Der Schweizer Schienenfahrzeugbauer Stadler Rail nähert sich der Veröffentlichung seiner Jahresergebnisse auf einem historischen Bewertungsniveau. Während das operative Geschäft mit pünktlichen Auslieferungen und einem prallen Auftragsbuch glänzt, drücken verschobene Umsätze und technische Rückschläge auf die Stimmung. Bietet die aktuelle Schwächephase eine seltene Einstiegschance vor den anstehenden Zahlen?

Die Gründe für die gedrückte Bewertung sind vielschichtig. Naturkatastrophen zwangen das Unternehmen zuletzt, Umsätze in Höhe von rund 350 Millionen Franken auf die Jahre 2025 und 2026 zu verschieben. Dies drückte den freien Cashflow ins Minus und rief vermehrt Leerverkäufer auf den Plan. Hinzu kommen technische Herausforderungen: Beim Straßenbahntyp TINA in Darmstadt und Basel erfordern Lärm- und Vibrationsbeschwerden die Nachrüstung von 25 Fahrzeugen auf eigene Kosten. Auch ein tödlicher Tramunfall in Mailand, bei dem die Ermittlungen neben einer mutmaßlich überhöhten Geschwindigkeit des Fahrers routinemäßig die Fahrzeugtechnik prüfen, sorgt für Unsicherheit. Diese Gemengelage spiegelt sich deutlich im Kurs wider: Mit aktuell 21,12 Euro notiert das Papier nur knapp über seinem 52-Wochen-Tief und weist einen historisch hohen Bewertungsabschlag zur Konkurrenz auf.

Operative Stärke und volle Auftragsbücher

Abseits dieser Störfeuer zeigt sich das Kerngeschäft jedoch robust. Stadler lieferte kürzlich drei SMILE-Hochgeschwindigkeitszüge für die österreichische WESTbahn in weniger als zwei Jahren und damit vor dem vertraglichen Zeitplan aus. Auch im Güterverkehr läuft es operativ nach Plan, was die anstehende Auslieferung der ersten EURO9000-Lokomotiven aus einem bestehenden Leasingvertrag unterstreicht.

Das eigentliche Fundament bildet jedoch das Auftragsbuch. Mit einer Book-to-Bill-Ratio von 1,5 im vergangenen Jahr übertrifft Stadler Konkurrenten wie Alstom deutlich. Das Unternehmen sichert sich also deutlich mehr neue Aufträge, als es im gleichen Zeitraum abarbeitet.

Anzeige

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Stadler Rail?

Neuausrichtung im Verwaltungsrat

Um dieses Wachstum künftig effizienter zu managen, baut das Unternehmen seine Führungsstrukturen um. Auf der Generalversammlung am 5. Mai sollen branchenerfahrene Führungskräfte in den Verwaltungsrat einziehen. Als Nachfolger für zwei langjährige Mitglieder sind Sabrina Soussan, ehemalige Co-Chefin der Siemens Mobility Division, sowie der amtierende Airbus Defence-CEO Michael Schöllhorn nominiert.

Der entscheidende Termin für Anleger ist jedoch der 18. März, wenn Stadler die Jahresergebnisse vorlegt. Analysten blicken dabei besonders auf die Margenentwicklung und die Frage, wie effizient der gewaltige Auftragsbestand in tatsächlichen Umsatz umgewandelt wird. Für das Jahr 2026 prognostiziert das Management ein Umsatzwachstum von 30 bis 40 Prozent. Bestätigen die anstehenden Zahlen, dass sich die Lieferketten stabilisieren und die Anlaufschwierigkeiten überwunden sind, rechtfertigt das operative Potenzial eine fundamentale Neubewertung der Aktie.

Anzeige

Stadler Rail-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Stadler Rail-Analyse vom 12. März liefert die Antwort:

Die neusten Stadler Rail-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Stadler Rail-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 12. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Stadler Rail: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...