Der Abgang von CEO Alex Chriss und die gleichzeitige Rücknahme der Finanzziele für 2027 haben PayPal im Februar in eine ernste Lage gebracht. Nun folgen die rechtlichen Konsequenzen: Mehrere Sammelklagen laufen vor US-Bundesgerichten — und die Frist für Investoren rückt näher.

Was die Kläger vorwerfen

Im Kern der Klagen steht der 3. Februar 2026. An diesem Tag gab PayPal bekannt, dass Chriss das Unternehmen sofort verlässt, weil seine Arbeit „nicht den Erwartungen des Vorstands" entsprochen habe. Gleichzeitig räumte das Unternehmen ein, dass die Entwicklung im Bereich Branded Checkout hinter den Zielen zurückgeblieben sei — und zog die 2027er-Finanzprognosen zurück, die noch Anfang 2025 als Wachstumsversprechen an den Markt kommuniziert worden waren.

Die Kläger argumentieren, dass PayPals Vertriebsorganisation schlicht nicht in der Lage war, die ambitionierten Ziele umzusetzen. Besonders im Wettbewerb mit Apple Pay und anderen Anbietern habe das Unternehmen unterschätzt, wie viel Integrationsaufwand Großhändler tatsächlich benötigen. Die Klagen behaupten, das Management habe angenommen, Händler würden die Technologie allein wegen der Conversion-Vorteile in großem Maßstab übernehmen — eine Fehlkalkulation, die sich in den Zahlen niedergeschlagen hat.

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Die Aktie verlor am 3. Februar innerhalb eines Handelstages rund 20 Prozent und vernichtete dabei mehr als zehn Milliarden Dollar an Marktkapitalisierung. Investoren, die zwischen dem 25. Februar 2025 und dem 2. Februar 2026 PayPal-Aktien gehalten haben, können bis zum 20. April 2026 den Status als Hauptkläger beantragen.

Neues Führungspersonal, offene Fragen

Parallel zu den juristischen Entwicklungen versucht PayPal, personell Stabilität zu signalisieren. Seit dem 1. März 2026 führt Enrique Lores, ehemaliger CEO von HP, das Unternehmen. Am 25. März wurde zudem Alyssa Henry, frühere CEO von Block's Square-Geschäft, als zwölftes Mitglied in den Aufsichtsrat berufen. Henry übernimmt Sitze im Vergütungs- sowie im Risiko- und Compliance-Ausschuss — letzteres angesichts der laufenden Klagen keine unwichtige Rolle.

Gail J. McGovern, seit 2010 im Gremium, wird beim Aktionärstreffen im Mai nicht zur Wiederwahl antreten. Das Unternehmen betonte, ihr Abgang stehe in keinem Zusammenhang mit internen Meinungsverschiedenheiten.

Die Aktie notiert aktuell rund 27 Prozent unterhalb ihres 200-Tage-Durchschnitts — ein Niveau, das den anhaltenden Vertrauensverlust der vergangenen Monate widerspiegelt. Ob die Neubesetzungen im Vorstand und die Agenda von Lores, der „Fokus und Umsetzung" als Prioritäten nennt, ausreichen, um das Vertrauen der Investoren vor dem Aktionärstreffen im Mai zurückzugewinnen, wird sich spätestens dann zeigen.

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