Die Euphorie ist verpufft. Nachdem die Bayer-Aktie im Februar noch fast die 50-Euro-Marke geknackt hatte, herrscht nun wieder Ernüchterung. Am Mittwoch rutschten die Papiere um bis zu drei Prozent auf 37,13 Euro ab – die Jahresgewinne sind damit praktisch aufgezehrt. Auslöser: Der Ausblick des Konzerns für 2026 bleibt hinter den Erwartungen zurück.

Für das laufende Jahr kalkuliert Bayer mit einem operativen Ergebnis (Ebitda vor Sonderposten) zwischen 9,1 und 9,6 Milliarden Euro. Das obere Ende dieser Spanne liegt unter der mittleren Analystenschätzung von 9,67 Milliarden Euro. Beim Umsatz peilt der Konzern 44 bis 46 Milliarden Euro an – bestenfalls wäre also ein minimales Plus drin. Die Analysten von JPMorgan und Barclays sehen nun Korrekturbedarf bei den Markterwartungen von etwa drei Prozent, wobei ein Großteil davon auf ungünstige Währungseffekte zurückzuführen ist.

Rechtsstreitigkeiten belasten weiter massiv

Das eigentliche Problem liegt tiefer: Die Glyphosat- und PCB-Klagen in den USA ziehen den Konzern weiter in den Abgrund. Im vergangenen Jahr wuchs der Nettoverlust um gut eine Milliarde auf knapp 3,6 Milliarden Euro. Die Rückstellungen und Verbindlichkeiten für Rechtsstreitigkeiten kletterten auf 11,8 Milliarden Euro – der Großteil davon für Glyphosat.

Noch bedrückender: Für 2026 rechnet Bayer mit einem negativen freien Cashflow von minus 1,5 bis minus 2,5 Milliarden Euro. Darin sind Auszahlungen für Rechtsstreitigkeiten von rund 5 Milliarden Euro eingepreist. Die Nettofinanzverschuldung dürfte dadurch bis Jahresende auf 32 bis 33 Milliarden Euro steigen, nachdem sie 2025 noch auf gut 29,8 Milliarden Euro verbessert werden konnte.

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Hoffnung ruht auf Sammelvergleich

Mitte Februar hatte Bayer einen milliardenschweren Sammelvergleich angekündigt, der die Glyphosat-Klagewelle endlich beenden soll. Das Volumen: bis zu 7,25 Milliarden Dollar. Doch die Hürden sind hoch. Zunächst muss ein Gericht zustimmen – diese Entscheidung sei laut CEO Bill Anderson nur noch eine Frage von Tagen. Dann müssen aber auch nahezu alle Kläger dem Vergleich zustimmen, sonst wird er hinfällig.

Eine zweite Hoffnung: der US Supreme Court. Das oberste US-Gericht könnte im Juni eine Grundsatzentscheidung im Fall "Durnell" fällen. Bayer argumentiert, dass Bundesrecht zu Warnhinweisen über dem Recht einzelner Bundesstaaten steht – womit Warnhinweise überflüssig wären, da die US-Umweltbehörde EPA bei sachgemäßer Anwendung keine Gesundheitsrisiken sieht.

Operative Entwicklung bleibt durchwachsen

Abseits der Rechtsstreitigkeiten lief das operative Geschäft 2025 moderat. Der Umsatz sank um 2,2 Prozent auf 45,58 Milliarden Euro, wobei Währungseffekte belasteten. Bereinigt ergibt sich ein Plus von 1,1 Prozent. Das operative Ergebnis fiel um 4,5 Prozent auf 9,67 Milliarden Euro.

Für 2026 erwartet Finanzvorstand Wolfgang Nickl eine in etwa stabile Entwicklung. Höhere Beiträge der Agrarsparte und des Geschäfts mit rezeptfreien Medikamenten sollen ein schwächeres Pharmageschäft kompensieren. Doch solange die rechtlichen Altlasten nicht endgültig vom Tisch sind, bleibt die Aktie ein Spielball der Unsicherheit.

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