Masayoshi Son geht aufs Ganze. Der japanische Tech-Gigant plant die größte Dollar-Kreditaufnahme seiner Unternehmensgeschichte, um seine Position beim ChatGPT-Entwickler OpenAI massiv auszubauen. Doch die Ratingagenturen reagieren alarmiert auf den immensen Kapitalbedarf: Bringt der aggressive Expansionskurs die Bilanz des Konzerns ins Wanken?

Alles auf eine Karte

SoftBank verhandelt derzeit über einen Brückenkredit von bis zu 40 Milliarden Dollar. Ein Bankenkonsortium unter Führung von JPMorgan Chase soll die Finanzierung mit einer Laufzeit von rund zwölf Monaten bereitstellen. Das Ziel ist eindeutig: Die bestehende Beteiligung an OpenAI, die per Ende Dezember bereits bei rund 11 Prozent lag, soll signifikant aufgestockt werden.

Diese Transaktion folgt auf Investitionen von bereits über 30 Milliarden Dollar in das KI-Startup. Masayoshi Son wiederholt damit seine Strategie früherer Wetten auf Alibaba oder ByteDance, operiert diesmal jedoch in einem Umfeld mit historisch hohen Bewertungen. Um diese Liquidität bereitzustellen, hat sich SoftBank bereits von anderen Assets, darunter Anteile an Nvidia, getrennt.

Warnschuss der Ratingagentur

Die Finanzmärkte betrachten die Verschuldungspläne mit Sorge. In dieser Woche senkte S&P Global den Ausblick für SoftBank von "stabil" auf "negativ". Zwar bestätigte die Agentur das Rating von "BB+", warnte jedoch explizit davor, dass weitere Milliardeninvestitionen in OpenAI die Liquidität und die Qualität der Vermögenswerte beeinträchtigen könnten.

Diese Einschätzung schlägt sich direkt in den Risikoprämien nieder. Die Kosten für die Absicherung gegen einen Zahlungsausfall (Credit Default Swaps) kletterten auf ein 11-Monats-Hoch und liegen rund 100 Basispunkte über denen von Nissan Motor. Der Markt preist hier ein deutlich erhöhtes Risiko ein, da der Konzern seine Zukunft fast ausschließlich an den Erfolg künstlicher Intelligenz koppelt.

Anzeige

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei SoftBank?

Wachsender Schuldenberg

Die Bilanzstruktur gerät zunehmend unter Druck. Seit 2025 flossen über 70 Milliarden Dollar in verschiedene KI-Initiativen, darunter Infrastrukturprojekte wie SB Energy und Übernahmen von Chip-Designern wie Ampere Computing. Finanziert wurde dies größtenteils durch Schulden und den Verkauf liquider Mittel.

Diese aggressive Strategie belastet die von S&P beobachtete Verschuldungsquote (Loan-to-Value), die sich der kritischen Schwelle von 35 Prozent nähert. SoftBank hat zudem bereits Kredite aufgenommen, die durch Aktien der Mobilfunksparte und des Chip-Designers Arm besichert sind, was den finanziellen Spielraum weiter einschränkt.

PayPay IPO als kleiner Lichtblick

Während auf Konzernebene Schulden aufgenommen werden, sucht die Tochtergesellschaft PayPay frisches Kapital. Der Zahlungsdienstleister strebt einen Börsengang in den USA an, der bis zu 1,1 Milliarden Dollar einbringen könnte. Zwar wäre dies das größte US-Listing eines japanischen Unternehmens überhaupt, im Vergleich zum 40-Milliarden-Kredit für OpenAI wirkt diese Summe jedoch marginal.

Für Anleger spitzt sich die Lage auf ein zentrales Szenario zu: OpenAI bereitet einen Börsengang vor, der das Unternehmen mit bis zu einer Billion Dollar bewerten könnte. Gelingt dieser Schritt zeitnah, würde SoftBanks hochriskante Hebel-Strategie aufgehen. Verzögert sich der IPO jedoch, droht die Zinslast zur ernsten Belastung für den japanischen Konzern zu werden.

SoftBank-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue SoftBank-Analyse vom 6. März liefert die Antwort:

Die neusten SoftBank-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für SoftBank-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 6. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

SoftBank: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...