Der japanische Tech-Investor SoftBank geht ins Risiko und plant den größten Dollar-Kredit seiner Unternehmensgeschichte. Während Konzernchef Masayoshi Son seine Milliarden fast ausschließlich auf die Karte Künstliche Intelligenz setzt, schlagen die Kreditmärkte Alarm. Geht diese aggressive Strategie gut oder überreizt das Unternehmen seine Bilanz?

Rekordsumme für KI-Ambitionen

Um seine Position beim ChatGPT-Entwickler OpenAI massiv auszubauen, strebt SoftBank ein Darlehen von bis zu 40 Milliarden US-Dollar an. Es handelt sich um eine Überbrückungsfinanzierung mit einer Laufzeit von rund zwölf Monaten, die von einem Bankenkonsortium unter Führung von JPMorgan Chase & Co. bereitgestellt werden soll.

Dieser Schritt unterstreicht die Entschlossenheit des Konzerns, den KI-Sektor zu dominieren. Bereits jetzt hält SoftBank einen Anteil von 11 Prozent an OpenAI. Berichten zufolge ist eine weitere Investition von 30 Milliarden Dollar geplant, die das KI-Startup mit bis zu 830 Milliarden Dollar bewerten würde. Damit koppelt der japanische Konzern sein Schicksal immer enger an den Erfolg einer einzigen Branche.

Warnsignale am Kreditmarkt

Die Finanzmärkte reagieren nervös auf diese erneute Ausweitung der Verschuldung. Die Ratingagentur S&P Global senkte den Ausblick für SoftBank bereits von „Stabil“ auf „Negativ“. Die Analysten begründeten dies mit Sorgen um die Liquidität und die Qualität der Vermögenswerte angesichts der immensen Investitionssummen. Das Rating selbst wurde bei „BB+“ belassen, allerdings mit dem Hinweis, dass die Wiederherstellung der Finanzkraft länger dauern könnte als erwartet.

Auch am Markt für Kreditausfallversicherungen (Credit Default Swaps) zeigt sich die Skepsis der Anleger. Die Risikoprämien für fünfjährige SoftBank-Anleihen kletterten auf 355 Basispunkte – ein 11-Monats-Hoch und der höchste Wert unter vergleichbaren japanischen Unternehmen.

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PayPay-IPO als Gegenpol

Während auf der einen Seite Schulden aufgenommen werden, soll auf der anderen Seite frisches Kapital fließen. Die Digital-Payment-Tochter PayPay bereitet derzeit ihren Börsengang in den USA vor. Mit einem angestrebten Volumen von bis zu 1,1 Milliarden Dollar wäre dies das größte US-Listing eines japanischen Unternehmens überhaupt.

Die Preisfestsetzung für die ausgegebenen Hinterlegungsscheine (ADRs), die in einer Spanne von 17 bis 20 Dollar angeboten werden, wird für den 11. März erwartet. Ein erfolgreicher Börsengang könnte die dringend benötigte Liquidität in die Kassen spülen und die Bedenken der Ratingagenturen zumindest kurzfristig abmildern.

Strategie der Expansion

Die Offensive beschränkt sich nicht nur auf Software. Bereits im Oktober 2025 vereinbarte SoftBank den Kauf der Robotik-Sparte von ABB für rund 5,4 Milliarden Dollar, um den Bereich „Physical AI“ zu erschließen. Operativen Rückenwind lieferte zuletzt zumindest das Telekommunikationsgeschäft: Die Tochter SoftBank Corp. konnte im Februar nach starken Zahlen und einer angehobenen Gewinnprognose deutliche Kursgewinne verzeichnen.

Für Anleger spitzt sich die Lage auf eine klare Entscheidung zu. Die Kombination aus dem geplanten 40-Milliarden-Kredit und der Bewertung durch S&P zeigt, wie hoch der finanzielle Druck inzwischen ist. Der Erfolg der Aktie hängt nun maßgeblich davon ab, ob der PayPay-Börsengang kommende Woche die erhofften Mittel liefert und ob die Wette auf die Vormachtstellung von OpenAI langfristig tragfähig ist.

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