Strategy Aktie: Druck nimmt zu
Strategy Inc. startet mit schwerem Gepäck ins Jahr 2026. Nach dem bislang längsten Abwärtslauf seit der Umstellung auf Bitcoin als Treasury-Asset hat sich der einstige Highflyer deutlich von seinen Höchstständen entfernt. Anleger stehen vor der Frage, ob der Markt hier nur Luft ablässt – oder ob sich das Geschäftsmodell strukturell verändert bewertet wird.
Historische Verlustserie und Underperformance
Zwischen Juli und Dezember 2025 verzeichnete die Aktie laut Krypto-Analyst Chris Millas sechs Monate in Folge Verluste – ein Bruch mit dem Muster der vergangenen Jahre. Besonders auffällig waren die Rückgänge von 16,78 % im August, 16,36 % im Oktober, 34,26 % im November und weiteren 14,24 % im Dezember. Entlastende Zwischenerholungen blieben diesmal aus.
In früheren Korrekturphasen, etwa im Bärenmarkt 2022, folgten auf starke Monatsverluste häufig schnelle Rebounds von über 40 % innerhalb weniger Monate. Die zweite Jahreshälfte 2025 zeigte dieses Muster nicht mehr. Das deutet eher auf eine grundlegende Neubewertung der Aktie hin als auf eine gewöhnliche Korrektur.
Parallel dazu hat sich die Kursentwicklung deutlich von Bitcoin und dem Tech-Umfeld entkoppelt. Während die Aktie über zwölf Monate rund 48 % verlor, gab Bitcoin im gleichen Zeitraum nur etwa 10 % nach. Der Nasdaq 100, in dem Strategy vertreten ist, legte 2025 sogar um gut 20 % zu. Vor diesem Hintergrund wirkt die Schwäche des Titels besonders ausgeprägt.
Ein zentraler Punkt ist das Verhältnis von Börsenwert zu Bitcoin-Bestand (mNAV). Laut Unternehmens-Dashboard liegt dieses nur noch bei 0,739 (basic) bzw. 0,967 (Enterprise Value). Der Markt zahlt damit keinen Aufschlag mehr auf den Bitcoin-Bestand, im Gegensatz zu Anfang 2025, als die Aktie zeitweise beim 2,5‑Fachen des BTC-Werts gehandelt wurde. Gestern schloss der Titel bei 151,95 US‑Dollar und liegt damit rund 61 % unter dem 52‑Wochen-Hoch, zugleich aber etwas über dem Tief der letzten zwölf Monate.
Bitcoin-Käufe laufen weiter
Trotz des Drucks auf die Aktie hält das Management an der Bitcoin-Strategie fest. Am 29. Dezember meldete Strategy den Kauf von 1.229 BTC für 108,8 Mio. US‑Dollar zu einem Durchschnittspreis von 88.568 US‑Dollar pro Coin. Finanziert wurde der Zukauf vollständig über den Verkauf von Stammaktien.
In Summe hält das Unternehmen nun 672.497 BTC. Dafür wurden seit August 2020 rund 50,44 Mrd. US‑Dollar aufgewendet, was einem durchschnittlichen Einstandspreis von 74.997 US‑Dollar je Bitcoin entspricht. Allein im Jahr 2025 flossen 22,5 Mrd. US‑Dollar in neue Käufe – nahezu die Hälfte des gesamten bisher investierten Volumens.
Auf Basis der aktuellen Bitcoin-Notierungen beläuft sich der Wert des Bestands auf etwa 58,8 Mrd. US‑Dollar. Damit ist die Bilanz stärker denn je an die Entwicklung der Kryptowährung gekoppelt, während der bisherige Bewertungsaufschlag der Aktie weitgehend verschwunden ist.
Feste Dividendenlast durch Vorzugsaktien
Die aggressive Bitcoin-Akkumulation wurde zu einem wesentlichen Teil über Vorzugsaktien und andere Finanzinstrumente ermöglicht. Daraus sind hohe feste Verpflichtungen entstanden: Die jährlichen Dividendenzahlungen auf die Vorzugsaktien summieren sich inzwischen auf rund 800 Mio. US‑Dollar.
