Amazon Aktie: Ohne Hoffnung?
Wenn geopolitische Konflikte plötzlich ganz real in Rechenzentren einschlagen, wird aus einem abstrakten Risiko ein akutes Problem. Genau das erlebt Amazon derzeit im Nahen Osten: Angriffe haben AWS-Infrastruktur getroffen und Ausfälle in der Region ausgelöst. Für den Konzern kommt das zu einem ohnehin heiklen Zeitpunkt – weil Investoren bereits kritisch auf die hohen KI-Investitionen schauen.
Drohnenangriffe treffen AWS-Infrastruktur
Amazon hat bestätigt, dass zwei Rechenzentren von Amazon Web Services (AWS) in den Vereinigten Arabischen Emiraten direkt von Drohnenangriffen getroffen wurden. Eine weitere AWS-Anlage in Bahrain wurde durch einen Angriff in der Nähe beschädigt. Laut AWS kam es zu strukturellen Schäden, Problemen bei der Stromversorgung und teils zu Löschmaßnahmen, die zusätzlich Wasserschäden verursachten.
Betroffen sind zwei von drei „Availability Zones“ der UAE-Region ME-CENTRAL-1. In Bahrain (Region ME-SOUTH-1) wurde eine Anlage beschädigt. AWS selbst bezeichnete die Lage als unberechenbar und drängte Kunden, Workloads aus dem Nahen Osten kurzfristig in andere AWS-Regionen zu verlagern.
Ausfälle bei Apps, Payments – und Banken
Die physischen Schäden schlugen schnell in die digitale Welt durch. In der Golfregion meldeten mehrere Dienste Störungen, darunter die Delivery- und Taxi-Plattform Careem sowie Zahlungsanbieter wie Alaan und Hubpay. Auch Banken wie ADCB und Emirates NBD sowie Softwareanbieter wie Snowflake berichteten über Beeinträchtigungen.
AWS sprach von „erhöhten Fehlerraten“ und „eingeschränkter Verfügbarkeit“. Genannt wurden unter anderem Probleme bei zentralen Cloud-Diensten wie EC2, S3, DynamoDB, Lambda, Kinesis, CloudWatch und RDS. Parallel arbeite man an der Wiederherstellung, teilte der Cloud-Anbieter mit.
Warum das für die Aktie doppelt sensibel ist
Die Angriffe treffen Amazon in einer Phase, in der die Aktie ohnehin unter Beobachtung steht: Die Wall Street diskutiert zunehmend, wann sich Amazons aggressive KI-Ausgaben sichtbar auszahlen. Im Quelltext wird genau dieser Punkt als Belastungsfaktor genannt: Hohe Investitionen drücken auf den Free Cashflow – und die Geduld mancher Marktteilnehmer wird dünner.
Fundamental hatte Amazon zuletzt zwar solide Zahlen geliefert: Im vierten Quartal stieg der Umsatz um 14% auf 213,4 Mrd. Dollar, das operative Ergebnis kletterte von 21,2 auf 25 Mrd. Dollar. AWS wuchs dabei um 24%. Gleichzeitig plant Amazon laut Bericht für dieses Jahr 200 Mrd. Dollar an Investitionen – ein Niveau, das Investoren zuletzt eher verunsicherte als überzeugte.
Passend dazu zeigt auch der Kursverlauf ein gemischtes Bild: Heute legt die Aktie zwar um 3,72% auf 186,30 € zu, liegt über 30 Tage betrachtet aber 9,65% im Minus.
Amazons KI-Plan: Mehr Kontrolle, niedrigere Kosten
Unabhängig von der aktuellen Krise treibt Amazon seinen Kurs Richtung eigener KI-Infrastruktur weiter voran. AWS-Manager Peter DeSantis sagte dem Wall Street Journal, Amazon wolle eigene KI-Modelle entwickeln, die auf den hauseigenen Chips trainiert werden.
Die Logik dahinter: Wer Hardware und Modelle stärker selbst kontrolliert, kann Kosten senken und unabhängiger von externer Rechen-Hardware werden. Amazon setzt dabei auf eigene Chips wie Trainium und Inferentia – und stellt das Thema in einen größeren Technologie-Baukasten, zu dem laut Bericht auch Teams für Quantencomputing gehören.
Zum nächsten Prüfstein wird in den kommenden Tagen, wie schnell AWS die volle Stabilität in den Regionen ME-CENTRAL-1 und ME-SOUTH-1 wiederherstellen kann – denn genau daran hängt, ob die Störungen ein kurzer Einschnitt bleiben oder länger an Amazons Cloud-Geschäft in der Golfregion nagen.
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