Tesla bekommt neue Rückendeckung von der Wall Street – und diesmal dreht sich fast alles um Software, Daten und Robotaxis. Bank of America nimmt die Beobachtung wieder auf und setzt auf das nächste Wachstums-Kapitel jenseits des klassischen Autoverkaufs. Doch wie belastbar ist diese Story, wenn gleichzeitig die Regulierung näher rückt und Europa schwächelt?

Autonomes Fahren als Kernthese

Bank of America Securities stuft Tesla wieder mit „Buy“ ein und begründet das vor allem mit Teslas Positionierung beim autonomen Fahren. Analyst Alexander Perry sieht das Unternehmen „an der Spitze“ – nicht zuletzt wegen des Kamera-Ansatzes, der laut BofA technisch anspruchsvoller, aber deutlich günstiger sei als die Multi-Sensor-Systeme vieler Wettbewerber. Der Vorteil aus Sicht der Bank: Skalierung könnte profitabler gelingen, weil Tesla auf eine wachsende Datenbasis aus der bestehenden Fahrzeugflotte zurückgreifen kann.

Ein weiterer Baustein ist das FSD-Angebot (Full Self-Driving). BofA bezeichnet es als führende Autonomie-Lösung für Verbraucher und verweist auf 1,1 Millionen Abonnements. Die Bank erwartet, dass die Nutzung zunimmt, sobald Tesla das Produkt stärker auf höhere Autonomiegrade optimiert.

Beim Thema Robotaxi wird es konkret: Laut BofA sind Dienste bereits in San Francisco und Austin aktiv. In der ersten Hälfte 2026 sollen sieben weitere Märkte folgen. Bemerkenswert ist dabei die Gewichtung in der Bewertung: Rund 52% des von BofA abgeleiteten Unternehmenswerts hängen am Robotaxi-Potenzial.

Mehr als Autos: Optimus und Energiespeicher

Die Hochstufung ist allerdings nicht nur eine Robotaxi-Wette. BofA sieht zusätzliche Werttreiber im Portfolio: Die Optimus-Initiative (humanoider Roboter) wird mit mehr als 30 Milliarden US-Dollar taxiert, das Energiegeschäft sogar mit 90 Milliarden US-Dollar.

Gerade die Energiesparte liefert bereits greifbare Argumente. Im vierten Quartal (Zahlen Ende Januar veröffentlicht) meldete Tesla bei der Energiespeicherung einen Rekord von 46,7 GWh Auslieferungen im Gesamtjahr 2025. Der Bereich erzielte 12,8 Milliarden US-Dollar Umsatz (+26,5%) und steuerte laut Bericht fast ein Viertel zum Bruttogewinn bei. Die Bruttomarge lag bei 29,8% – und damit fast doppelt so hoch wie im Autogeschäft. Genau hier sieht BofA eine der tragenden Säulen für die Story 2026: Wachstum, bessere Margen und weniger Abhängigkeit vom reinen Fahrzeugabsatz.

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Gegenwind: NHTSA-Frist und CO₂-Geld in Europa

Trotz der neuen Euphorie bleiben kurzfristige Stolpersteine. In den USA steht ein regulatorischer Termin im Kalender: Die Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA hat Tesla bis zum 9. März Zeit gegeben, detaillierte Unterlagen zu Unfällen im Zusammenhang mit einer Untersuchung zu FSD und möglichen Verkehrsverstößen vorzulegen. Tesla hatte zuvor eine zweite Fristverlängerung erhalten.

Zusätzlich nennt der Quelltext 14 Unfälle seit dem Start der Robotaxi-Services in Austin im Juni 2025. Die fünf jüngsten Vorfälle im Dezember und Januar sollen ohne Verletzte verlaufen sein, allerdings mit Sachschäden (etwa Kollisionen mit Fahrzeugen oder festen Objekten). Solche Punkte können die Debatte über Zulassung, Auflagen und Tempo des Rollouts schnell beeinflussen.

Parallel droht in Europa ein finanzieller Dämpfer: Ab 2026 könnten Einnahmen aus CO₂-Pools unter Druck geraten, weil Toyota und Stellantis aus dem von Tesla angeführten europäischen Emissionspool aussteigen. Dazu passt der Hinweis aus Europa, dass die Tesla-Zulassungen dort im Jahresvergleich um 48% gefallen sind – ein klarer Hinweis, dass die regionale Nachfrage derzeit nicht mitspielt.

Ein Blick auf den Kurs unterstreicht zumindest, dass der Markt nicht im Dauer-Party-Modus ist: Der Schlusskurs von gestern lag bei 348,75 Euro, seit Jahresanfang steht ein Minus von 6,73% zu Buche.

Im Kalender sind die nächsten Trigger bereits gesetzt: Am 9. März läuft die NHTSA-Frist ab, in der ersten Jahreshälfte 2026 soll die Robotaxi-Expansion in sieben weitere Märkte starten – und Tesla hat für das erste Quartal 2026 die Vorstellung von Optimus Gen 3 in Aussicht gestellt. Genau an dieser Abfolge dürfte sich entscheiden, ob die BofA-These aufgeht: Wachstum durch Robotaxis und Energie – oder ein längerer Prüfstand durch Regulierung und schwächere Nachfrage in Europa.

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