Nach drei Jahren Zwangspause schüttet Siemens Energy wieder eine Dividende aus – und die Aktionäre sagen fast einstimmig Ja. Doch während die Hauptversammlung am 26. Februar den erfolgreichen Turnaround feiert, schwelt im Hintergrund ein Machtkampf um die Zukunft der kriselnden Windkrafttochter Gamesa.

99,99 Prozent für 70 Cent je Aktie

Die Rückkehr zur Dividende erfolgt mit Ansage: 0,70 Euro je Aktie, gebilligt von 99,99 Prozent der anwesenden Aktionäre. Für den Energietechnikkonzern markiert die Ausschüttung das Ende einer dreijährigen Phase ohne Dividende – Folge staatlicher Auflagen aus der Zeit der Bundesbürgschaften. Das Geschäftsjahr 2025 schloss mit einem Nettoergebnis von 1,685 Milliarden Euro ab.

800 Aktionäre waren persönlich in Berlin dabei, insgesamt waren 66,10 Prozent des Kapitals vertreten. Es war die erste Präsenz-Hauptversammlung seit der Abspaltung von Siemens im Jahr 2020.

Starker Jahresauftakt stützt Zuversicht

Die Zahlen zum ersten Quartal 2026 liefern das operative Fundament für die Ausschüttung. Der Umsatz kletterte um 12,8 Prozent auf 9,7 Milliarden Euro, das Nettoergebnis sprang von 252 auf 746 Millionen Euro. Besonders stark entwickelte sich das Ergebnis vor Sondereffekten: 1,159 Milliarden Euro nach 481 Millionen im Vorjahresquartal.

Getrieben wurde die Verbesserung vor allem durch Siemens Gamesa und Grid Technologies. Der freie Cashflow vor Steuern erreichte 2,869 Milliarden Euro – begünstigt durch Kundenvorauszahlungen und günstige Timing-Effekte.

Der Auftragseingang übertraf mit 17,6 Milliarden Euro die Erwartungen deutlich. Gas Services verbuchte einen Zuwachs von 81 Prozent auf 8,8 Milliarden Euro, Grid Technologies legte um 22 Prozent auf 6 Milliarden Euro zu. Der Auftragsbestand erreicht mit 146 Milliarden Euro einen Rekordwert.

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Gamesa-Debatte: Stabilisieren oder abspalten?

Hinter der Dividendenfreude braut sich Konfliktpotenzial zusammen. Der US-Aktivist Ananym Capital fordert seit Dezember 2025 die Abspaltung von Siemens Gamesa und schreibt der Windsparte ein Bewertungspotenzial von zehn Milliarden Dollar zu.

CEO Christian Bruch hält dagegen: Bis 2028 müsse Gamesa einen klaren Weg zu zweistelligen Renditen aufzeigen. Rückendeckung kommt von den Großaktionären DWS, Deka Investment und Union Investment, die laut Reuters zunächst die Stabilisierung unterstützen wollen.

Die Zahlen zeigen: Der Weg ist steinig, aber erkennbar. Gamesa verbesserte das operative Ergebnis von minus 374 auf minus 46 Millionen Euro. Im Gesamtjahr 2025 stand noch ein Verlust von 1,36 Milliarden Euro zu Buche. Das Management hält am Ziel fest, 2026 den Break-even zu erreichen.

Aktienrückkauf und US-Expansion

Neben der Dividende plant Siemens Energy ein Aktienrückkaufprogramm: bis zu 6 Milliarden Euro bis zum Geschäftsjahr 2028. Die finanzielle Basis ist da – die Netto-Cash-Position liegt bei 7,6 Milliarden Euro.

In den USA fließt 1 Milliarde US-Dollar in Investitionen, verbunden mit rund 1.500 neuen Arbeitsplätzen. Ein klares Signal in Richtung transatlantische Expansion.

Ambitionierte Ziele für 2026 und 2028

Für das laufende Geschäftsjahr peilt Siemens Energy ein Umsatzwachstum von 11 bis 13 Prozent sowie eine Gewinnmarge vor Sondereffekten zwischen 9 und 11 Prozent an. Das Nettoergebnis soll auf 3 bis 4 Milliarden Euro steigen, der freie Cashflow vor Steuern auf 4 bis 5 Milliarden Euro.

Mittelfristig hat der Konzern die Messlatte höher gelegt: Bis 2028 strebt er ein jährliches Umsatzwachstum im niedrigen zweistelligen Prozentbereich an – auf vergleichbarer Basis. Die strukturellen Fortschritte und das positive Marktumfeld geben dem Management Zuversicht.

Am 12. Mai folgen die nächsten Quartalszahlen. Dann wird sich zeigen, ob Gamesa tatsächlich den Break-even schafft – und ob der Aktivist weiter Druck macht oder die Großaktionäre die Linie des Managements durchsetzen.

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