CEO Phong Le hat eingeräumt, dass ein Unterschreiten einer mNAV von 1,0 in Kombination mit eingeschränktem Kapitalzugang Konsequenzen hätte. Sollte der Börsenwert dauerhaft unter dem Wert des Bitcoin-Bestands liegen und sich gleichzeitig keine neuen Mittel am Markt aufnehmen lassen, würde das Unternehmen in Erwägung ziehen, Bitcoin zu veräußern, um seine Verpflichtungen zu bedienen. Damit wird die bisher einseitige Akkumulationsstrategie um eine potenzielle Verkaufsoption ergänzt – wenn auch klar als Notfallszenario.
MSCI-Entscheidung als kurzfristiger Katalysator
Ein wichtiges Ereignis steht Mitte Januar 2026 an: MSCI will entscheiden, ob Strategy in seinen globalen Indizes verbleibt. Der Prognosemarkt Polymarket sieht derzeit mit über 75 % Wahrscheinlichkeit eine Herausnahme aus den Indizes.
JPMorgan-Analysten warnen, dass ein Ausschluss Zwangsverkäufe in erheblichem Umfang auslösen könnte. Indexfonds, die MSCI-Barometer nachbilden, müssten ihre Positionen dann voraussichtlich abbauen. Der mögliche Kapitalabfluss wird auf bis zu 8 Mrd. US‑Dollar geschätzt.
Die Debatte hängt eng mit der Frage zusammen, wie Strategy grundsätzlich einzuordnen ist. Executive Chairman Michael Saylor argumentiert, das Unternehmen sei weiterhin ein operativer Software-Anbieter und damit indexfähig. Gleichzeitig hat sich die Firma faktisch stark in Richtung einer Bitcoin-Holding entwickelt, was die Kategorisierung für Indexanbieter erschwert.
Neuer Erzählstrang: Software und Daten statt Bitcoin
Zum Jahreswechsel hat Strategy die eigene Kommunikation spürbar verschoben. In der Neujahrsbotschaft am 1. Januar standen nicht Bitcoin oder Treasury-Themen im Mittelpunkt, sondern das klassische Kerngeschäft. Das Unternehmen hob seine Enterprise-Software und „AI-ready“ Datenplattformen hervor und betonte, dass „Datenstrategie noch nie wichtiger war“. Ziel sei es, Kunden zu helfen, Daten zu vereinfachen, zu skalieren und besser zu nutzen.
Diese Neuausrichtung im Wording lässt darauf schließen, dass das Management die Wahrnehmung wieder stärker in Richtung Software lenken möchte. Das dürfte auch eine Reaktion auf die veränderte Marktstruktur sein: Seit der Einführung von Spot-Bitcoin-ETFs brauchen Anleger die Aktie weniger als Vehikel für gehebelte Bitcoin-Exponierung, der frühere Bewertungsaufschlag ist entsprechend weitgehend verschwunden.
Ausblick auf 2026
Kurzfristig dürfte die MSCI-Entscheidung Mitte Januar den Takt vorgeben. Ein Ausschluss könnte die Verkäufe institutioneller Anleger beschleunigen, ein Verbleib in den Indizes zumindest vorübergehend Entlastung bringen.
Bemerkenswert ist, dass viele Analysten trotz des Kursrutschs optimistisch bleiben. Laut TipRanks empfehlen 12 von 14 Analysten die Aktie zum Kauf, mit einem durchschnittlichen 12‑Monats-Kursziel von 467,75 US‑Dollar – das entspräche ausgehend vom aktuellen Niveau einem rechnerischen Aufwärtspotenzial von gut 200 %. MarketBeat meldet ähnliche Erwartungen mit Kurszielen zwischen 465 und 485 US‑Dollar.
Im Zentrum des Investment-Case für 2026 steht die Frage der Finanzierungskraft: Strategy muss zugleich neue Mittel für weitere Bitcoin-Käufe beschaffen und die hohen Dividenden auf Vorzugsaktien bedienen. Mit einem mNAV nahe 1,0 und einem Aktienkurs deutlich unter den gleitenden Durchschnitten ist die Möglichkeit, zu attraktiven Konditionen neues Eigenkapital zu platzieren, deutlich eingeschränkt. Wie gut das Unternehmen diese Spannungen ausbalancieren kann, wird maßgeblich bestimmen, ob die bisherige Bitcoin-Flywheel-Strategie in ähnlicher Form fortgesetzt werden kann.
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