Zwei neue Aufträge, ein prall gefülltes Orderbuch — und trotzdem steht die Aktie auf einem 52-Wochen-Tief. Für Stadler Rail wird die laufende Woche zur Nagelprobe: Am 18. März legt der Schweizer Zugbauer seinen Geschäftsbericht 2025 vor.

Doppelauftrag aus Polen und Österreich

Kurz vor dem Zahlentermin sicherte sich Stadler gleich zwei Verträge. Das Marschallamt der Woiwodschaft Großpolen bestellte zehn FLIRT-Elektrotriebzüge für rund 263 Millionen Euro — mit Option auf zehn weitere Einheiten. Die Fahrzeuge sollen ab Anfang 2028 für den Regionalverkehr eingesetzt werden; Betreiber Koleje Wielkopolskie transportierte zuletzt 31 Millionen Fahrgäste jährlich.

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Parallel dazu riefen die Österreichischen Bundesbahnen eine Option aus einem bestehenden Rahmenvertrag ab und bestellten sieben weitere batteriebetriebene FLIRT-Züge. Der Rahmenvertrag vom Juli 2023 erlaubt die Beschaffung von bis zu 120 solcher Fahrzeuge. Die neuen Einheiten sollen 2029 in Niederösterreich Dieselfahrzeuge ersetzen und den CO₂-Ausstoß laut Projektschätzung um rund 1.200 Tonnen jährlich senken.

Beide Aufträge unterstreichen die strukturell stabile Nachfrage nach emissionsarmen Schienenfahrzeugen. Der Gesamtauftragsbestand liegt bei 29,2 Milliarden Franken — eine langfristig sichtbare Umsatzbasis.

Belastungen durch Naturkatastrophen und technische Mängel

Der Blick auf die Zahlen ist weniger ungetrübt. Im Geschäftsjahr 2024 kosteten drei Naturkatastrophen — Überschwemmungen im Wallis, in Dürnrohr und in Valencia — rund 350 Millionen Franken Umsatz, der auf 2025 und 2026 verschoben werden musste. Die EBIT-Marge sank infolgedessen auf 3,1 Prozent, zwei Prozentpunkte unter dem Vorjahr. Der freie Cashflow rutschte ins Minus, die Nettofinanzverbindlichkeiten stiegen.

Für das Gesamtjahr 2025 hatte das Management ein Umsatzwachstum von deutlich über 10 Prozent und eine EBIT-Marge zwischen 4 und 5 Prozent in Aussicht gestellt — ausgehend von einem Halbjahresumsatz von 1,4 Milliarden Franken und einer Halbjahresmarge von 2,6 Prozent. Der Geschäftsbericht am 18. März wird zeigen, ob diese Ziele erreicht wurden.

Zusätzlichen Gegenwind liefern technische Probleme: Wegen Lärm- und Vibrationsbeschwerden durch neu konstruierte Drehgestelle wurde die Abnahme des Modells TINA in Darmstadt und Basel gestoppt. Stadler muss 25 Fahrzeuge bis Ende 2026 auf eigene Kosten nachrüsten. Außerdem ermittelt die italienische Staatsanwaltschaft nach einem Straßenbahnunglück in Mailand Ende Februar auch den Sicherheitsmechanismus des Tramlink-Modells.

Wachstumspfad mit Fragezeichen

Für 2026 erwartet Stadler erstmals einen Umsatz von über 5 Milliarden Franken, was einem Wachstum von 30 bis 40 Prozent entspräche — getrieben durch die verschobenen Umsätze aus den Katastrophenjahren. Danach normalisiert sich das Wachstum auf 9 Prozent für 2027 und rund 6 Prozent für 2028. Das läge noch leicht über den 5 bis 7 Prozent, die Konkurrenten wie Alstom und Siemens anpeilen.

Laut UBS gehören die Stadler-Titel allerdings zu den Aktien mit dem höchsten Anteil an Leerverkäufen im Schweizer Markt — ein Zeichen erheblicher Skepsis. Die Aktie notiert aktuell bei 20,00 Euro, rund 8 Prozent unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt. Gelingt es dem Unternehmen am 18. März, die angepeilte Margensteigerung zu belegen und den Abbau der verschobenen Umsätze zu bestätigen, dürfte der aktuelle Bewertungsabschlag gegenüber der Konkurrenz schwer zu rechtfertigen sein.

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