In Berlin entscheidet sich am Donnerstag, wie viel Rückendeckung das Management für seinen Kurs bekommt. Denn trotz starker Zahlen hängt über allem eine Frage: Wie geht es mit der Windkrafttochter Siemens Gamesa weiter? Genau dort prallen die Vorstellungen eines Aktivisten und mehrerer Großaktionäre aufeinander.

Hauptversammlung mit zwei Streitpunkten

Siemens Energy lädt am 26. Februar zur Hauptversammlung in die STATION Berlin – und hat die Eröffnungsreden von Aufsichtsratschef Joe Kaeser und CEO Christian Bruch bereits am 20. Februar vorab veröffentlicht. Kaeser spricht von einem der „spektakulärsten und erfolgreichsten Turnarounds in der DAX-Geschichte“. Bruch verweist auf den Rekord-Auftragsbestand von 146 Milliarden Euro.

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Auf der Agenda stehen auch handfeste Beschlüsse: Erstmals seit 2021 soll wieder eine Dividende fließen – 0,70 Euro je Aktie. Außerdem geht es um eine Anpassung der Aufsichtsratsvergütung.

Gamesa: Abspaltung oder erst Stabilisierung?

Der wichtigste Diskussionspunkt dürfte Siemens Gamesa bleiben. Der US-Aktivist Ananym Capital drängt auf eine Ausgliederung und hält eine Bewertung als eigenständiges Unternehmen von bis zu 10 Milliarden US-Dollar für möglich. Dem gegenüber steht die Linie des Managements: Bruch bezeichnete die Diskussion zwar als „absolut berechtigt“, knüpft eine Abspaltung aber an klare operative Fortschritte – konkret an einen „Pfad zu zweistelligen Margen“.

Rückendeckung bekommt diese Vorgehensweise von gewichtigen Stimmen: DWS, Deka Investment und Union Investment positionierten sich laut Reuters gegen eine sofortige Abspaltung und unterstützen zunächst die Stabilisierung. Der Druck kommt nicht von ungefähr: Siemens Gamesa hatte im Geschäftsjahr 2025 einen operativen Verlust von 1,36 Milliarden Euro ausgewiesen.

Starke Zahlen – und eine sehr heiße Aktie

Für das Management kommt die Hauptversammlung nach einem außergewöhnlich starken ersten Quartal 2026. Siemens Energy meldete unter anderem einen Rekord-Auftragseingang von 17,6 Milliarden Euro und ein Ergebnis vor Sondereffekten von 1,159 Milliarden Euro (Marge: 12%). Auch der freie Cashflow vor Steuern fiel mit 2,869 Milliarden Euro deutlich höher aus.

Bei Gamesa zeigt sich zumindest kurzfristig Entspannung: Der operative Verlust schrumpfte im Quartal auf -46 Millionen Euro nach -374 Millionen Euro im Vorjahr. Das Ziel bleibt, 2026 den Break-even zu erreichen.

Am Aktienmarkt spiegelt sich der Optimismus bereits wider. Mit 165,30 Euro notiert die Aktie heute nur knapp unter dem jüngsten 52‑Wochen‑Hoch (165,75 Euro). Gleichzeitig wirkt der Titel kurzfristig überhitzt: Der RSI (14 Tage) liegt bei 85,4, und der Kurs steht rund 18% über dem 50‑Tage‑Durchschnitt.

Investitionen und Rückkauf als Signal

Parallel treibt der Konzern seine Kapital- und Standortpläne voran. In den USA sind 1 Milliarde US-Dollar an Investitionen angekündigt, verbunden mit rund 1.500 neuen Arbeitsplätzen. Zudem soll im März 2026 ein Aktienrückkaufprogramm starten: bis zu 6 Milliarden Euro bis zum Geschäftsjahr 2028. Als finanzielle Basis nennt das Unternehmen eine Netto-Cash-Position von 7,6 Milliarden Euro.

Am Donnerstag dürfte sich dann zeigen, ob die Mehrheit den Managementkurs bei Gamesa weiter mitträgt – oder ob der Ruf nach strukturellen Änderungen lauter wird. Klar ist: Nach Rekordquartal, Dividenden-Comeback und angekündigtem Rückkaufprogramm geht Siemens Energy mit Rückenwind in diese Hauptversammlung.

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