Siemens macht Ernst mit der Trennung von Healthineers. Bei der Quartalspräsentation bestätigte der Mutterkonzern am Donnerstag „gute Fortschritte" bei den Vorbereitungen zur Dekonsolidierung. CEO Roland Busch betonte, man arbeite „intensiv an den notwendigen Schritten". Die angekündigte Reduzierung der Beteiligung von derzeit 67 Prozent auf unter 37 Prozent rückt damit näher – konkrete Details sollen Anfang des zweiten Quartals folgen.

Für Healthineers könnte die zunehmende Eigenständigkeit neue Perspektiven eröffnen. Gleichzeitig zeigen die jüngsten Quartalszahlen: Nicht alle Geschäftsbereiche laufen rund.

Spin-off als bevorzugte Variante

Siemens plant, 30 Prozent der Healthineers-Aktien direkt an die eigenen Aktionäre zu übertragen. Diese Spin-off-Lösung gilt intern als bevorzugte Option. Mittelfristig will der Konzern die Beteiligung sogar auf unter 20 Prozent drücken.

Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt regulatorischer Genehmigungen sowie der Zustimmung durch die Hauptversammlungen beider Unternehmen. Der ursprünglich im November 2025 kommunizierte Zeitplan scheint jedoch auf Kurs zu liegen.

Healthineers bereitet Neuausrichtung vor

Auf der Hauptversammlung Anfang Februar bezeichnete Healthineers-CEO Bernd Montag 2026 als „Jahr von besonderer Bedeutung". Neben der möglichen Dekonsolidierung startet der Konzern seine neue Strategiephase „Elevating Health Globally".

Die strategischen Schwerpunkte für die nächsten fünf Jahre:

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  • Neurodegenerative Erkrankungen und Schlaganfall
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Krebsbehandlung über die Varian-Sparte

Healthineers verweist darauf, dass drei Viertel aller weltweiten Todesfälle auf diese nicht übertragbaren Krankheiten zurückgehen.

Diagnostik-Segment bremst Quartalsergebnis

Die Anfang Februar veröffentlichten Zahlen für das erste Geschäftsquartal 2026 fielen gemischt aus. Während Imaging (vergleichbares Umsatzwachstum: 5,7 Prozent) und Precision Therapy (5,9 Prozent) solide zulegten, rutschte das Diagnostik-Geschäft mit minus 3,1 Prozent ins Minus.

Das Segment leidet weiter unter strukturellen Veränderungen im chinesischen Markt. CEO Montag sprach von einer „Übergangsphase", die das Gesamtergebnis belastet. Die bereinigte EBIT-Marge im Diagnostik-Bereich sackte auf 2,1 Prozent ab – deutlich schwächer als in den beiden anderen Sparten.

Konzernweit erreichte Healthineers ein Umsatzwachstum von 3,8 Prozent bei einer bereinigten EBIT-Marge von 15,0 Prozent. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 0,49 Euro.

Analysten bleiben positiv gestimmt

Die Investmentbank Citi bekräftigte Anfang Februar ihre Kaufempfehlung. Auch Barclays hält an der positiven Einschätzung fest. Laut Investing.com sprechen sich derzeit 15 von 20 Analysten für einen Kauf der Aktie aus.

Die Hauptversammlung genehmigte zudem eine Dividendenerhöhung auf 1,00 Euro je Aktie – eine Gesamtausschüttung von rund 1,1 Milliarden Euro.

Prognose bestätigt

Für das Geschäftsjahr 2026 hält Healthineers an seiner Prognose fest: vergleichbares Umsatzwachstum von 5 bis 6 Prozent und ein bereinigter Gewinn je Aktie zwischen 2,20 und 2,40 Euro. Die Guidance steht allerdings unter dem Vorbehalt, dass sich die Diagnostik-Schwäche nicht weiter verschärft.

Mit der angekündigten Detailbekanntgabe im zweiten Quartal dürfte Klarheit über den konkreten Zeitplan des Spin-offs entstehen. Ein höherer Streubesitz könnte die Attraktivität für institutionelle Investoren erhöhen und der Aktie mittelfristig neue Impulse verleihen.

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