Neuer Auftrag, pünktliche Lieferung — und trotzdem steht die Stadler-Aktie unter Druck. Während das Unternehmen operativ überzeugt, kämpft es mit Altlasten, die Anleger nervös machen.

Die Österreichischen Bundesbahnen haben sieben weitere batteriebetriebene FLIRT Akku-Triebzüge bestellt. Die Züge werden ab 2028 im Werk Bussnang gefertigt und ersetzen Dieselfahrzeuge auf nicht elektrifizierten Strecken in Niederösterreich — darunter die Kamptalbahn und die Erlauftalbahn. Der Abruf erfolgt aus einem Rahmenvertrag von 2023, der bis zu 120 Einheiten umfasst. Der erste Abruf hatte 16 Fahrzeuge umfasst, nun kommen sieben weitere hinzu.

Operative Stärke, aber belastete Kennzahlen

Kurz zuvor hatte Stadler bereits gezeigt, dass es Projekte auch termingerecht abliefern kann: Drei SMILE-Hochgeschwindigkeitszüge für die WESTbahn nahmen am 1. März den Betrieb auf der neuen Koralmbahn auf — weniger als zwei Jahre nach Vertragsunterzeichnung. Mit 250 km/h Höchstgeschwindigkeit sind sie die schnellsten Züge im regulären österreichischen Personenverkehr.

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Das operative Bild steht allerdings im Kontrast zur Finanzlage. Naturkatastrophen zwangen Stadler, Umsätze von rund 350 Millionen Franken in die Jahre 2025 und 2026 zu verschieben. Der freie Cashflow rutschte ins Minus, und Finanzchef Raphael Widmer rechnet auch für 2026 noch mit einem negativen Nettoumlaufvermögen. Laut UBS gehören die Stadler-Titel zudem zu den Aktien mit dem höchsten Anteil an Leerverkäufen — ein Zeichen für erhebliche Skepsis am Markt. Nur einer von neun Analysten empfiehlt die Aktie zum Kauf, sechs raten zum Halten, zwei zum Verkauf.

Bewertungsabschlag als Argument

Mittelfristig zeichnet sich ein anderes Bild. Für 2026 wird ein Umsatzwachstum von 30 bis 40 Prozent erwartet, für 2027 noch 9 Prozent — und selbst die danach erwarteten 6 Prozent liegen über dem, was Alstom und Siemens mit 5 bis 7 Prozent jährlich erzielen. Während die Konkurrenten mit dem 13- bis 17-fachen Gewinn bewertet werden, notiert Stadler deutlich darunter — historisch lagen alle drei Unternehmen bei Spitzenbewertungen zwischen dem 23- und 26-fachen.

Die Dividende wurde seit dem Börsengang dreimal gekürzt, was das Vertrauen belastet hat. Analysten erwarten für 2026 nun eine Ausschüttung von 90 Rappen je Aktie — auf dem reduzierten Niveau eine stabilere Basis als zuvor.

Am 18. März veröffentlicht Stadler die Jahresergebnisse 2025. Marktteilnehmer werden dabei vor allem auf die Margenentwicklung und den Fortschritt beim Auftragsbestand schauen. Gelingt es dem Unternehmen, die verschobenen Umsätze planmäßig abzuarbeiten, könnte der aktuelle Bewertungsabschlag gegenüber der Konkurrenz schwer zu rechtfertigen sein.

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