Den zweiten Handelstag in Folge geraten die Papiere des Münchner Industriekonzerns massiv unter Druck. Am Montag sackte der Titel um 6,4 Prozent auf 234,60 Euro ab – der schwächste Wert seit Dezember 2025. Noch am vergangenen Donnerstag hatte die Aktie bei 275,75 Euro ein neues Allzeithoch markiert. Binnen weniger Tage wurden damit rund 15 Prozent an Wert vernichtet.

Der Auslöser: Wachsende Befürchtungen, dass Künstliche Intelligenz das lukrative Softwaregeschäft des Konzerns bedrohen könnte. Anleger fürchten, dass industrielle Software zur Erstellung digitaler Zwillinge – also virtueller Nachbildungen physischer Objekte – durch hochentwickelte KI-Tools verdrängt werden könnte.

Bewertung unter Beschuss

Die Nervosität hat einen konkreten Hintergrund. Analysten von Panmure Liberum legten am Montag den Finger in die Wunde: Die Aktie werde mit dem größten Aufschlag gegenüber Vergleichsunternehmen seit einem Jahrzehnt gehandelt. Das Papier liege "deutlich über einem Niveau, das sich rechtfertigen lässt", urteilte Analyst Joachim Klement. Auch der Gewinnausblick des Unternehmens deute auf eine Überbewertung hin.

Erschwerend kommt hinzu: Zwei der drei Sparten leiden unter einer gedämpften Auftragslage. Nur der Ausbau von Rechenzentren in Europa und die Nachfrage aus der Industrieautomatisierung stützen das Geschäft noch.

Software-Monopol bröckelt

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Marktbeobachter sehen ein fundamentales Problem: Die Praxis, alle Lösungen von einem einzigen Anbieter wie Siemens zu kaufen, wird zunehmend weniger vertretbar. KI ermöglicht es Unternehmen mittlerweile, ihre Software mit "offenen" Systemen zu kombinieren – die teuren Komplett-Pakete verlieren an Attraktivität.

Besonders deutlich wurde dies in Paris: Die Papiere des französischen Software-Konzerns Dassault Systemes – ein direkter Wettbewerber im Bereich digitaler Zwillinge – brachen um 8,8 Prozent auf den tiefsten Stand seit August 2017 ein. Die KI-Sorgen treffen offenbar die gesamte Branche.

Der DAX verlor am Montag 0,5 Prozent auf 24.801 Punkte – maßgeblich belastet durch das Schwergewicht Siemens. Auch zum Dienstagmorgen deutet sich keine Erholung an: Der X-DAX signalisierte 30 Minuten vor Handelsstart ein weiteres Minus von 0,3 Prozent.

Kurios: Während die Muttergesellschaft abstürzt, gewann die Aktie von Siemens Energy 1,1 Prozent. Analysten der RBC sehen den Anlagefall durch das starke erste Quartal auf breiter Basis gestärkt – insbesondere die Langlebigkeit des Gasturbinenbooms und erste positive Anzeichen bei der Tochter Gamesa überzeugen.

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