Fresnillo kürzt die Jahresproduktion um neun Prozent, die COMEX-Lagerbestände sind auf ein Mehrjahrestief gefallen — und trotzdem notiert Silber erst bei rund 81 Dollar je Unze. Der Markt preist die Knappheit noch nicht vollständig ein.

Der weltgrößte primäre Silberproduzent hat seine Förderguidance für 2026 von ursprünglich 45 bis 51 Millionen auf nun 42 bis 46,5 Millionen Unzen gesenkt. Am oberen Ende fehlen damit 4,5 Millionen Unzen allein aus dieser einen Quelle. Zusammen mit strukturellen Rückgängen in der globalen Minenproduktion — die seit ihrem Höhepunkt 2016 schrumpft — ergibt sich laut Analysten ein kumuliertes Angebotsdefizit von rund 67 Millionen Unzen für das laufende Jahr.

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Erschwerend kommt hinzu, dass rund 70 Prozent des weltweiten Silbers als Nebenprodukt der Basismetallförderung anfällt. Ein steigender Silberpreis allein kann kein neues Angebot mobilisieren — die Förderentscheidung hängt vom Zink- oder Kupferpreis ab, nicht vom Silberpreis.

COMEX unter Druck

Am deutlichsten zeigt sich die Anspannung im Terminmarkt. Die registrierten COMEX-Bestände fielen bis Ende Februar auf rund 86,1 Millionen Unzen — wenige Wochen zuvor lagen sie noch über 100 Millionen. Allein am ersten Benachrichtigungstag für den März-Kontrakt wurden Lieferanfragen für 52,6 Millionen Unzen gestellt. Das entspricht mehr als 60 Prozent des gesamten verfügbaren Bestands.

Der Markt befindet sich in anhaltender Backwardation: Spot-Preise übersteigen Futures-Preise. Das ist kein technisches Detail — es signalisiert, dass Käufer physisches Metall heute verlangen und Papierkontrakten nicht mehr als gleichwertigen Ersatz akzeptieren.

Seit 2021 befindet sich der globale Silbermarkt fünf Jahre in Folge im Defizit. Die kumulierten Fehlmengen zwischen 2021 und 2025 belaufen sich auf schätzungsweise 820 Millionen Unzen — annähernd eine vollständige Jahresminenproduktion.

Industrie zieht Silber aus dem Kreislauf

Auf der Nachfrageseite verstärkt sich ein Trend, der den Markt strukturell verändert: Mehr als die Hälfte des jährlichen Silberangebots geht in industrielle Anwendungen. Solarmodule, Elektrofahrzeuge, KI-Infrastruktur und Rechenzentren benötigen Silber — und dieses wird verbraucht, nicht gelagert. Anders als Gold verschwindet industriell genutztes Silber weitgehend aus dem Kreislauf.

Das Silver Institute beziffert die weltweite IT-Leistungskapazität auf einen Anstieg von 0,93 Gigawatt im Jahr 2000 auf nahezu 50 Gigawatt im Jahr 2025. Jedes Rechenzentrum, jeder KI-Server, jede neue Solaranlage erhöht die Nachfrage nach einem Rohstoff, dessen Förderung strukturell stagniert.

J.P. Morgan hat seine Jahrespreisprognose für Silber 2026 bereits auf 81 Dollar je Unze angehoben — nach zuvor 56,30 Dollar. Die Quartalsschätzungen reichen von 84 Dollar im ersten bis 85 Dollar im vierten Quartal. Angesichts sinkender Lagerbestände und wachsender Lieferverpflichtungen an der COMEX dürfte der Markt früher oder später eine neue Preisfindung erzwingen.

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