Strategy- vs. Coinbase-Aktie: Wer übersteht den Krypto-Winter?
Die Krypto-Märkte befinden sich im Rückwärtsgang, und mit ihnen geraten zwei der prominentesten börsengehandelten Krypto-Werte unter Druck. Doch während Strategy (ehemals MicroStrategy) und Coinbase beide unter dem Bitcoin-Abschwung leiden, könnten ihre Strategien kaum unterschiedlicher sein. Der eine setzt alles auf eine Karte, der andere baut ein diversifiziertes Ökosystem. Welcher Ansatz bietet Anlegern in stürmischen Zeiten den besseren Schutz?
Die vergangenen Wochen hatten es in sich. Bitcoin hat sich von seinen Höchstständen zurückgezogen und die gesamte Krypto-Branche mit nach unten gerissen. Die Folge: Eine Welle von Analystenabstufungen und reduzierten Kurszielen für beide Unternehmen. Die institutionelle Vorsicht wächst, und Anleger müssen beide Aktien jenseits ihrer Funktion als reine Krypto-Proxys neu bewerten.
Analysten schlagen Alarm – aber unterschiedlich laut
Coinbase stand zuletzt im Kreuzfeuer der Analysten. Mizuho Securities kürzte das Kursziel drastisch um 39,3 Prozent auf 170 Dollar und verwies auf die Bitcoin-Volatilität sowie veränderte Marktdynamiken. Benchmark reduzierte ebenfalls das Kursziel, hielt aber an der Kaufempfehlung fest – ein Vertrauensbeweis für das zunehmend diversifizierte Geschäftsmodell.
Deutlich pessimistischer zeigte sich Monness, Crespi, Hardt: Die Analysten stuften die Aktie auf „Verkaufen" herab und setzten ein Kursziel von nur 120 Dollar. Hoffnungen auf eine stetige Erholung seien in einem typischen Krypto-Bärenmarkt schlicht „naiv". Diese Einschätzungen folgen auf die Quartalszahlen für das vierte Quartal 2025, die einen Nettoverlust auswiesen – hauptsächlich verursacht durch nicht realisierte Verluste im Krypto-Portfolio.
Strategy tanzt derweil weiter im Gleichschritt mit Bitcoin. Auch hier senkte Mizuho das Kursziel auf 320 Dollar. Trotz eines gemeldeten Nettoverlusts von 12,4 Milliarden Dollar im vierten Quartal – größtenteils durch nicht realisierte Bitcoin-Verluste – hält das Unternehmen unbeirrt an seiner Akkumulationsstrategie fest. Erst kürzlich wurden weitere 2.486 BTC gekauft. Diese kompromisslose Treue zur Bitcoin-Treasury-Strategie macht die Aktie zum ultimativen Hebel auf die führende Kryptowährung.
| Kursentwicklung | 1 Woche | 1 Monat | 6 Monate | 1 Jahr |
|---|---|---|---|---|
| Strategy (MSTR) | -2,11 % | -32,30 % | -60,31 % | -63,00 % |
| Coinbase (COIN) | +4,23 % | -25,10 % | -43,00 % | -34,26 % |
Stand: Börsenschluss am 20. Februar 2026
Geschäftsmodelle im Vergleich: Alles auf Bitcoin oder breite Aufstellung?
Der fundamentale Unterschied zwischen beiden Unternehmen könnte kaum größer sein. Strategy – der Name ist Programm – hat sich vollständig dem Bitcoin verschrieben. Zwar existiert noch das ursprüngliche Geschäft mit Unternehmenssoftware, doch Identität und Bewertung sind untrennbar mit den massiven Bitcoin-Beständen verbunden, die mittlerweile über 717.000 BTC umfassen. Durch aggressive Fremd- und Eigenkapitalfinanzierung wurde MSTR zum Vehikel für Anleger, die verstärkte Bitcoin-Exposition suchen.
Coinbase verfolgt einen grundlegend anderen Ansatz. Das Unternehmen baut eine diversifizierte Finanzinfrastruktur für das digitale Zeitalter auf. Transaktionsgebühren aus dem Börsengeschäft bleiben zwar eine wichtige Einnahmequelle, doch der Fokus liegt zunehmend auf Abonnement- und Serviceerlösen. Dazu zählen Staking, institutionelle Verwahrung und weitere Blockchain-Dienstleistungen. Diese Strategie soll planbarere, wiederkehrende Einnahmen generieren und die Abhängigkeit von volatilen Handelsvolumina reduzieren.
