Der weltweit größte Seltene-Erden-Produzent außerhalb Chinas hat im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2026 einen beeindruckenden Gewinnsprung hingelegt. Höhere Preise für Seltene Erden, gestiegene Produktionsmengen und wachsende Nachfrage aus strategischen Industrien treiben das Ergebnis. Doch es gibt einen Haken: Die Erwartungen der Analysten wurden verfehlt.

Rekordgewinn mit Schönheitsfehlern

Der Nettogewinn schoss in den sechs Monaten bis Ende Dezember auf 80,2 Millionen australische Dollar – ein gewaltiger Sprung gegenüber den mageren 5,9 Millionen im Vorjahreszeitraum. Doch die Analystenschätzung von 91,8 Millionen wurde um rund 13 Prozent verfehlt. Verantwortlich dafür waren vor allem Stromausfälle in der Kalgoorlie-Anlage, die sowohl Produktion als auch Kostenstruktur belasteten.

Der Umsatz kletterte von 254,3 auf 413,7 Millionen Dollar, während das EBITDA von 38,1 auf 152,4 Millionen anschwoll. Die Zahlen zeigen: Verbesserungen im Preisumfeld können selbst moderate Volumenzuwächse deutlich verstärken, wenn die Fixkosten stabil bleiben.

Preise und Produktion ziehen an

Die Produktion von Seltenen-Erden-Oxiden (REO) legte um 23 Prozent auf 6.375 Tonnen zu. Die NdPr-Verkäufe – das Schlüsselprodukt aus Neodym und Praseodym für Permanentmagnete in E-Autos und Windturbinen – stiegen um 14 Prozent. Der durchschnittliche Verkaufspreis im Halbjahr lag bei 74 US-Dollar pro Kilogramm, mittlerweile notiert NdPr aber bereits über 111 Dollar. Das laufende Geschäft dürfte also noch stärker ausfallen.

Seit Dezember 2025 ist Lynas zudem der einzige Produzent separierter schwerer Seltener Erden wie Dysprosium und Terbium außerhalb Chinas – ein strategischer Vorteil, der sich auszahlt. Weitere Produkte wie Samarium, Gadolinium und Yttrium sollen bis zum Geschäftsjahresende folgen.

Operativer Fortschritt und Herausforderungen

CEO Amanda Lacaze bezeichnete das Halbjahr als "sehr beschäftigt". In Mount Weld läuft die neue Flotationsanlage mit etwa 70 Prozent der Nennkapazität, während die hybride Erneuerbare-Energien-Anlage mit 65 Megawatt im Dezember 92 Prozent des Stroms aus regenerativen Quellen lieferte.

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In Kalgoorlie bereitet die unzuverlässige externe Stromversorgung weiterhin Probleme, obwohl sich die Lage seit Dezember stabilisiert hat. Die Cracking- und Laugungsprozesse laufen gut, doch Engpässe in der Karbonatisierungsanlage bremsen die vollständige Hochfahrung.

In Malaysia läuft die Produktion stabil. Die bestehende Anlage für schwere Seltene Erden hat eine Kapazität von 1.500 Tonnen Durchsatz, eine neue Anlage soll diese Ende 2027 auf 5.000 Tonnen erhöhen.

Geopolitische Rückendeckung

Lynas profitiert von staatlicher Unterstützung. Die US-Regierung hat mit Konkurrent MP Materials einen Abnahmevertrag mit einem NdPr-Mindestpreis von 110 Dollar pro Kilogramm geschlossen. Lynas strebt ähnliche Vereinbarungen an und hat bereits enge Beziehungen zu Regierungen in Japan und den USA aufgebaut.

Chinas Lockerung von Exportkontrollen hat zudem einen früheren Angebotsüberschuss abgebaut und die Preise gestützt. Westliche Regierungen drängen darauf, ihre Lieferketten für kritische Rohstoffe zu sichern – eine Entwicklung, von der Lynas als größter Produzent außerhalb Chinas direkt profitiert.

Risiken im Blick behalten

Bis März 2026 muss die malaysische Atomenergie-Lizenzierungsbehörde über die Verlängerung der Betriebslizenz für die Gebeng-Anlage entscheiden. Außerdem bestehen Sorgen über mögliche chinesische Restriktionen bei Reagenzien für die Tongewinnung. Lynas hat nach eigenen Angaben Notfallpläne und alternative Quellen identifiziert.

Sollten die NdPr-Preise abkühlen oder Käufer auf Preiszugeständnisse drängen, könnte die aktuelle Ergebnisdynamik schnell kippen. Weitere Stromausfälle würden die Kostenseite belasten.

Am 27. April folgt der nächste Quartalsbericht. Mit der anstehenden Lizenzentscheidung in Malaysia, dem weiteren Hochlauf in Kalgoorlie und dem Ausbau der Kapazitäten für schwere Seltene Erden werden die kommenden Monate zeigen, ob Lynas seine strategische Position in nachhaltigen finanziellen Erfolg ummünzen kann.

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