Tesla stellt gerade gleich mehrere Weichen neu – und keine davon ist trivial. Während die US-Verkehrsaufsicht zusätzliche Daten zu möglichen Verkehrsverstößen durch Full Self-Driving (FSD) anfordert, baut der Konzern parallel an zwei großen Zukunftsthemen: Robotaxis und humanoide Roboter. Kann Tesla diesen Spagat aus Regulierung und Technologie-Offensive sauber hinbekommen?

NHTSA erhöht den Druck bei FSD

Bis spätestens 9. März 2026 soll Tesla der US-Behörde NHTSA umfangreiche Crash- und Telemetriedaten liefern – darunter Video, Event-Data-Recorder-Daten und CAN-Bus-Dateien. Der Termin ist bereits das Ergebnis einer zweiten Fristverlängerung. Heikel daran: Die NHTSA untersucht im Rahmen einer Vorprüfung (gestartet am 7. Oktober 2025) 58 Vorfälle, die Fahrzeugen im FSD-Betrieb zugeordnet werden. Genannt werden unter anderem Situationen, in denen Autos rote Ampeln überfahren oder in den Gegenverkehr geraten sein sollen.

Tesla begründete Verzögerungen zuletzt mit dem Aufwand der Datenauswertung. Mitte Januar teilte das Unternehmen der Behörde mit, dass 8.313 Datensätze manuell geprüft werden müssten und man nur rund 300 pro Tag schaffe. Gleichzeitig verwies Tesla auf mehrere parallele Untersuchungen, die die Qualität und Geschwindigkeit der Antworten belasten würden.

Zusätzliche Brisanz entsteht durch den Robotaxi-Betrieb in Austin: Dort laufen seit dem 22. Januar „unüberwachte“ Fahrten – mit dem gleichen FSD-Software-Stack, der nun regulatorisch unter der Lupe steht. Laut NHTSA-Daten war die Flotte seit dem Start (Juni 2025) in mindestens 14 Vorfälle verwickelt. Außerdem stieg die Zahl dokumentierter Verstöße bis Dezember auf 80 (ein Plus von 60%) – gespeist aus Fahrerbeschwerden, Tesla-Meldungen und Medienberichten.

Abschied von Model S/X – Platz für Optimus

Parallel zur Regulierungsfront treibt Tesla einen tiefen Umbau in der Produktion voran: CEO Elon Musk bestätigte im Rahmen des Earnings Calls, dass die Fertigung von Model S und Model X auslaufen soll. Geplant ist, die Produktion im nächsten Quartal herunterzufahren. In Fremont soll die bisherige S/X-Linie zu einer Fabrik für den humanoiden Roboter Optimus umgebaut werden – mit einer anvisierten Kapazität von 1 Million Einheiten pro Jahr.

Der Schritt wirkt auch deshalb logisch, weil die Bedeutung der teureren „Other Models“ zuletzt klein war: In Q4 2025 kam diese Gruppe (Model S, Model X, Cybertruck, Semi) zusammen auf 11.642 Fahrzeuge, während Model 3 und Model Y 406.585 Einheiten erreichten. In Summe sind das nur 2,8% der Auslieferungen. Tesla spricht damit weniger von einem Ausstieg aus dem Autogeschäft als von einer Prioritätenverschiebung hin zu Produkten mit besseren Margen – und zu Themen, die die Bewertung an der Börse stärker treiben.

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Beim Roboterprogramm soll es 2026 konkret werden: Für Q1 2026 ist die Vorstellung von Optimus Gen 3 angekündigt, bezeichnet als erstes Design „für die Massenproduktion“. Der Produktionsstart der ersten Linie ist laut Plan vor Ende 2026 vorgesehen.

Europa-Offensive: FSD-Demos, Semi und Ladeinfrastruktur

Trotz der US-Untersuchung drückt Tesla in Europa aufs Tempo. Das Unternehmen verlängerte sein FSD-(Supervised)-Mitfahrprogramm um drei Monate: Kostenlose Demos sollen nun bis 31. März 2026 in Deutschland, Frankreich und Italien laufen. Hintergrund: In Europa bremst bislang vor allem die Typzulassung. Als zentraler regulatorischer Hebel wird die niederländische Behörde RDW genannt, die als Gatekeeper für eine breitere EU-Rollout-Strategie gilt. Eine Ausweitung auf weitere Märkte wie Schweden, Norwegen, Großbritannien und mehr wird für später 2026 erwartet.

Auch beim schweren Lkw wird Europa vorbereitet: Der Tesla Semi soll in Nordamerika ab März 2026 in die Serienproduktion gehen (Giga Nevada). Tesla arbeitet laut Bericht parallel an der Anpassung für europäische Homologationsanforderungen – ein Marktstart 2026 wird als Möglichkeit genannt, im Kontext bestehender kommerzieller Beziehungen (u.a. DHL). Dazu passt, dass Tesla in Deutschland Rollen für kommerzielle Geschäftsentwickler aufbaut, um Hochleistungs-Ladeinfrastruktur rechtzeitig bereitzustellen.

Zum Bild an der Börse: Die Aktie steht kurzfristig unter Druck und notiert bei 332,45 € (heute -2,41%). Fundamentalseitig zeigt Q4 2025 ein gemischtes Bild: Gesamtumsatz -3% zum Vorjahr, Auto-Umsatz -11%, während Energie (+25%) und Services (+18%) zulegten – bei gleichzeitig deutlich verbesserter Bruttomarge.

Am 9. März wird es nun konkret: Dann muss Tesla die angeforderten FSD-Daten bei der NHTSA abliefern. Kurz danach folgen mit der angekündigten Optimus-Gen-3-Vorstellung in Q1 und der Semi-Serienproduktion ab März die nächsten operativen Meilensteine – genau jene Punkte, an denen sich Teslas Wandel vom Autobauer zur KI- und Robotikplattform messen lassen muss.

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