Die Nachrichtenlage rund um Mercedes-Benz spitzt sich zu Beginn der neuen Woche zu. Während Konzernchef Ola Källenius öffentlich die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland infrage stellt, schafft das Unternehmen im Hintergrund Fakten: Ein prestigeträchtiges Batterie-Projekt wurde endgültig beerdigt. Für Anleger stellt sich die Frage, ob diese strategischen Rückzüge nur der Anfang einer tiefergehenden Neuausrichtung sind.

Källenius übt scharfe Kritik

Die Wortwahl des Vorstandsvorsitzenden im Spiegel lässt wenig Spielraum für Interpretationen. Ola Källenius warnt eindringlich vor einem schleichenden wirtschaftlichen Abstieg der Bundesrepublik. Als Hauptbelastungsfaktoren identifiziert der Manager die im internationalen Vergleich zu hohen Arbeitskosten, die erdrückende Steuerlast und die weiterhin hohen Energiepreise.

Seine Forderung an die Politik ist eindeutig: Statt starrer Regulierung und Strafzahlungen – insbesondere beim geplanten Verbrenner-Aus – müsse die EU auf marktwirtschaftliche Anreize setzen. Källenius verknüpft diese ökonomische Analyse direkt mit gesellschaftlichen Risiken und warnt vor politischer Instabilität, sollte die wirtschaftliche Substanz weiter erodieren.

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Das Aus für Kaiserslautern

Dass die Sorgen des Managements nicht nur rhetorischer Natur sind, zeigt die Entscheidung des Batterie-Joint-Ventures Automotive Cells Company (ACC). Das Konsortium, an dem Mercedes-Benz neben Stellantis und TotalEnergies beteiligt ist, hat die Pläne für eine Gigafabrik in Kaiserslautern aufgegeben. Auch der Standort im italienischen Termoli wird nicht realisiert.

Die Begründung für diesen drastischen Schritt liefert die Realität am Absatzmarkt: Die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen in Europa bleibt schwach. Mercedes-Benz hatte diese Abkühlung bereits im vergangenen Jahr in den eigenen Bücher spüren müssen. Die Streichung der Fabrikpläne ist die logische Konsequenz aus der fehlenden Kaufbereitschaft der Kunden für teure E-Autos.

Die Fakten im Überblick

  • Strategie-Warnung: CEO Källenius sieht die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands durch Kosten und Regulierung gefährdet.
  • Projektabbruch: Das Joint Venture ACC baut keine Batteriefabrik in Kaiserslautern.
  • Marktbewertung: Kurs bei ca. 58,78 Euro, KGV bei günstigen 9,0.
  • Analystensicht: Das durchschnittliche Kursziel liegt mit über 63 Euro spürbar über dem aktuellen Niveau.

Bewertung bietet Puffer

Trotz der negativen Nachrichten aus der Strategieabteilung zeigt sich die Aktie fundamental nicht teuer. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von rund 9,0 notiert das Papier unter dem historischen Branchendurchschnitt. Analysten sehen hier weiterhin Potenzial und taxieren den fairen Wert laut MarketScreener auf über 63 Euro. Der Markt muss nun abwägen, ob die günstige Bewertung die strukturellen Risiken im E-Auto-Geschäft ausreichend kompensiert.

Die Absage der Gigafabrik markiert eine notwendige Anpassung der Kostenstruktur an die sinkende Nachfrage. Kurzfristig belastet die negative Stimmung, doch mittel- bis langfristig schützt der Investitionsstopp die Marge vor unrentablen Kapazitäten.

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