Kaum ein Titel verbindet Bitcoin so direkt mit der Börsenpsychologie wie Strategy. Ausgerechnet die Aktie mit dem höchsten Short-Interesse unter großen globalen Konzernen geriet diese Woche in den Sog einer Krypto-Erholung – und zwang viele Leerverkäufer zum Rückzug. Was steckt hinter dieser explosiven Mischung aus Bitcoin-Exposure, hoher Verschuldungslogik und taktischen Trades?

Warum der Kurs plötzlich anzog

Strategy gilt derzeit als am stärksten geshortete Aktie weltweit unter Unternehmen mit mehr als 25 Milliarden Dollar Börsenwert. Laut Daten von Goldman Sachs und FactSet entsprechen die Short-Wetten rund 14% der Marktkapitalisierung.

Am Dienstag bekam dieses Setup dann den passenden Auslöser: Bitcoin sprang um rund 7% nach oben. In so einer Konstellation kann es schnell eng werden – denn steigende Kurse zwingen Short-Seller häufig dazu, Positionen einzudecken, um Verluste zu begrenzen. Genau dieser Mechanismus verstärkte die Bewegung und trieb die Aktie zusätzlich.

Auch der Blick auf die Kurslage zeigt, wie aufgeladen das Papier bleibt: Der Schlusskurs am Mittwoch lag bei 114,90 Euro, und trotz der Erholung der letzten sieben Tage (+4,45%) steht die Aktie auf 30-Tage-Sicht deutlich tiefer (-14,35%).

Die 100. Bitcoin-Tranche – und die Schattenseite

Zusätzliche Aufmerksamkeit brachte eine Meldung vom Sonntag: Strategy verkündete den 100. Bitcoin-Kauf seit dem Start der Akkumulationsstrategie im August 2020. Zuletzt wurden 592 BTC für rund 39,8 Millionen Dollar gekauft, finanziert über den Verkauf von 297.940 Class-A-Aktien im Rahmen eines At-the-Market-Programms.

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Insgesamt hält das Unternehmen nun 717.722 BTC, angeschafft für 54,56 Milliarden Dollar zu einem Durchschnittspreis von 76.020 Dollar je Bitcoin. Der Haken: Bei einem Bitcoin-Kurs um 69.000 Dollar liegt Strategy laut CoinDesk auf rund 7 Milliarden Dollar unrealisierter Buchverluste. Diese Lücke macht deutlich, wie stark die Bilanz an der Bitcoin-Entwicklung hängt.

Shorts sind nicht immer „gegen“ die Aktie

Ein wichtiger Punkt: Nicht jeder Short ist eine Wette auf fallende Kurse. Laut CoinDesk steckt hinter einem Teil des hohen Short-Interesses auch sogenannter Basis-Handel. Dabei kaufen Händler Bitcoin-Exposure (zum Beispiel über den iShares Bitcoin Trust/IBIT) und shorten gleichzeitig Strategy, um Unterschiede zwischen Aktienbewertung und dem Wert der hinterlegten Bitcoin-Positionen auszunutzen.

Als Beispiel nennt CoinDesk Jane Street: Die Handelsfirma meldete mehr als 7 Millionen IBIT-Anteile und zugleich eine große Position in Strategy-Aktien. Zudem hielten per 31. Dezember 2025 etwa 53 Hedgefonds Strategy-Aktien; ihr Anteil am Freefloat lag bei rund 3%.

Zum Vormerken für die nächsten Wochen: Entscheidend wird, ob Bitcoin die Erholung fortsetzen kann – denn dann steigt auch die Wahrscheinlichkeit weiterer Eindeckungen. Dreht Bitcoin dagegen erneut nach unten, wächst der Druck auf das Modell, weitere Käufe über Aktienausgaben zu finanzieren, spürbar.

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