ServiceNow liefert starke Quartalszahlen ab – und trotzdem wird die Aktie von der Branchenstimmung nach unten gezogen. Der Auslöser liegt weniger im Unternehmen selbst, sondern in der wachsenden Sorge, dass generative KI das klassische SaaS-Preismodell untergraben könnte. Kann ServiceNow mit KI-Integration und Aktienrückkäufen dagegenhalten?

Wichtige Eckdaten auf einen Blick:
- Umsatz Q4 2025: 3,57 Mrd. US-Dollar (+21%)
- Bereinigtes EPS: 0,92 US-Dollar (Konsens: 0,87–0,89)
- cRPO: 12,85 Mrd. US-Dollar (+25%)
- Schlusskurs am Freitag: 100,78 US-Dollar
- KGV (nachlaufend): rund 60
- Short Interest: 1,87%

Starke Zahlen, aber vorsichtiger Ausblick

Das vierte Quartal 2025 (Ende Januar abgeschlossen) fiel operativ überzeugend aus. Umsatz und bereinigter Gewinn je Aktie lagen über den Erwartungen. Besonders auffällig: Die Current Remaining Performance Obligations (cRPO) – ein wichtiger Indikator für künftige Umsätze – stiegen um 25% auf 12,85 Mrd. US-Dollar.

An der Börse zählte nach den Zahlen aber vor allem der Ausblick. Nach der Veröffentlichung am 29. Januar rutschte die Aktie deutlich ab, weil das Management 19% organisches Wachstum in Aussicht stellte – und damit knapp unter der für viele Anleger offenbar psychologisch wichtigen 20%-Marke blieb.

Um den Kurs zu stützen, kündigte ServiceNow zudem ein Aktienrückkaufprogramm über 5 Mrd. US-Dollar an. Darin enthalten ist ein beschleunigter Rückkauf über 2 Mrd. US-Dollar.

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KI sorgt für Bewertungsdruck in der Software-Branche

Der Gegenwind trifft nicht nur ServiceNow. Anfang Februar gerieten US-Softwarewerte breit unter Druck, begleitet von dem Narrativ, das einige bereits als „SaaSpocalypse“ bezeichnen. Treiber ist die schnelle Entwicklung günstiger und effizienter KI-Tools, die den Nutzen klassischer Software-Lizenzen infrage stellen.

Konkret geht es um die These, dass KI-Agenten komplexe Geschäftsprozesse automatisieren könnten. Das würde den Bedarf an teuren, nutzerbasierten Lizenzen („per seat“) senken. ServiceNow integriert zwar selbst generative KI über Partnerschaften in die Plattform. Trotzdem bleibt am Markt die Sorge, dass KI langfristig Preisdruck und damit weniger Pricing Power für viele SaaS-Anbieter bedeutet.

Analysten uneins

Die Diskrepanz zwischen operativer Stärke und Kursreaktion spaltet auch die Analysten.

Auf der positiven Seite nahm Goldman Sachs die Aktie am 2. Februar in die „US Conviction List“ auf und erwartet weiter nachhaltiges organisches Wachstum. Argus stufte auf „Strong Buy“ hoch, Needham blieb bei „Buy“.

Skeptischer äußerte sich Truist: Am 5. Februar senkte die Bank ihr Kursziel und begründete das mit Zweifeln am langfristigen Wert von Softwarefirmen in einer stärker KI-geprägten Zukunft. Auch KeyBanc-Analyst Jackson Ader verwies darauf, dass Software-Bewertungen durch diese strukturellen Verschiebungen unter historische Untergrenzen geraten könnten.

Zum Start in die neue Woche richten sich die Blicke darauf, ob Rückkäufe und die tiefe KI-Integration ausreichen, um gegen das dominierende Marktnarrativ anzukommen – während die Aktie zugleich mit einer ambitionierten Bewertung (KGV ~60) in einem nervösen Sektor steht.

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