BioNTech startet in den März mit zwei Themen, die Anleger selten gleichzeitig in dieser Schärfe bekommen: ein Patentstreit mit Moderna und ein anstehender Jahresbericht. Dazu läuft der Umbau Richtung Onkologie auf Hochtouren – finanziell gut gepolstert. Was bedeutet dieser Mix kurzfristig für die Wahrnehmung des Konzerns?

Patentklage gegen Moderna: Geld statt Verkaufsstopp

BioNTech hat Moderna vor einem Bundesgericht in Delaware verklagt. Der Vorwurf: Modernas COVID-19-Impfstoff mNEXSPIKE verletze ein Patent, das BioNTech im Umfeld von Comirnaty (mit Partner Pfizer) aufgebaut hat. Konkret geht es um eine mRNA-Impfstoff-Architektur, die mit geringerer Dosierung auskommen soll – unter anderem, weil sie auf bestimmte Bereiche des Spike-Proteins zielt statt auf die komplette Struktur. BioNTech verweist dabei auf ein US-Patent, das im November 2024 erteilt wurde.

Finanziell ist das kein Nebenschauplatz. Laut den in der Klage zitierten Angaben erzielte Moderna bis zum dritten Quartal 2025 1,168 Mrd. US-Dollar Umsatz mit COVID-19-Impfstoffen. mNEXSPIKE soll in der Atemwegssaison 2025/2026 rund 55% dieser Verkäufe ausmachen. BioNTech fordert Schadenersatz und betont zugleich, man verlange in diesem Verfahren keine einstweilige Verfügung – es geht also nicht darum, mNEXSPIKE vom Markt zu nehmen, sondern um monetäre Ansprüche.

Der Streit ist zudem Teil eines größeren Geflechts: Bereits 2022 hatte Moderna umgekehrt BioNTech und Pfizer wegen angeblicher Patentverletzungen verklagt. Dieses Verfahren läuft weiter. Zusammen zeigt das, wie hoch die wirtschaftlichen Einsätze rund um mRNA-Technologie und COVID-19-Produkte weiterhin sind.

Zahlen am 10. März: Darauf schaut der Markt

Am Dienstag, 10. März 2026, legt BioNTech die Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2025 vor. Dazu sind eine Telefonkonferenz und ein Webcast angesetzt (13:00 Uhr MEZ). Die Erwartungen sind besonders deshalb hoch, weil BioNTech zuletzt sowohl die Umsatzprognose als auch mehrere Kostenrahmen angepasst hatte.

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Für das dritte Quartal 2025 meldete das Unternehmen einen Umsatz von 1,518,9 Mio. Euro (gegenüber Vorjahr gestiegen) und einen Nettoverlust von 28,7 Mio. Euro. Seit Jahresbeginn lagen die Umsätze bei 1,962,5 Mio. Euro. Gleichzeitig blieb die Liquiditätsbasis sehr groß: Zum 30. September 2025 summierten sich Cash, Äquivalente und Wertpapiere auf 16,704,9 Mio. Euro. Zusätzlich kam eine 1,5 Mrd. US-Dollar-Zahlung aus der Bristol-Myers-Squibb-Kooperation. Die Umsatz-Guidance für 2025 wurde auf 2,6 bis 2,8 Mrd. Euro angehoben, während BioNTech die Bandbreiten für R&D, SG&A und Capex senkte.

An der Börse steht die Aktie heute bei 90,85 Euro und damit leicht unter dem Vortagesschluss (92,05 Euro). Die Bewegung wirkt eher wie abwartendes Positionieren vor den anstehenden Ereignissen als ein Richtungsentscheid.

Onkologie-Plan und Personalie: Umbau mit klaren Meilensteinen

Parallel zur juristischen Front und den Zahlen treibt BioNTech seine Onkologie-Ausrichtung weiter voran. Auf der J.P.-Morgan-Healthcare-Konferenz skizzierte das Management für 2026 Schwerpunkte wie späte Entwicklungsphasen, Kombinationsprogramme und einen Fokus auf mehrere Krebsfelder (u.a. Lunge, Brust, GI, GU, gynäkologisch). Bis Ende 2026 erwartet BioNTech 15 Phase-3-Studien und sieben Daten-Updates aus der späten Entwicklung im Jahr 2026.

Für Comirnaty stellt das Unternehmen 2026 einen moderaten Umsatzrückgang gegenüber 2025 in Aussicht. Als Gründe nennt BioNTech Marktmechaniken wie veränderte Impfempfehlungen – besonders in den USA – sowie den Übergang von mehrjährigen Verträgen hin zu stärker privatwirtschaftlich geprägten Märkten in verschiedenen Regionen.

Auch organisatorisch wird nachgeschärft: Seit 1. März 2026 sitzt Kylie Jimenez als Chief People Officer im Vorstand – eine neu geschaffene Rolle, die die Personalstrategie für das Ziel „Multi-Produkt-Onkologieunternehmen“ unterstützen soll.

Am 10. März dürfte sich dann zeigen, wie gut BioNTech die kurzfristige Ertragslage, den erwarteten Comirnaty-Gegenwind für 2026 und die Finanzierungskraft für den Onkologie-Fahrplan in einer konsistenten Story zusammenführt – während der Patentstreit mit Moderna parallel zusätzliche finanzielle Hebel (oder Risiken) ins Bild bringt.

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