Strategy Inc. (ehemals MicroStrategy) steht zum Jahresauftakt 2026 an einem spannenden Punkt: Der Kurs hat sich deutlich von den Höchstständen des vergangenen Sommers entfernt, während der Wert der Bitcoin-Bestände weiterhin dominiert. Gleichzeitig rückt eine wichtige Index-Entscheidung näher, die den Charakter der Aktie am Markt grundlegend verändern könnte. Wie passt ein bullishes Analysten-Votum zu diesem gemischten Bild?

Analysten setzen auf großen Abschlag

Am Freitag legte die Aktie um rund 3,4 % auf 157,16 US-Dollar zu und unterbrach damit eine wochenlange Schwächephase. Auslöser waren ein leichter Rebound beim Bitcoin sowie eine deutlich positive Studie der Investmentbank Benchmark.

Die Analysten verweisen vor allem auf die Lücke zwischen Börsenwert und den digitalen Vermögenswerten des Unternehmens. Strategy hält demnach rund 671.000 bis 672.497 Bitcoin, eingekauft zu durchschnittlich etwa 66.000 bis 74.000 US-Dollar pro Coin. Bei einem Bitcoin-Kurs um 90.000 US-Dollar ergibt sich ein Marktwert der Bestände von ungefähr 60 Milliarden US-Dollar.

Dem gegenüber steht eine Marktkapitalisierung von nur etwa 46 Milliarden US-Dollar. Die Aktie wird damit mit einem Abschlag von grob 20 bis 26 % auf den Bitcoin-Nettoinventarwert (NAV) gehandelt – historisch lag der Titel meist mit einem Aufschlag auf diesen Wert. Genau diese Diskrepanz bezeichnet Benchmark als zentrale Chance.

Kernthese der Studie: Sollte sich der Bitcoin weiter erholen und die Bewertung von Strategy wieder auf ein „normales“ Verhältnis zum NAV zurückkehren, könne der Kurs bis 2026 in Richtung 705 US-Dollar steigen. Das entspräche rechnerisch einem deutlichen Potenzial gegenüber dem aktuellen Niveau, trotz der herben Verluste im Jahr 2025.

Dividendenpolitik für einkommensorientierte Investoren

Parallel zur Bewertungsdiskussion versucht das Management, die Aktie auch für Einkommensanleger attraktiver zu machen. Der Verwaltungsrat hat für Januar 2026 eine monatliche Bardividende beschlossen.

Besonders im Fokus steht dabei die Variable Rate Series A Perpetual Stretch Preferred Stock (Ticker: STRC). Für diese Vorzugsaktien wurde die jährliche Ausschüttungsrate zum 1. Januar 2026 von 10,75 % auf 11,00 % angehoben. Das signalisiert den Willen, einen Teil der Bitcoin-getriebenen Bilanzstärke direkt an Kapitalgeber weiterzureichen.

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Insgesamt zeigt sich damit ein doppelter Ansatz: Einerseits die Story über den hohen Bitcoin-Bestand und den aus Sicht der Analysten unlogischen Abschlag der Aktie, andererseits eine konkrete Ausschüttungspolitik für renditeorientierte Investoren.

2025 als Warnsignal: Druck durch Regulierungssorgen

Der positive Ton der Analysten trifft allerdings auf eine angeschlagene Kursgeschichte. 2025 war für Strategy ein hartes Jahr: Die Aktie verlor rund 49 % auf Jahressicht und liegt sogar etwa 66 % unter den Hochs vom Juli 2025. Der jetzige Kurs von gut 157 US-Dollar entspricht einem Einbruch von knapp 60 % gegenüber dem 52‑Wochen-Hoch bei 391,80 US-Dollar.

Wesentliche Ursache für das Ende des traditionellen Aufschlags auf den Bitcoin-NAV sind zwei Faktoren:

  • Hebelrisiken: Der hohe Einsatz von Fremdkapital zur Finanzierung von Bitcoin-Käufen sorgt für wachsende Skepsis.
  • Regulatorische Einstufung: Der Markt preist die Gefahr ein, dass Strategy regulatorisch eher als Finanzvehikel statt als operatives Technologieunternehmen wahrgenommen wird.

Im Zentrum steht dabei eine anstehende Entscheidung von MSCI. Spätestens bis zum 15. Januar 2026 will der Indexanbieter festlegen, ob Strategy künftig als „Fonds“ statt als operatives Unternehmen klassifiziert wird. Hintergrund ist die massive Konzentration auf digitale Vermögenswerte.

Analysten von JPMorgan haben vorgerechnet, dass eine solche Umstufung erzwungene Verkäufe von Indexfonds auslösen könnte – mit möglichen Abflüssen von bis zu 8,8 Milliarden US-Dollar. Genau dieses Szenario erklärt auch, warum der Markt die Aktie aktuell mit Abschlag zum Bitcoin-Wert handelt.

Als Reaktion auf den Druck hat das Management den aggressiven Bitcoin-Aufbau zuletzt gestoppt. Stattdessen wurden neue Aktien ausgegeben, um eine größere Liquiditätsreserve aufzubauen. Die Barmittel beliefen sich zuletzt auf 2,19 Milliarden US-Dollar – ein Polster, das die Bilanz widerstandsfähiger machen soll.

Technisches Bild und nächste Termine

Charttechnisch bleibt die Aktie trotz der Erholung am Freitag klar angezählt. Mit einem 12‑Monats-Verlust von über 46 % und einem Kurs deutlich unter dem 200‑Tage-Durchschnitt von 273,22 US-Dollar ist der übergeordnete Abwärtstrend noch intakt. Der Relative-Stärke-Index (RSI) liegt mit 84,2 im überkauften Bereich, was die kurzfristige Volatilität zusätzlich verstärken kann.

Die nächsten Wochen sind deshalb entscheidend:

  • 15. Januar 2026: MSCI-Entscheidung zur Klassifizierung als „Fonds“ oder operatives Unternehmen
  • 3. Februar 2026: Nächste Quartalszahlen mit Einblick in die Wirkung der erhöhten Dividende und der aufgebauten Cash-Position

Bleibt die bisherige Einstufung durch MSCI bestehen, hätte die Aktie aus Sicht der bullischen Analysten Spielraum, den Abschlag auf den Bitcoin-NAV zu verringern. Kommt es hingegen zur Reklassifizierung, könnten Indexverkäufe und zusätzliche Schwankungen das ohnehin nervöse Umfeld deutlich verschärfen.

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