Super Micro Computer startet mit reichlich Gegenwind ins neue Jahr. Nach einem deutlichen Rückschlag im Dezember versucht der Server-Spezialist, Anleger mit einer frischen Milliarden-Kreditlinie und ambitionierten Wachstumszielen zurückzugewinnen. Entscheidend ist nun, ob das Unternehmen seine AI-Offensive operativ sauber umsetzen kann.

Milliarden-Kredit als Puffer

Kern der jüngsten Entwicklung ist eine neue revolvierende Kreditlinie über 2 Milliarden US-Dollar, angeführt von JPMorgan Chase. Die Vereinbarung wurde diese Woche finalisiert und soll die Expansion des Unternehmens finanzieren, insbesondere den kostspieligen Hochlauf der AI-Serverproduktion.

Bemerkenswert ist die Größenordnung: Zusammen mit den Nettoerlösen aus der im Juni 2025 ausgegebenen Wandelanleihe über 2,3 Milliarden US-Dollar verdoppelt Super Micro Computer seinen finanziellen Spielraum nahezu. Das verschafft dem Unternehmen Flexibilität, um in einem intensiv umkämpften AI-Infrastrukturmarkt Kapazitäten zügig auszubauen.

Die Mittel sind laut Management klar für operative Zwecke und Wachstumsinitiativen vorgesehen. Vor allem der Ausbau der Fertigung für AI- und Rechenzentrums-Server steht im Fokus – ein Bereich, der hohe Vorleistungen bei Maschinen, Komponenten und Logistik erfordert.

Ambitionierte Umsatzziele mit NVIDIA-Fokus

Auf der Umsatzseite hat das Unternehmen die Latte hoch gelegt. Für das Geschäftsjahr 2026 peilt Super Micro Computer einen Umsatz von 36 Milliarden US-Dollar an. Gegenüber 2025 entspricht das einem Wachstumsziel von über 40 Prozent, getragen von der starken Nachfrage nach flüssiggekühlten AI-Rechenzentrums-Lösungen.

Ein zentraler Treiber ist die vertiefte Integration in NVIDIAs nächste Generation von AI-Plattformen Vera Rubin und Rubin. Um die erwartete Nachfrage bedienen zu können, baut Super Micro Computer seine Fertigung so aus, dass bis Juni 2026 eine Kapazität von 6.000 Racks pro Monat erreicht werden soll – hochgerechnet 72.000 Racks pro Jahr.

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Davon sind 36.000 Racks für flüssiggekühlte Systeme vorgesehen. Damit adressiert das Unternehmen direkt die wachsenden thermischen Herausforderungen im Hochleistungsrechnen, wo klassische Luftkühlung an Grenzen stößt.

Die aktuelle Auftragslage wirkt solide:

  • Auftragsbestand: Für GB300-Systeme werden Bestellungen in einer Größenordnung von bis zu 13 Milliarden US-Dollar berichtet.
  • Produktionshochlauf: Die Kapazitätserweiterung zielt darauf ab, eine jährliche Umsatzbasis zu ermöglichen, die deutlich über der aktuellen 36-Milliarden-Prognose liegt.
  • Marge: Das Management strebt weiterhin zweistellige Bruttomargen an, auch wenn diese in den letzten Quartalen unter Druck standen.

Damit ist klar: Die Wachstumsstory steht – aber sie hängt an der Fähigkeit, diese Kapazitäten profitabel auszulasten.

Technisches Bild und Analystenstimmung

Charttechnisch versucht die Aktie nach der Korrektur eine Bodenbildung. Nach einem Rutsch bis in den Bereich um 25 US-Dollar kam es zu einer Erholung in Richtung 30 US-Dollar. Technische Indikatoren wie der MACD haben zuletzt auf bullisch gedreht, was auf nachlassenden Verkaufsdruck hindeutet.

Der Kurs bleibt allerdings weit von früheren Höchstständen entfernt: Mit rund 29,90 US-Dollar liegt die Aktie aktuell mehr als 50 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch vom Juli 2025. Auch im 30-Tage-Vergleich steht ein spürbares Minus, was den anhaltenden Druck durch Gewinnmitnahmen und Margensorgen widerspiegelt.

Auf der Analystenseite gibt es dagegen Rückendeckung. Eine jüngste Neubewertung stufte die Aktie auf „Strong Buy“ hoch. Begründung: Die Bewertung spiegele die starke Verankerung im AI-Zyklus und die bestätigte Wachstumsprognose nicht angemessen wider. Sollte das Umsatzziel von 36 Milliarden US-Dollar erreicht werden, sehen die Analysten erhebliches Aufwärtspotenzial gegenüber dem aktuellen Kursniveau.

Chancen und Risiken im nächsten Schritt

Anleger schauen nun vor allem auf die operative Umsetzung. Die deutliche Kurskorrektur im Dezember machte deutlich, wie sensibel der Markt auf Margendruck und hohe Investitionen reagiert. Gleichzeitig reduziert die neue Kreditlinie die unmittelbaren Liquiditätsrisiken spürbar und gibt dem Management Zeit, den 2026er-Plan abzuarbeiten.

Kurzfristige Kurstreiber werden die Abarbeitung des gemeldeten Auftragsbestands und die Margenentwicklung im laufenden Produktionshochlauf sein. Gelingt es Super Micro Computer, die hohe Nachfrage in stabil wachsendes, profitables Geschäft zu übersetzen, könnte die aktuelle Bewertung im Rückblick wie ein Abschlag auf eine intakte AI-Wachstumsstory wirken. Andernfalls rücken die hohen Investitionen und die gestiegene Verschuldung in den Vordergrund – mit entsprechendem Druck auf den Aktienkurs in den kommenden Quartalen.

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