SoftBank Aktie: KI-Ausbau belastet Bonität
Der japanische Technologieinvestor SoftBank treibt den Ausbau seiner KI-Infrastruktur unermüdlich voran. Mit der jüngsten Beteiligung an dem Halbleiter-Startup Kandou AI sichert sich der Konzern eine Schlüsseltechnologie für Rechenzentren. Gleichzeitig wachsen am Anleihemarkt die Sorgen über die aggressive Expansionsstrategie, was sich in deutlich steigenden Kreditrisikoprämien niederschlägt.
Kupfer für effizientere Rechenzentren
Kandou AI hat sich in einer strategischen Finanzierungsrunde 225 Millionen US-Dollar gesichert. Das Startup wird nach dieser Kapitalspritze mit 400 Millionen US-Dollar bewertet. SoftBank beteiligte sich an der überzeichneten Runde neben anderen Branchengrößen, um sich den Zugang zu einer kritischen Hardware-Komponente zu sichern.
Das Unternehmen löst ein zentrales Problem moderner KI-Systeme: den Datentransfer zwischen Prozessoren und Speicher. Da KI-Modelle exponentiell wachsen, ist oft nicht mehr die reine Rechenleistung der Engpass, sondern die Geschwindigkeit der Datenübertragung. Anstatt auf teure Glasfaserkabel zu setzen, nutzt Kandou spezielle Kupferverbindungen für die Vernetzung von Grafikprozessoren (GPUs). Diese Technologie überträgt Daten mit geringerem Stromverbrauch und über größere Distanzen, was Chipdesignern deutlich mehr Flexibilität beim Bau von Rechenzentren bietet.
Teil einer massiven Infrastruktur-Strategie
Der Einstieg bei Kandou AI reiht sich in eine Serie massiver Investitionen ein, mit denen SoftBank die gesamte KI-Wertschöpfungskette abdecken will. Erst vor wenigen Tagen kündigte der Konzern den Bau eines 33 Milliarden US-Dollar teuren Gaskraftwerks in Ohio an, um den enormen Energiebedarf künftiger Rechenzentren zu decken. Hinzu kommt eine aufgestockte Beteiligung an OpenAI im Wert von 30 Milliarden US-Dollar.
Auf der Einnahmenseite sorgte immerhin der Börsengang des Bezahldienstleisters PayPay an der US-Technologiebörse Nasdaq für einen finanziellen Ausgleich. Die Platzierung spülte knapp 880 Millionen US-Dollar in die Kassen und markierte das größte US-Listing eines japanischen Unternehmens seit einem Jahrzehnt.
Skepsis am Anleihemarkt wächst
Das hohe Tempo der Kapitalallokation bleibt nicht ohne Folgen für die Bilanzqualität. Die Ratingagentur S&P Global Ratings senkte kürzlich den Ausblick für SoftBank auf negativ. Die Analysten verweisen auf die längere Dauer, bis die neuen Investitionen wieder liquide Mittel abwerfen und die Portfolioqualität stabilisieren.
Auch die Absicherungskosten gegen einen Zahlungsausfall spiegeln diese Entwicklung wider. Die Credit Default Swaps (CDS) des Konzerns stiegen auf ein Elf-Monats-Hoch von rund 355 Basispunkten – der höchste Stand seit April 2025. Damit weist SoftBank aktuell die höchsten Kreditrisikoprämien unter japanischen Großunternehmen auf und liegt etwa 100 Basispunkte über den Werten des Autobauers Nissan.
Wie das Management den Spagat zwischen den ehrgeizigen KI-Investitionen und der nötigen Bilanzstabilität meistern will, steht im Zentrum der kommenden Berichtssaison. SoftBank präsentiert die nächsten detaillierten Geschäftsergebnisse am 7. Mai 2026.
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