Stärken und Schwächen: Wo liegen die Risiken?
Ein fundamentaler Vergleich gleicht dem sprichwörtlichen Vergleich von Äpfeln und Birnen. Strategys Bilanz wird vom Wert der digitalen Vermögenswerte dominiert. Die Software-Erlöse verblassen gegenüber den milliardenschweren Schwankungen im Bitcoin-Bestand. Die Stärke liegt im schieren Ausmaß der Bitcoin-Treasury – ein einzigartiges Angebot an den öffentlichen Märkten. Die Schwäche ist ebenso offensichtlich: extreme Verwundbarkeit bei Bitcoin-Kurseinbrüchen, verstärkt durch die erhebliche Verschuldung.
Coinbase punktet mit einem traditionelleren, wenngleich krypto-zentrierten Geschäftsmodell. Markenbekanntheit, eine große Nutzerbasis und die Diversifizierungsbemühungen sprechen für das Unternehmen. Das Wachstum bei Abonnement- und Serviceerlösen deutet auf einen Weg zu stabileren Finanzen hin. Doch die Herausforderungen sind gewaltig: intensiver Wettbewerb im Börsengeschäft und regulatorische Unsicherheiten, die das Geschäft jederzeit beeinträchtigen könnten.
| Kennzahl | Strategy (MSTR) | Coinbase (COIN) |
|---|---|---|
| Marktkapitalisierung | ~43,54 Mrd. Dollar | ~44,31 Mrd. Dollar |
| Kurs-Umsatz-Verhältnis | ~93,94 | k. A. |
| Umsatz (12 Monate) | ~477,23 Mio. Dollar | ~7,18 Mrd. Dollar |
| Gewinn je Aktie | -15,23 Dollar | ~5,02 Dollar |
| Geschäftsfokus | Bitcoin-Holding & Software | Krypto-Börse & Ökosystem |
Was sagen die Analysten?
Die Analystenmeinungen spiegeln die gespaltene Natur dieser Investments wider. Für Strategy lautet der Konsens „Moderate Buy", wobei die Kursziele erhebliches Aufwärtspotenzial signalisieren – allerdings stark abhängig von bullischen langfristigen Bitcoin-Preisannahmen. Das durchschnittliche 12-Monats-Kursziel liegt bei etwa 368 Dollar.
Auch Coinbase erhält mehrheitlich eine moderate Kaufempfehlung. Die Bandbreite der Kursziele ist jedoch enorm – von 120 Dollar bis über 400 Dollar. Das verdeutlicht die Unsicherheit rund um die Aktie. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei etwa 281 Dollar. Trotz jüngster Herabstufungen sehen viele Analysten langfristigen Wert in Coinbases Strategie, zur zentralen Plattform der Krypto-Ökonomie zu werden.
Die Gretchenfrage: Welche Strategie passt zu welchem Anleger?
Die Entscheidung zwischen Strategy und Coinbase hängt letztlich von der persönlichen These zur Zukunft digitaler Vermögenswerte ab.
Wer Strategy wählt, setzt auf einen gehebelten, hochkonzentrierten Bitcoin-Wette. Diese Aktie ist für Anleger gedacht, die Bitcoin als künftig global bedeutenden Wertspeicher sehen – eine Art digitales Gold. Die kontinuierliche Akkumulationsstrategie bietet Bitcoin-Exposition ohne direkten Besitz des Assets. Das Risiko ist ebenso klar: Fällt der Bitcoin-Kurs, verstärkt die gehebelte Position die Verluste dramatisch.
Wer Coinbase wählt, wettet breiter auf das gesamte digitale Asset-Ökosystem. Diese Aktie eignet sich für Anleger, die glauben, dass neben Bitcoin auch die Tokenisierung von Vermögenswerten, dezentrale Finanzanwendungen und andere Blockchain-Anwendungen Mainstream werden. Die diversifizierenden Einnahmequellen bieten einen Puffer, den Strategy nicht hat. Die Hauptrisiken bleiben der intensive Wettbewerb und die drohende regulatorische Keule.
Am Ende ist es eine Frage der Überzeugung: Will man sich einer Unternehmens-Treasury anschließen, die einzig und allein auf Bitcoins Wertsteigerung setzt? Oder investiert man lieber in den zentralen Marktplatz und Infrastrukturanbieter einer aufstrebenden, wenn auch volatilen, neuen Anlageklasse? Die Antwort bestimmt, welche dieser Krypto-Aktien besser ins Portfolio passt.
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