SoftBank Aktie: KI-Boom trifft Schuldenlast
Ein rasanter Kurssprung von über 12 Prozent bei den ADRs von SoftBank wirft diese Woche ein Schlaglicht auf einen tiefen Riss an der Wall Street. Während die einen den japanischen Technologiekonzern als Profiteur des KI-Booms feiern, warnen andere vor einer wachsenden Schuldenlast. Im Zentrum des Streits stehen gigantische Investitionen in OpenAI und ein neues Mega-Rechenzentrum in Ohio.
Starke Zahlen und physische Infrastruktur
Für Optimisten liefert der Konzern derzeit reichlich Argumente. Bereits Mitte Februar übertraf SoftBank mit einem Gewinn von 0,14 US-Dollar pro Aktie die Markterwartungen deutlich. Zusätzlichen Rückenwind brachte der erfolgreiche Börsengang der Tochtergesellschaft PayPay Mitte März. Die Papiere des Zahlungsdienstleisters notierten zum Nasdaq-Debüt direkt 19 Prozent über dem Ausgabepreis, was das Unternehmen mit 12,7 Milliarden US-Dollar bewertet.
Den eigentlichen Fantasietreiber bildet allerdings der Ausbau der physischen KI-Infrastruktur. Am 20. März verkündete SoftBank gemeinsam mit dem US-Energieministerium Pläne für ein 10-Gigawatt-Rechenzentrum in Ohio. Allein die erste Bauphase dieses Projekts auf einem ehemaligen Urananreicherungs-Gelände verschlingt voraussichtlich 30 bis 40 Milliarden US-Dollar. Analysten von Cantor Fitzgerald honorieren diese Führungsposition im KI-Sektor mit einer klaren Kaufempfehlung und einem Kursziel von 6.100 Yen für die Stammaktie.
Wachsende Skepsis bei Ratingagenturen
Die aggressive Expansion hat jedoch ihren Preis. Im Fokus der Kritiker steht die geplante Investition von 30 Milliarden US-Dollar in OpenAI für das Jahr 2026. Diese enorme Kapitalbindung rief S&P Global Ratings auf den Plan, die den Ausblick für SoftBank im März auf negativ senkten. Die Experten sehen die finanzielle Flexibilität des Unternehmens durch das Klumpenrisiko zunehmend eingeschränkt.
Auch intern ist die Belastung spürbar. Finanzchef Yoshimitsu Goto räumte öffentlich ein, dass die Verschuldungsquote zuletzt von 16,5 auf 20,6 Prozent gestiegen ist und interne Obergrenzen vorübergehend überschreiten wird. Als Reaktion auf diese Entwicklung stufte Jefferies die Aktie auf "Underperform" ab. Die wachsende Skepsis spiegelt sich auch bei den Leerverkäufern wider: Die Short-Positionen auf SoftBank-Papiere schossen bis Mitte März um gut 278 Prozent in die Höhe.
Der aktuelle Kursverlauf zeigt, wie stark der Markt zwischen diesen beiden Extremen schwankt. Auf der einen Seite steht ein profitables Kerngeschäft mit ehrgeizigen Wachstumsplänen, auf der anderen Seite ein zunehmend fremdfinanziertes Konstrukt, dessen Bewertung stark an ein einziges, nicht börsennotiertes KI-Unternehmen gekoppelt ist. Die Umsetzung des Ohio-Projekts bis zum geplanten Start der ersten Kapazitäten Anfang 2028 wird ein zentraler Gradmesser für die Tragfähigkeit dieser Strategie sein.
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