Am 9. März muss Tesla der US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA umfassende Unfalldaten zu seinem Full Self-Driving-System (FSD) vorlegen – nach bereits zwei Fristverlängerungen. Während die Behörde auf Crash-Videos, Ereignisdaten und technische Aufzeichnungen wartet, vollzieht der Konzern den radikalsten Strategiewechsel seiner Geschichte: weg vom reinen Autobauer, hin zur KI- und Robotik-Plattform.

Die Daten-Offensive der NHTSA

Die Verkehrssicherheitsbehörde untersucht FSD-bezogene Verkehrsverstöße und verlangt detaillierte Materialien zu Unfällen. Ursprünglich sollte Tesla bis zum 19. Januar liefern, dann wurde die Frist auf den 23. Februar verschoben – nun gilt der 9. März als finaler Termin.

Seit dem Start des Robotaxi-Dienstes in Austin im Juni 2025 registrierte die NHTSA 14 Vorfälle mit Tesla-Fahrzeugen. Die fünf jüngsten Zwischenfälle im Dezember und Januar führten zu Sachschäden – Kollisionen mit anderen Fahrzeugen oder festen Objekten. Zwei frühere Vorfälle im Juli und Oktober verursachten leichte Verletzungen.

Was die Daten zeigen werden: Die NHTSA hatte bei Untersuchungsbeginn 58 Vorfälle identifiziert, doch Tesla kämpft offenbar mit der zügigen Bereitstellung. Die Aufzeichnungen decken frühe FSD-Versionen bis heute ab, dürften aber hauptsächlich ältere Software-Iterationen betreffen.

Vom Elektroauto-Pionier zur Robotik-Firma

Tesla befindet sich mitten im strategischen Umbau. CEO Elon Musk kündigte im Earnings Call zum vierten Quartal 2025 das Produktionsende von Model S und Model X an. Stattdessen werden die Fertigungslinien im Werk Fremont für humanoide Roboter umgerüstet.

Die Zahlen belegen den Wandel: Der Automotive-Umsatz sank im vierten Quartal um 11 Prozent auf 17,7 Milliarden Dollar. Insgesamt lieferte Tesla 2025 nur 1,64 Millionen Fahrzeuge aus – ein Rückgang von 8,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im vierten Quartal wurden 418.227 Einheiten ausgeliefert, 16 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

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Das Energiegeschäft entwickelt sich dagegen zur Wachstumslokomotive. Tesla installierte 2025 Energiespeicher mit einer Kapazität von 46,7 GWh – ein Plus von 49 Prozent. Der Energieumsatz erreichte 12,7 Milliarden Dollar bei Bruttomargen um 30 Prozent, womit das Segment profitabler ist als das Autogeschäft.

Optimus: Die Millionen-Roboter-Vision

Die umgerüsteten Fertigungslinien in Fremont sollen bis zu einer Million humanoide Roboter pro Jahr produzieren. Optimus V3, das erste für die Massenfertigung konzipierte Design, wird im ersten Quartal 2026 vorgestellt. Die Produktion soll Ende 2026 beginnen, der öffentliche Verkauf 2027 starten – langfristig zu einem Zielpreis von 20.000 Dollar pro Einheit.

Aktuell übernehmen Optimus-Roboter einfache Aufgaben in Tesla-Fabriken, hauptsächlich zu Lern- und Validierungszwecken. Die Investitionen sind massiv: Die Capex-Guidance für 2026 übersteigt 20 Milliarden Dollar für sechs neue Produktionslinien – für Fahrzeuge, Roboter, Energiespeicher und Batterien.

Analyst Gordon Johnson sieht 25 Dollar, Ark Invest 2.600 Dollar

Die Bewertungsdebatte erreicht extreme Dimensionen. GLJ-Research-Analyst Gordon Johnson taxiert die Aktie auf 25,28 Dollar – der niedrigste Wert aller Analysten. Wedbush-Analyst Dan Ives hält an seinem Kursziel von 600 Dollar fest. Ark Invest von Cathie Wood kalkuliert mit 2.600 Dollar innerhalb von drei Jahren. Der Konsens von 27 Analysten lautet per 2. März auf "Halten".

Tesla weist ein KGV von 372 auf Basis der vergangenen zwölf Monate auf, ein Forward-KGV von 196 und eine Gewinnmarge von vier Prozent. Die Kasse umfasst 44,06 Milliarden Dollar bei einem Umsatz von 94,83 Milliarden Dollar in den zurückliegenden zwölf Monaten.

Die US-Dominanz wächst, China bleibt Fragezeichen

Trotz des ersten Jahresumsatzrückgangs 2025 und BYDs neuer Rolle als weltgrößter E-Auto-Hersteller dominiert Tesla den US-Heimatmarkt stärker denn je. Durch das Aus mehrerer EV-Startups und zurückgeschraubte Elektropläne etablierter Autobauer kletterte Teslas US-Marktanteil auf über 60 Prozent.

China bleibt der zentrale Unsicherheitsfaktor – sowohl bei autonomen Fahrzeugen als auch bei humanoiden Robotern. Die Frage nach chinesischer Konkurrenz im Humanoid-Segment kam bereits im Q4-Earnings-Call auf.

Am 9. März endet die Schonfrist. Die eingereichten Daten könnten zeigen, ob die Robotaxi-Vision auf solidem Fundament steht – oder ob die regulatorischen Hürden höher sind als gedacht. Die nächsten Quartalszahlen werden für den 28. April erwartet.

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