Strategy Aktie: Trügerische Zeiten!
Strategy dreht in den letzten Dezembertagen noch einmal kräftig an der Bitcoin-Schraube. Innerhalb von nur zwei Wochen hat das Unternehmen knapp 2 Milliarden Dollar in die Kryptowährung gesteckt – und das in einem Umfeld, das von Nervosität und hoher Volatilität geprägt ist. Der Kurs der Aktie gerät dabei unter Druck, weil die jüngsten Käufe zu deutlich höheren Preisen erfolgen als der historische Durchschnitt. Was steckt hinter dieser aggressiven Erweiterung der Bestände?
Fast 2 Milliarden Dollar in zwei Wochen
Zwischen dem 8. und 14. Dezember hat Strategy weitere 10.645 Bitcoin für rund 980,3 Millionen Dollar gekauft. Die Transaktion wurde am heutigen Montag per 8-K-Meldung und über soziale Medien bestätigt. Der durchschnittliche Kaufpreis dieser Tranche liegt bei etwa 92.098 Dollar je Bitcoin, inklusive Gebühren und Nebenkosten.
Finanziert wurde der Zukauf über das laufende „At-the-Market“-Aktienprogramm. Das Unternehmen gibt also neue Aktien aus und nutzt den Erlös direkt, um zusätzliche Bitcoin zu erwerben. Damit setzt Strategy seine inzwischen bekannten Kapitalmarktmechanismen fort: Verwässerung der Aktionäre auf der einen Seite, Aufbau weiterer Bitcoin-Reserven auf der anderen.
Bereits zwischen dem 1. und 7. Dezember hatte Strategy 10.624 Bitcoin für etwa 962,7 Millionen Dollar erworben. Zusammengenommen flossen damit in den ersten beiden Dezemberwochen nahezu 2 Milliarden Dollar in die Kryptowährung.
Bestände und Kennzahlen im Überblick
Durch die beiden Dezember-Transaktionen summieren sich die Bitcoin-Bestände des Unternehmens per 14. Dezember 2025 auf:
- Gesamtbestand: 671.268 BTC
- Gesamter Anschaffungspreis: ca. 50,33 Milliarden US-Dollar
- Durchschnittlicher Einstandspreis: rund 74.972 US-Dollar je Bitcoin
- BTC Yield 2025 (Bitcoin-Zuwachs je Aktie): 24,9 %
Der Wert von 24,9 % beim „BTC Yield“ zeigt, dass der Bitcoin-Bestand pro Aktie im laufenden Jahr stärker gewachsen ist als die Verwässerung durch neue Aktien. Aus Sicht der Unternehmensstrategie erfüllt das ATM-Programm damit seinen Zweck: Es vergrößert den Bitcoin-Hebel je Anteilsschein, auch wenn die Zahl der Aktien steigt.
Gleichzeitig verschiebt sich jedoch der durchschnittliche Einstandspreis nach oben. Die neuen Käufe liegen mit rund 92.098 Dollar deutlich über dem bisherigen Durchschnitt von etwa 74.972 Dollar. Das erhöht den Break-even-Level, ab dem die Position insgesamt in der Gewinnzone liegt.
Marktumfeld und Kursdruck auf die Aktie
Während Strategy diese hochpreisigen Käufe tätigt, bewegt sich der Bitcoin-Kurs aktuell unter dem Niveau der jüngsten Transaktion: Am Montagmorgen lag der Preis der Kryptowährung bei etwa 89.800 Dollar und damit leicht unter dem durchschnittlichen Kaufpreis der neuen Tranche.
Für die Aktie ist das ein anspruchsvolles Umfeld:
- Der Titel notiert heute bei rund 144,35 Euro und liegt damit nicht nur auf einem 52-Wochen-Tief, sondern auch mehr als 60 % unter dem Hoch vom Juli.
- Seit Jahresanfang summiert sich das Minus auf über 50 %, der Abstand zur 200-Tage-Linie beträgt knapp die Hälfte des früheren Niveaus.
Die Kombination aus hoher Verschuldung am Kryptomarkt, extremer Stimmungsschwäche („extreme fear“ im Sektor) und einem Kauf auf vergleichsweise hohem Niveau verstärkt die Sensibilität der Aktie gegenüber Bitcoin-Korrekturen. Analysten verweisen darauf, dass sich dadurch die Beta der Aktie gegenüber dem Spot-Preis der Kryptowährung weiter erhöht – Aufschwünge und Rücksetzer schlagen überproportional auf den Kurs durch.
Konsequente Umsetzung der Treasury-Strategie
Trotz des schwachen Aktienkurses und der kurzfristig ungünstigen Relation von Kaufpreis zu Marktpreis hält Strategy konsequent an seiner Treasury-Strategie fest. Das Tempo der Zukäufe in den ersten Dezemberwochen übertrifft sogar die Aktivität im dritten Quartal 2025. Damit signalisiert das Management um Executive Chairman Michael Saylor, dass es die Bilanz bis zum Geschäftsjahresende noch einmal maximal mit Bitcoin füllen möchte.
Auffällig ist zudem die Kommunikationslinie: Saylors jüngste „Orange Dots“-Signale auf X hatten bereits im Vorfeld größere Käufe angedeutet, wie es in der Vergangenheit schon öfter vor entsprechenden Meldungen der Fall war. Der Markt kann diese Signale inzwischen als indirekte Vorbereitung auf weitere Tranchen werten.
Der durchschnittliche Kaufpreis der neuen Tranche liegt zwar deutlich über der bisherigen Cost Basis, aber noch unter den historischen Höchstständen von Bitcoin. Aus Sicht konsequenter Langfrist-Positionierung ordnen Marktbeobachter die Transaktionen daher als Verstärkung einer bestehenden Strategie ein, nicht als kurzfristigen Kurs-Timing-Versuch.
Ausblick: Volatilität bleibt Programm
Kurzfristig rückt die technische Seite stärker in den Fokus. Entscheidend ist, ob es Strategy gelingt, den Aufschlag der Aktie auf den inneren Wert der Bitcoin-Bestände (Net Asset Value, NAV) zu halten. Gleichzeitig spielt die verbleibende Kapazität des ATM-Programms eine Rolle: Nur wenn ausreichend Spielraum für weitere Aktienverkäufe besteht, kann das Unternehmen seine aggressive Akkumulation 2026 fortsetzen.
Wichtige Wegmarken sind der anstehende Jahresabschluss sowie mögliche regulatorische Änderungen bei den Bilanzierungsstandards für digitale Vermögenswerte. Neue Regeln zur Bewertung und Abschreibung von Krypto-Beständen könnten den ausgewiesenen Buchwert und damit die Wahrnehmung der Aktie am Markt spürbar beeinflussen. Bis dahin bleibt Strategy faktisch der größte börsennotierte Bitcoin-Halter – und die Aktie ein Hebel auf die weitere Kursentwicklung der Kryptowährung.
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