Tesla Aktie: Fokus verschiebt sich
Tesla startet mit einem Spannungsfeld ins neue Jahr: Die Absatzentwicklung im Kerngeschäft schwächelt, gleichzeitig setzt das Unternehmen immer stärker auf KI und Robotik. Morgen stehen die Auslieferungszahlen für das vierte Quartal an – ein wichtiger Gradmesser, ob die operative Realität mit der großen Zukunftsstory Schritt hält. Genau hier entscheidet sich, wie stabil das Vertrauen in die aktuelle Bewertung ist.
Erwarteter Rückgang bei Auslieferungen
Für das vierte Quartal 2025 rechnet ein von Tesla Investor Relations veröffentlichter, konzerninterner Analystenkonsens mit rund 422.850 ausgelieferten Fahrzeugen. Gegenüber den 495.000 Einheiten aus dem Vorjahreszeitraum entspräche das einem Rückgang von etwa 15 Prozent – und damit dem zweiten Jahr in Folge mit sinkendem Volumen.
Als Hauptgrund gilt der Auslauf der US-Bundessteuergutschrift von 7.500 US-Dollar für Elektroautos zum 30. September 2025. Die Förderung hatte die Nachfrage ins dritte Quartal vorgezogen und im Schlussquartal eine Lücke hinterlassen. Bleibt es bei den erwarteten rund 1,64 Millionen Auslieferungen im Gesamtjahr 2025, würde Tesla damit klar unter dem zu Jahresbeginn in Aussicht gestellten Ziel von 1,8 Millionen Fahrzeugen landen.
Parallel dazu steht der Kurs nach einer sehr starken Entwicklung der vergangenen Monate leicht unter Druck. Auf Wochensicht hat die Aktie zuletzt gut fünf Prozent verloren, liegt aber weiterhin deutlich – rund 40 Prozent – über dem 200-Tage-Durchschnitt, was den vorangegangenen kräftigen Anstieg unterstreicht.
Insider-Transaktion und Kostendisziplin
Einen zusätzlichen Akzent setzten regulatorische Meldungen zum Jahreswechsel: CEO Elon Musk hat am 31. Dezember 2025 rund 210.000 Tesla-Aktien an eine gemeinnützige Organisation gespendet. Auf Basis des Schlusskurses entspricht das einem Volumen von knapp 100 Millionen US-Dollar. In der Einreichung wird der Vorgang ausdrücklich als „Year-end Tax Planning“ bezeichnet. Der Empfänger plane laut Mitteilung derzeit keinen sofortigen Verkauf der erhaltenen Aktien.
Die Transaktion erfolgt vor dem Hintergrund einer Governance-Debatte, in der Musks Stimmrechtsmacht 2025 stark in den Fokus rückte. Ein im November 2025 gebilligtes Vergütungspaket könnte seine Beteiligung perspektivisch auf fast 29 Prozent erhöhen.
Operativ setzt Tesla zudem an der Kostenschraube an. Zum 1. Januar 2026 wurde das Empfehlungsprogramm neu aufgesetzt: Nutzer können nun maximal zehn erfolgreiche Empfehlungen pro Kalenderjahr sammeln, die damit verbundenen Vorteile verfallen nach zwölf Monaten. Marktbeobachter werten dies als weiteren Baustein, um die Marketing- und Vertriebskosten in einem Umfeld sinkender Margen im Autogeschäft zu begrenzen.
Vom Autohersteller zur KI-Plattform
Die Diskrepanz zwischen rückläufigen Fahrzeugverkäufen und einer sehr hohen Bewertung ist derzeit das zentrale Thema rund um die Aktie. In der zweiten Jahreshälfte 2025 ist die Marktkapitalisierung auf rund 1,5 Billionen US-Dollar gestiegen – obwohl die Stückzahlen im Kerngeschäft nachgeben. Der Markt bewertet Tesla damit weniger als klassischen Autohersteller, sondern als KI- und Robotik-Plattform.
Im Mittelpunkt steht die Strategie „Epic 2026“. Kernbausteine sind der Start des dedizierten „Cybercab“-Robotaxis sowie der Ausbau des Full Self-Driving (FSD)-Ökosystems. Anleger setzen darauf, dass ein Robotaxi-Dienst mit geschätzten rund 0,30 US-Dollar Kosten pro Meile ab Ende 2026 völlig neue, margenstarke Erlösquellen eröffnet.
Aktuell hinkt die Umsetzung den ambitionierten Plänen jedoch hinterher. Zum Jahresbeginn 2026 betreibt Tesla in Austin und im Großraum San Francisco zwar Testflotten, diese sind aber weiterhin mit Sicherheitsfahrern oder -beobachtern unterwegs. Wichtige Ziele für 2025 wurden verfehlt, darunter bezahlte, komplett autonome Fahrten ohne Aufsicht sowie die Ausweitung des Angebots auf 8 bis 10 Metropolregionen.
Trotz dieser Verzögerungen wird Tesla an der Börse mit einem geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 300 bewertet – ein klares Zeichen, dass ein großer Teil der Erwartungen bereits auf zukünftigen KI- und Robotaxi-Erlösen basiert und nicht auf dem bisherigen Autogeschäft.
Wichtige Termine und Ausblick
Kurzfristig richtet sich der Blick auf den morgigen Auslieferungsbericht für das vierte Quartal 2025. Fällt der tatsächliche Wert spürbar unter den Konsens von rund 422.850 Fahrzeugen, könnte das den jüngsten Aufwärtstrend im Kurs zumindest temporär infrage stellen und die technische Unterstützung im Bereich um 415 US-Dollar testen.
Der nächste große Fixpunkt ist der 28. Januar 2026. An diesem Tag legt Tesla die vollständigen Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2025 vor. Analysten kalkulieren derzeit mit einem Gewinn je Aktie von 0,40 US-Dollar. Entscheidend werden vor allem die Automotive-Bruttomargen sein, die unter dem Wegfall der Steueranreize und dem Preisdruck durch Wettbewerber wie BYD stehen.
Auf der technischen Seite liegt ein wichtiger Widerstand im Bereich des jüngsten 52-Wochen-Hochs. Ein nachhaltiger Ausbruch darüber hängt maßgeblich davon ab, wie konkret das Management die Zeitplanung für die Massenproduktion des Cybercab umrissen und welche Perspektive es für die Stabilisierung der etablierten Modelle Model 3 und Model Y im Jahr 2026 zeichnet.
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