt bei 790 Millionen Euro, ein Lock-up ist nicht vorgesehen, und der Streubesitz soll über 25 Prozent betragen. Drei Market Maker und eine begleitende Bank sollen das Listing absichern. Am 16. April wird Emerald Horizon beim ersten Monthly Main Event des Podcasts präsent sein, dessen Ausstrahlung für den 17. April angekündigt ist.








