Super Micro Computer versucht die Flucht nach vorn. Am Sonntag kündigte der Server-Spezialist neue KI-Lösungen für den Einzelhandel an, um sich breiter aufzustellen und neue Einnahmequellen zu erschließen. Doch der Zeitpunkt ist heikel: Institutionelle Verkäufe und Warnungen vor explodierenden Komponentenpreisen trüben die Stimmung gewaltig. Die Diskrepanz zwischen technologischen Ambitionen und der finanziellen Realität wächst.

KI-Vorstoß in den Einzelhandel

Mit den am Sonntag vorgestellten "Intelligent In-Store Retail Solutions" will Supermicro den wachsenden Markt für "Edge AI" adressieren. In Zusammenarbeit mit Partnern wie Everseen und unter Einsatz von Nvidia-Technologie sollen digitale Zwillinge und KI-Agenten direkt in Geschäften eingesetzt werden, um Diebstähle zu verhindern und Lagerbestände zu optimieren.

Dieser strategische Schritt ist mehr als nur eine Produktankündigung. Er wirkt wie der Versuch, der "Commodity-Falle" zu entkommen. Da das klassische Geschäft mit Server-Racks zunehmend unter Preisdruck durch Konkurrenten wie Dell und HPE gerät, sucht Supermicro sein Heil in integrierten Lösungen mit höherer Wertschöpfung. Das Unternehmen verweist dabei auf Nvidia-Daten, wonach fast 90 Prozent der Einzelhändler Umsatzsteigerungen durch solche KI-Implementierungen erwarten.

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Institutionelle Skepsis und Kosten-Druck

Trotz der zukunftsorientierten Pläne überwiegt am Markt die Vorsicht. Aktuelle Daten belegen, dass sich institutionelle Anleger zurückziehen: So hat Commonwealth Equity Services seine Position im dritten Quartal um 12,5 Prozent reduziert. Dies spiegelt sich im Kurs wider, der mit einem Schlusskurs von 30,16 US-Dollar weit unter dem 200-Tage-Durchschnitt von knapp 42 US-Dollar notiert und rund 50 Prozent vom 52-Wochen-Hoch entfernt ist.

Ein noch größeres Problem braut sich auf der Kostenseite zusammen. Analysten warnen für das erste Quartal 2026 vor einem massiven Preisanstieg bei DRAM-Speicherchips um bis zu 55 Prozent, getrieben durch die KI-Nachfrage. Für Hardware-Integratoren wie Supermicro ist das ein gefährliches Szenario. Da das Unternehmen mit geschätzten Nettomargen von nur etwa 3 Prozent arbeitet, schlagen höhere Einkaufspreise direkt auf die Profitabilität durch. Anders als Chiphersteller können Integratoren diese Kostensteigerungen oft nicht schnell genug an die Kunden weitergeben.

Enttäuschende Zahlen im Rückblick

Die Skepsis der Anleger fußt auch auf der jüngsten operativen Entwicklung. Die Zahlen zum ersten Quartal verfehlten die Erwartungen deutlich: Der Umsatz lag mit 5,02 Milliarden US-Dollar weit unter der Prognose von 6,48 Milliarden US-Dollar. Dies entsprach einem Umsatzrückgang von 15,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr – ein scharfer Kontrast zum Boom, den Chiphersteller im gleichen Zeitraum erlebten.

Ausblick auf die Zahlen

Investoren richten ihren Fokus nun auf den 3. Februar 2026. Bei der anstehenden Vorstellung der Quartalszahlen wird weniger das Umsatzwachstum durch neue Initiativen entscheidend sein, sondern die Prognose zur Bruttomarge angesichts der steigenden Speicherpreise. Analysten sehen mit einem durchschnittlichen Kursziel von 47,50 US-Dollar zwar theoretisches Aufwärtspotenzial, doch technisch muss die Aktie erst die Widerstandszone bei 31 bis 32 US-Dollar überwinden, um eine Trendwende einzuleiten.

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