Tesla steht vor einem seltenen Einschnitt: Erstmals in der Unternehmensgeschichte droht ein Rückgang beim Jahresumsatz. Gleichzeitig versucht CEO Elon Musk, die Story von reiner E-Auto-Wachstumsmaschine zu einem KI- und Robotik-Konzern zu drehen. Entscheidend ist damit weniger, wie schwach das Jahr 2025 abgeschlossen wurde, sondern ob Tesla die Anleger von dieser neuen Erzählung überzeugen kann.

Umsatzdruck und nachlassende Auslieferungen

Heute nach US-Börsenschluss legt Tesla die Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2025 vor. Aus Marktsicht ist das mehr als ein Routine-Update: Die Erwartungen deuten auf einen klaren Bruch mit der bisherigen Wachstumsspur hin.

Analysten an der Wall Street rechnen für das vierte Quartal mit einem Umsatz von rund 24,79 Milliarden US‑Dollar. Das wäre ein Rückgang von etwa 3,6 % gegenüber dem Vorjahr. Beim Gewinn je Aktie (EPS) werden im Schnitt 0,45 US‑Dollar erwartet.

Noch wichtiger: Auch auf Jahressicht dürfte es nach unten gehen. Die Konsensschätzungen für 2025 liegen bei rund 95 Milliarden US‑Dollar Umsatz – ein Minus von etwa 2,8 % im Vergleich zu 2024. Damit würde Tesla zum ersten Mal überhaupt ein Jahr mit sinkenden Erlösen ausweisen.

Der Rückgang spiegelt sich bereits in den ausgelieferten Fahrzeugen wider. Im vierten Quartal kamen die Auslieferungen auf 418.227 Fahrzeuge, ein Minus von 16 % im Jahresvergleich. Für das Gesamtjahr 2025 summierten sich die Auslieferungen auf 1,63 Millionen Fahrzeuge – ebenfalls unter dem Vorjahresniveau. Preisdruck, härterer Wettbewerb und eine abkühlende Nachfrage nach E‑Autos schlagen damit direkt auf die Bilanz durch.

Führungswechsel und strategische Weichenstellung

Parallel zu den schwächeren Auslieferungszahlen gab es im Herbst 2025 auffällige Personalbewegungen. Im November kündigten zwei zentrale Programmleiter ihren Abschied an: Siddhant Awasthi, verantwortlich für Cybertruck und Model 3, sowie Emmanuel Lamacchia, Programmchef des Model Y. Für ein Unternehmen, dessen Kern bislang im Volumengeschäft mit diesen Baureihen lag, ist das ein bemerkenswertes Signal.

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Gleichzeitig treibt Tesla den Umbau hin zu Software, Autonomie und Robotik voran. Ein zentraler Baustein ist die Neuausrichtung des Fahrassistenzpakets „Full Self‑Driving“ (FSD). Ab dem kommenden Monat soll FSD nur noch im Abo angeboten werden. Damit verlagert Tesla Einnahmen von einmaligen Lizenzverkäufen hin zu laufenden Software-Umsätzen – ein Schritt, den viele Marktbeobachter als Vorbereitung auf ein stärker softwaregetriebenes Geschäftsmodell sehen.

Hinzu kommt der Start eines Pilotprogramms für fahrerlose Robotaxi-Fahrten in Austin, Texas. Dort testet Tesla sogenannte „unsupervised“ Fahrten, also Fahrten ohne aktive Überwachung durch einen Menschen im Fahrzeug. Aus Berichten vor Ort geht allerdings hervor, dass diese Fahrzeuge bisher nur vereinzelt im Straßenbild zu sehen sind. Von einem breiten, skalierbaren Einsatz ist Tesla damit noch ein gutes Stück entfernt.

Worauf der Markt jetzt wirklich schaut

Trotz der operativen Bremsspuren zeigte sich die Tesla-Aktie im Verlauf des heutigen Mittwochs zunächst relativ stabil und pendelte um die Marke von 392,90 Euro. Auf Sicht von 30 Tagen steht allerdings ein Rückgang von rund 14,5 % zu Buche, was den anhaltenden Druck widerspiegelt. Optionenpreise signalisieren zudem, dass der Markt nach den Zahlen mit deutlichen Kursschwankungen rechnet.

Anleger dürften deshalb weniger auf die historischen Auslieferungs- und Umsatzwerte achten, sondern auf das, was Tesla für die kommenden Jahre in Aussicht stellt. Im Fokus stehen dabei vor allem drei Bereiche:

  • Investitionen in KI-Infrastruktur:
    Der Kapitalaufwand (Capex) soll 2026 auf etwa 11 Milliarden US‑Dollar steigen, nach geschätzten 9,5 Milliarden US‑Dollar im Jahr 2025. Das zusätzliche Geld soll insbesondere in Rechenzentren und KI-Infrastruktur fließen, die für Autonomie, Robotaxis und Robotik entscheidend sind.

  • Humanoider Roboter „Optimus“:
    Anleger erwarten ein Update zum Zeitplan. Tesla peilt mögliche Verkäufe frühestens Ende 2026 oder 2027 an. Ob und wie schnell sich daraus ein relevantes Geschäft entwickeln kann, ist eine der zentralen Bewertungsfragen für die Aktie.

  • Robotaxi-Netzwerk („Cybercab“):
    Neben dem Pilot in Austin werden Details zur geplanten Skalierung entscheidend. Es geht darum, wie Tesla den Cybercab von einzelnen Testfahrten hin zu einem größeren, kommerziellen Netzwerk bringen will – inklusive Regulierungsfragen, technischer Reife und notwendiger Infrastruktur.

Fazit: Bewährungsprobe am Abend

Mit den Zahlen heute Abend entscheidet sich, wie groß die Lücke zwischen Teslas ambitionierter KI‑Vision und der aktuellen operativen Realität wirkt. Auf der einen Seite stehen das Risiko eines historisch erstmaligen Umsatzrückgangs und nachlassende Auslieferungen, auf der anderen Seite hohe Investitionen in KI, Robotaxis und den humanoiden Roboter Optimus. Ob die neue Strategie trägt, wird sich zunächst daran zeigen, wie klar und belastbar Tesla seine Pläne und Meilensteine für 2026 und 2027 formuliert.

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