Nach dem operativen Turnaround folgt der strategische Konflikt: Während Siemens Energy auf seiner Hauptversammlung die erste Dividende seit Jahren beschloss und Rekordergebnisse präsentierte, tobt hinter den Kulissen ein heftiger Streit über die Zukunft der Windkrafttochter Gamesa. US-Aktivist Ananym fordert die Abspaltung, Großaktionäre warnen vor "Verschleuderung". Die Fronten sind verhärtet.

Dividende und Rekordquartal als Fundament

Mit 99,99 Prozent der Stimmen genehmigten die Aktionäre eine Dividende von 0,70 Euro je Aktie – ermöglicht durch die vorzeitige Rückzahlung der staatlichen Garantie. Basis ist ein Nettoergebnis von 1,685 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2025.

Die operativen Zahlen untermauern den Turnaround: Im ersten Quartal 2026 erreichte der Auftragseingang 17,6 Milliarden Euro, der Umsatz stieg um 8,2 Prozent auf 9,68 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Sondereffekten verdoppelte sich, der Free Cash Flow kletterte auf 2,869 Milliarden Euro. Haupttreiber war Gas Services mit 102 gebuchten Gasturbinen – dem stärksten Quartal der Firmengeschichte. Grid Technologies profitierte von der Nachfrage nach Infrastruktur für Rechenzentren.

Aufsichtsratschef Joe Kaeser bezeichnete die Entwicklung als einen der erfolgreichsten Turnarounds im DAX. Der Auftragsbestand von 146 Milliarden Euro liefert Planungssicherheit für die kommenden Jahre.

Gamesa-Debatte eskaliert

Der eigentliche Konfliktherd der Hauptversammlung liegt in der Zukunft von Siemens Gamesa. US-Aktivist Ananym hatte im Dezember eine Abspaltung gefordert und der Windsparte ein Potenzial von zehn Milliarden Dollar zugeschrieben. Seine Rechnung: Eine Abspaltung könnte Anlegern 60 Prozent mehr Rendite bringen.

Deka Investment stellte sich demonstrativ gegen den Aktivisten. Ingo Speich formulierte unmissverständlich: Ein Verkauf zum jetzigen Zeitpunkt käme einer Verschleuderung gleich. Das Management verweist auf die laufende Restrukturierung und zieht Parallelen zum Netzgeschäft, dessen Marge von 3,6 Prozent (2022) auf 15,8 Prozent (2025) kletterte.

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Die Zahlen von Gamesa zeigen erste Fortschritte: Der operative Verlust schrumpfte von 1,36 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2025 auf 46 Millionen Euro im ersten Quartal 2026. Der Break-even bleibt das erklärte Ziel für das laufende Jahr.

Milliarden für Expansion und Aktionäre

Parallel zur Gamesa-Debatte treibt der Konzern seine US-Expansion voran. Eine Milliarde Dollar fließt in neue Fertigungskapazitäten, darunter ein Schaltanlagenwerk in Mississippi. Das Programm soll über 1.500 Arbeitsplätze schaffen und die wachsende Nachfrage nach Energieinfrastruktur bedienen.

Für März 2026 ist ein Aktienrückkaufprogramm mit bis zu sechs Milliarden Euro geplant. Die finanzielle Basis liefert eine Netto-Cash-Position von 7,6 Milliarden Euro.

Die Prognose für das Geschäftsjahr 2026 sieht ein Umsatzwachstum von 11 bis 13 Prozent vor, die Gewinnmarge soll zwischen 9 und 11 Prozent liegen.

Entscheidung vertagt

Am 12. Mai folgen die Zahlen zum zweiten Quartal. Bis dahin bleibt die Gamesa-Frage offen. Gelingt der Break-even nicht, dürfte der Druck auf eine Abspaltung zunehmen. Vorerst setzt das Management auf die Stärke des Kerngeschäfts – und auf Zeit.

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